Netzwelt-Ticker: Online bezahlen soll billiger werden - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Online bezahlen soll billiger werden

Mit Dumpingpreisen will ein neuer Bezahldienst dem Platzhirsch Paypal Marktanteile abjagen. E-Mail gibt's in Zukunft auch ohne Adressen und der Conficker-Wurm stutzte der französischen Luftwaffe die Flügel. Das und mehr im Überblick.
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Mit dem Online-Bezahldienst namens Noca  nimmt heute ein potentieller Paypal-Konkurrent den Betrieb auf. Gegenüber dem Marktführer und Kreditkartenfirmen glänzt das neue Angebot mit niedrigen Kosten. Während etablierte Abrechnungsfirmen bei jeder Transaktion Gebühren in Höhe von zwei bis drei Prozent vom Kaufpreis berechnen, verlangt Noca lediglich 0,25 Prozent.

Besonders sicher soll das System sein, da während des Bezahlprozesses keine Kreditkartennummern abgefragt werden. Stattdessen wird der Kaufpreis durch Noca direkt vom Konto des Käufers abgebucht. Dafür füllt der Käufer online einen virtuellen Scheck aus, dessen Echtheit durch eine PIN bestätigt wird, die der Käufer per SMS zugestellt bekommt.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen sollen je nach Höhe des zu zahlenden Betrags zusätzlichen Schutz bieten. Noch hat Noca nicht sonderlich viele oder gewichtige Handelspartner im Boot, aber Noca-Chef P.J. Gupta ist zuversichtlich, dass bis Mitte des Jahres auch größere Verkäufer dazustoßen. Zwei bis drei Prozent Ersparnis beim Einkauf - das könnte in Zeiten der Finanzkrise ein Erfolgsrezept sein.

Die adressenlose E-Mail

Forscher der amerikanischen Stanford University haben ein neuartiges E-Mail-System entwickelt, das ohne die bislang notwendigen Adressen auskommen soll. Stattdessen soll ein Verfahren namens "semantische Adressierung" für die korrekte Zustellung von Nachrichten sorgen .

Dabei sucht die sogenannte SEAmail ihren Empfänger anhand von zuvor festgelegten Kriterien. Die können aus Namen und Beruf des Empfängers bestehen, oder seinem Schulabschluss und sonstigen, beliebigen Angaben. Das Ausfindigmachen funktioniert auf ähnliche Weise wie eine Anfrage in einer Suchmaschine, die Personensuchen nach unzähligen verschiedenen Kriterien ermöglicht.

Natürlich funktioniert dieses System nur bei ausreichend verfügbaren Informationen über die Empfänger. Was in Zeiten der zunehmend ins Netz verlegten Biografien, von Social Networks bis zu Business-Seiten, nicht mehr besonders problematisch sein sollte.

Conficker legte auch die französische Luftwaffe lahm

Im Januar ging die Nachricht von der massenhaften Verseuchung von zig Millionen Rechnern mit dem Conficker-Wurm um die Welt. Neben vielen anderen wurden offensichtlich auch die Netzwerke der französischen Luftwaffe befallen, weshalb für zumindest einige Kampfjets der Flugbetrieb eingestellt werden musste. Wie schon im Fall der infizierten Krankenhauscomputer im österreichischen Kärnten hatte wohl um den 12. Januar ein Mitarbeiter einen infizierten USB-Stick mit dem Computersystem verbunden. Der Conficker-Befall wurde allerdings erst neun Tage später entdeckt .

Offenbar rechnete niemand mit der Möglichkeit eines Schädlingsbefalls in einem geschlossen System ohne Verbindung zum Internet. Bereits ab dem 15. Januar seien die Flugpläne der Militärflugzeuge dann so beschädigt gewesen, dass ein reibungsloser Betrieb nicht mehr gewährleistet werden konnte. Dem französischen Militär ist die Angelegenheit verständlicherweise recht peinlich. Immerhin sei der Vorfall nicht Folge eines böswilligen Angriffs gewesen, sondern reine Schusseligkeit.

Erwischt hatte Conficker zuvor auch die Kollegen der britischen Marine: Zeitweilig sollen über 70 Prozent aller Rechner auf ihren Schiffen und U-Booten betroffen gewesen sein. Verseucht wurden angeblich auch Teile von anderen Netzwerken des britischen Verteidigungsministeriums, darunter - unbestätigten Gerüchten zufolge - auch Netzwerke der britischen Luftwaffe.

Großbritannien plant umfangreiche Reisedatensammlung

Wie sicher oder unsicher die Daten der Bürger in der Obhut staatlicher Stellen sind, diese Frage scheint in Großbritannien inzwischen nur noch Anlass für ein müdes Gähnen zu sein. Zu lang ist mittlerweile die Liste regierungsamtlicher Schlampereien und Datenverluste.

Da wundert es dann doch, dass die Verantwortlichen ihre Anstrengungen nicht etwa in besser funktionierende Sicherheitsstandards stecken, sondern nur noch größere Sammelwut an den Tag legen. Jetzt sollen die Daten sämtlicher in das und aus dem Land Reisenden erfasst und für die Dauer von zehn Jahren in einer zentralen Datenbank gespeichert werden. Wie die "Sunday Times" berichtete, sollen bei der Sammelaktion Namen, Adressen, Telefonnummern, Sitzplatzreservierungen, Reisewege und sogar Kreditkartennummern aufgezeichnet werden .

Die offizielle Begründung der Aktion ist wie inzwischen üblich der Kampf gegen den Terror, der die detaillierte Überwachung der jährlich rund 250 Millionen Reisebewegungen auf Flughäfen, Bahnhöfen und Häfen erforderlich mache.

Konkurrenz für Google Street View kommt aus Rumänien

Keine Urlaubsplanung mehr ohne Google Earth. Das Wunschziel kann schon zu Hause am Rechner auf etwaige Landschaftsverschandelungen hin überprüft werden, und mit Google Street View ist es sogar möglich, genaue Eindrücke über Einzelheiten zu erhalten - sofern die betreffende Stadt von Street View bereits erfasst wurde. Und genau damit sieht es in Europa noch recht dünn aus. Hier sind nur einige Städte in Spanien, Frankreich und Italien dabei, ansonsten ist nicht viel zu sehen.

In diese Lücke springt nun das rumänische Unternehmen Norc, das eine ähnliche Technik wie Street View benutzt, um mittel- und osteuropäische Städte mittels Panoramabildern online anschaubar zu machen. Neben Metropolen wie Warschau und Moskau sind auch Touristenmagneten wie Prag und Wien zugänglich . Allem Anschein nach haben die Norc-Macher aus dem Ärger des Suchmaschinisten Google um Datenschutz und gestörte Privatsphäre gelernt und die Gesichter von Passanten sowie Autokennzeichen durch Weichzeichnereffekte unkenntlich gemacht.

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