Netzwelt-Ticker Obama-SMS erreicht Millionen
Barack Obama setzt in seinem Wahlkampf auf das Internet, auf E-Mails und SMS wie kein amerikanischer Präsidentschaftskandidat zuvor. Wer sich in die Barack-Verteiler einträgt, bekommt Infos zu Reden, zur Strategie, zur Wahlkampfarbeit vorab elektronisch zugeschickt. Jürgen von Rutenberg beschrieb in der "Zeit" , wie es sich anfühlt, von Obama eine E-Mail zu bekommen. Als Wahlkampfaktion sind diese Nachrichten aber mehr als nur ein Gag.
Als Obama am Freitag per SMS seinen Vize bekanntgab, erreichte diese Nachricht 2,9 Millionen Handy-Nutzer. Das ergab eine Untersuchung der Marktforscher von Nielsen Mobile. Für sie war die Kandidaten-SMS das " bislang größte Mobile-Marketing-Ereignis der USA ". Und das, obwohl die vermeintlich exklusive Handy-Nachricht erst auf den Mobilgeräten eintrudelte, nachdem sie bereits von der Presse aufgegriffen worden war. Aber das macht nichts, meint Nielsen: "Obamas Vizepräsidenten-Nachricht ist eine der wichtigsten Textnachrichten, die je verschickt wurden." Obama hätte sich mit den 26 Worten der SMS als jemand dargestellt, der am Puls der Zeit ist und weiß, wie er seine Unterstützer am besten erreicht: per Mobiltelefon.
Google verstümmelt das Android-Handy
Im November kommt das erste Handy mit dem Google-Betriebssystem Android auf den Markt. Doch Google enttäuscht Hobby-Entwickler: Zum Start des Androids werden sie keine eigenen Bluetooth- und Google-Talk-Anwendungen schreiben können. Damit zieht das Google-Handy mit dem iPhone gleich, das auch bei der Bluetooth-Unterstützung und beim Instant Messaging hakt.
Googles Entwickler-Blog erklärt die vorläufigen Einschränkungen: Für Bluetooth reichte die Zeit nicht, der GTalk hat ein paar gehörige Sicherheitslücken. Wer sich im November das erste Android-Handy kauft, wird aber zumindest nicht auf Bluetooth-Unterstützung für sein Headset verzichten müssen: Grundlegende Bluetooth-Aktionen funktionieren, nur sind den Hobby-Entwicklern die Hände gebunden, eigene Anwendungen zu entwickeln. Doch gerade das hätte Bluetooth auf Android erst richtig interessant gemacht.
Spielpirat: 15 Monate Knast, 283.000 Euro Strafe
Weil er Spielkonsolen verkaufte, auf denen 75 raubkopierte Videospiele vorinstalliert waren, verurteilte ein Bezirksgericht in Florida einen 24-jährigen Mann zu 15 Monaten Haft und der Zahlung von 283.000 Euro. Darin enthalten ist die Rückerstattung von 266.000 Euro Gewinn, die er mit dem Gerät namens "Power Player Super Joy" machte.
Der Power Player ist ein dreister Klon der Nintendo-64-Konsole, der aber nur alte, illegal kopierte NES-Videospiele ablaufen lassen kann. Nintendo versucht schon seit Jahren, rechtlich gegen den Power Player vorzugehen, errang 2005 einen großen Erfolg vor Gericht. Damals wurde ein 27-Jähriger zu fünf Jahren Haft verdonnert.
iPhone-Hack leicht gemacht
Das iPhone Dev Team hat eine neue Version des Pwnage-Tools herausgegeben . Mit ihm kann man nun per Mac-Computer auch die neue 2.0.2-Software des iPhones und iPod Touchs knacken. Für Windowsnutzer gibt es zeitgleich die Version 150 von Quickpwn. Damit kann man zwar noch immer im Handumdrehen das iPhone dazu bringen, auch Anwendungen zu installieren, die nicht aus Apples eigenem App Store kommen die Netzsperre hebt es aber immer noch nicht auf.
Hacker klauen Daten von Hotelgästen
Hacker sind nach Informationen der schottischen Zeitung "Sunday Herald" in die Datenbanken der Hotelkette Best Western eingebrochen und haben Namen, Adressen und Kreditkarteninformationen von rund acht Millionen Hotelkunden eingesackt, die sich seit 2007 in einem der 4195 Best-Western-Hotels in über 80 Ländern zum Schlafen legten.
Ein einzelner Hacker soll sich in das Online-Buchungssystem gehackt haben und die Zugangsdaten über ein Netzwerk der russischen Mafia verkauft haben.
Die Pressestelle von Best-Western-Hotels Deutschland sieht das anders. Best-Western-Sprecherin Anke Cimbal zu SPIEGEL ONLINE: "Dieser Bericht entbehrt jeglicher Grundlage. Es hat keinen Hackerangriff auf das Reservierungssystem der Best-Western-Hotels gegeben."
Man könne aber bestätigen, dass es zu einem Vorfall in einem einzelnen Hotel in Deutschland gekommen ist, in dem einem Hacker der Zugang zu zehn Gästedaten über einen PC-Virus glückte. Die "kleine Anzahl" von betroffenen Gästen sei umgehend informiert, Polizei und FBI eingeschaltet worden.
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