Netzwelt-Ticker Notebookstecker ziehen per SMS
Ist der Herd aus? Das Bügeleisen ausgestöpselt? Der Wasserhahn zu? Fragen, die den so richtig quälen, dem sie erst nach Urlaubsantritt weit entfernt zu Hause einfallen. Und auch der Computer sollte besser ausgeschaltet sein. Wer weiß, wer von den zu Hause Gebliebenen möglicherweise neugierig wird und sich die gespeicherten Dateien näher ansehen möchte. Dagegen hat Lenovo jetzt ein praktisches Werkzeug erfunden: den Fern-Ausschalter via SMS .
Einige neue Thinkpad-Notebooks sollen mit der als "Constant Secure Remote Disable" bezeichneten Funktion ausgestattet werden. Logischerweise ausschließlich Modelle, die mit einem GSM-Modul ausgestattet sind. Ähnliche Formen der Fernabschaltung gibt es sonst nur bei Handys, die für den betrieblichen Einsatz konzipiert sind. Und bei militärischen Anwendungen natürlich. Anscheinend ist bisher nur noch niemand auf die Idee gekommen, Notebooks damit auszurüsten. Wo immer also ein Handy-Netz verfügbar ist, müssen sich auch schusselige Computernutzer keine Sorgen mehr machen.
Blogger erwirkt einstweilige Verfügung gegen DFB
Neue Wendung im Rechtsstreit um zwei Wörter: Der Deutsche Fußballbund (DFB) war vor dem Berliner Landgericht und Kammergericht beim Versuch gescheitert, dem bloggenden Sportjournalisten Jens Weinreich per einstweiliger Verfügung zu untersagen, den DFB-Präsident Theo Zwanziger in einem Kommentar einen "unglaublichen Demagogen" zu nennen.
Dann veröffentlichte der DFB eine Pressemitteilung. Davon, dass man juristisch keinen Erfolg gehabt hatte, stand darin nichts. Dafür aber unter anderem, dass Weinreich den "DFB-Präsidenten ohne Anlass als 'unglaublichen Demagogen' diffamiert" habe.
Das darf der DFB nun nicht mehr behaupten.
Jens Weinreich hat am Landgericht Berlin eine entsprechende Verfügung gegen den DFB erwirkt, wie er in seinem Blog berichtet . DFB-Pressesprecher Harald Stenger war telefonisch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, eine per E-Mail gestellte Anfrage von SPIEGEL ONLINE wurde bislang nicht beantwortet.
Die entsprechende Pressemitteilung ist allerdings inzwischen nicht mehr auf den DFB-Seiten zu erreichen, wie noch am Montag (siehe Screenshot unten).
lis
Best of Blogs: Chinesischer Juror darf nicht ausreisen
Zum fünften Mal vergibt die Deutsche Welle in Zusammenarbeit mit Reporter ohne Grenzen diese Woche die "International Weblog Awards" (BOBs). Die Preise für internationale Weblogs, Podcasts und Videoblogs sollen grenzüberschreitende Formen des Online-Publizierens fördern und freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit unterstützen.
Wie schwierig das noch immer ist, zeigt das Beispiel des chinesischen Bloggers Shuguang Zhou. Die Behörden seines Landes verweigerten ihm die Ausreise nach Berlin mit der Begründung, er stelle "ein potentielles Risiko für die Staatssicherheit" dar. Eigentlich sollte der als freier Journalist arbeitende Zhou heute als Juror dabei sein, wenn sich die Begutachter zusammensetzen, um die Preisträger zu bestimmen. Zwar bemühten sich die Deutsche Welle und das Auswärtige Amt bis zuletzt um eine Ausreisegenehmigung, blieben aber erfolglos. Die BOBs-Verantwortlichen teilten inzwischen mit , Zhou plane "nach eigenen Angaben, online an der Abstimmung teilzunehmen, falls er nicht dabei behindert wird".
Apple-Update schaltet Macbooks frei
Gute Nachricht für Besitzer eines der neuen Apple-Notebooks: Per Update beseitigt Apple einen lästigen Bug. Einige Filme aus dem iTunes Store ließen sich über den Monitorausgang der neuen Macbooks nicht auf Bildschirmen ohne HDCP-Kopierschutzfunktion abspielen. Mit dem Quicktime-Update auf Version 7.5.7 soll dieser Fehler nun behoben sein, berichtet fscklog .
"Das Update behebt ein Problem, bei dem einige im iTunes Store gekaufte Artikel in Standard-Definition auf bestimmten externen Bildschirmen nicht wiedergegeben werden können", heißt es in Apples-Update-Beschreibung. Schön, wenn ein Ärgernis mal so fix beseitigt wird.
mak
BKA-Gesetz: breite Mehrheit im Bundesrat dagegen
Das geplante BKA-Gesetz hat immer weniger Fans. Im Bundesrat, der zweiten Kammer, die nach dem Bundestag zustimmen muss, ist eine Mehrheit in weite Ferne gerückt. Inzwischen haben auch Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Sachsen-Anhalt erklärt, der umstrittenen Gesetzesnovelle nicht zustimmen zu wollen .
In den Ländern regieren verschiedene Koalitionen, die jeweils mindestens einen Partner haben, der sich gegen die massive Ausweitung der Überwachungsbefugnisse der Polizei wendet. Damit wäre eine Mehrheit für das Gesetz selbst dann vom Tisch, würde der Bundesrat entsprechend den Vorschlägen des Innenministers Schäuble Enthaltungen nicht mehr als Nein-Stimmen zählen.
Geschworene nach Facebook-Diskussion gefeuert
Aus einem laufenden Verfahren dürfen Prozessbeteiligte nichts nach außen dringen lassen, das gilt auch für Online-Plaudereien. Das sah eine britische Geschworene, die bei einem Prozess wegen sexuellen Missbrauchs in der Jury saß, anders und tauschte sich über ihren Facebook-Account freimütig über Einzelheiten der Verhandlung aus .
Sie wollte von ihren Online-Freunden auch wissen, ob sie nach ihrer Meinung die Angeklagten für schuldig hielten. Die Antworten konnte sie allerdings nicht mehr in ihr Urteil einfließen lassen. Die Angelegenheit wurde publik, und die Frau flog in hohem Bogen aus der Jury, die den Prozess zu elft fortsetzte.
Lunascape: Der Sammelbrowser kommt
Eine japanische Software-Schmiede namens Lunascape hat einen All-in-one-Browser entwickelt , der die Engines Gecko, Trident und WebKit miteinander vereinigt. Für die nicht so Techniklastigen: Das haben Firefox, Internet Explorer, Safari und Chrome jeweils unter der Haube.
Der Lunascape-Browser soll nach Angabe der Entwickler schneller als jedes Konkurrenzprodukt sein. Beim Gebrauch kann der Anwender per Knopfdruck auswählen, mit welchem Antrieb er die jeweilige Web-Seite ansteuern möchte. Das ist besonders dann interessant, wenn die angesteuerte Seite von ihren Machern IE-optimiert ist und zum Beispiel im Firefox nur ein fehlerhaftes Layout liefert.
In Japan erfreut sich Lunascape schon seit Jahren einiger Beliebtheit. Die erste Version erschien bereits 2001. Für Nicht-Japaner wird der Universal-Browser aber erst jetzt interessant - dank der ersten ins Englische übersetzten Version.
Online-Geschäft schrumpft
Gegenläufige Nachrichten für den Konsum: Während die Wirtschaftskundigen auch in Zeiten der Finanzkrise in Deutschland keinen Rückgang der Kaufbereitschaft zumindest bis Weihnachten erwarten, sieht es international ziemlich düster aus. Wie das Internet-Marktforschungsunternehmen Comscore in seinem jüngsten Bericht mitteilt, hat der amerikanische E-Commerce-Bereich nach fünf Jahren ununterbrochenen Wachstums zum ersten Mal einen Rückgang hinnehmen müssen. Bis zum 23. November lagen die Zahlen vier Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums . Schon während des Jahres 2008 seien die Zuwachsraten im Online-Geschäft stetig gesunken, bis sie sich im November schließlich in rote Zahlen verwandelten.
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