Netzwelt-Ticker Polizei zerschlägt Hackerforum
Die Polizei Augsburg rühmt sich , ein "Hackerforum" namens "hacksector.cc" aufgespürt und zerschlagen zu haben. Die beschuldigten Betreiber, zwischen 15 und 22 Jahren alt, müssen sich wegen des Angebots illegaler Daten verantworten. Unter anderem soll ein Programm gefunden worden sein, das alle Daten für die Herstellung einer Druckvorlage für Personalausweise bereitgestellt hätte.
Gegen die Beschuldigten wird wegen Verstößen gegen den im vorigen Jahr eingeführten Hackerparagrafen im Strafgesetzbuch ermittelt (§ 202 c). Das Gesetz verbietet das "Verschaffen, Überlassen und Verbreiten" von Werkzeugen zum Ausspähen und Abfangen von Daten. Paragraf 202c bezieht sich auf "Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist".
Was unter manchen Informatikern und in der Netzgemeinde für ziemlichen Aufruhr sorgte, könnte das Gesetz doch theoretisch auch auf Programme ausgeweitet werden, die in Informatiklehrgängen genutzt werden (zur Kritik siehe Kasten unten).
Ob Richter "hacksector" als Präzedenzfall für den umstrittenen Hackerparagrafen erkennen, ist allerdings nicht ausgemacht. Einige Details lassen da Zweifel aufkommen. So soll die Druckvorlage für Personalausweise laut Heise.de sofort als Fälschung zu erkennen gewesen sein. Abgesehen davon soll der eigentliche "hacksector"-Server immer vom Ausland aus online sein, so Heise.de .
8,2 Prozent mehr Fälle von Telefonüberwachung
Die Zahl der gerichtlich angeordneten Telefonüberwachungen ist im Jahr 2007 um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch in Bonn mitteilte, wurden 44.278 Telefone abgehört, überwiegend Handys.
Das Abhören von Telefonen ist nach der Strafprozessordnung in Fällen besonders schwerer Kriminalität auf richterliche Anordnung zulässig. Nach den Angaben der Bundesnetzagentur stieg im vergangenen Jahr vor allem die Zahl der abgehörten Handys um fast 9,5 Prozent auf 39.200 Rufnummern. Dies hänge aber auch mit der Zunahme der Zahl der Mobilfunknutzer im Jahr 2007 um 13 Prozent zusammen, erklärte die Behörde. Die Zahl der abgehörten Festnetzanschlüsse ging dagegen leicht um 0,41 Prozent auf 5.078 Anschlüsse zurück.
Die Großprojekte des Spannerstaats
Seit 1998 hat sich nach den Angaben der Bundesnetzagentur die Zahl der abgehörten Mobiltelefone von 6.391 auf 39.200 Rufnummern mehr als verfünffacht. Im Festnetz stieg die Zahl der Anordnungen um 14,5 Prozent von 4.437 auf 5.078. Insgesamt wuchs die Zahl der Abhörmaßnahmen nach der Strafprozessordnung um fast 309 Prozent von 10.828 auf 44.278.
Microsoft lässt XP- und Vista-SPs frei, Probleme mit IE
Erst hat es bei den neuen Service Packs für Windows Vista und XP ein bisschen gehakelt. Wegen Kompatibilitätsproblemen mit einem Einzelhandelsprogramm namens "Dynamics Retail Management System" (DRMS) war zwischenzeitlich das automatische Update deaktiviert worden. Nun läuft wieder alles wie geplant. Ein spezieller Filter soll die Installation des XP SP3 auf Systemen verhindern , auf denen das DRMS vorhanden ist.
Doch wer meint, jetzt seien alle Schwierigkeiten ausgeräumt, irrt. Denn wer nach dem Aufspielen des XP-Servicepacks plötzlich Lust hat, seinen Internet Explorer 7 oder die Betaversion des IE8 zu deinstallieren, wird scheitern. Diese Option ist in der Systemsteuerung deaktiviert, ein Downgrade nicht möglich. Besonders ärgerlich für Betatester, die natürlich irgendwann zur Endversion eines Programms übergehen möchten. Microsoft empfiehlt daher, die IE8-Betaversion noch vor dem Aufspielen des XP-SP3 zu entfernen .
Peter Gabriels Online-Liederladen geklaut
Der Sangeskünstler und einstige Genesis-Gründer Peter Gabriel ist schon seit Jahrzehnten im Geschäft, natürlich auch im virtuellen Raum. Allerdings könnte seine Bilanz in der nächsten Zeit eine Delle aufweisen: Hardwarediebe haben einen der Server gestohlen, auf denen Gabriels Internetangebot gehostet wird.
Die Täter brachen beim britischen Hoster Rednet Limited ein und stahlen den kompletten Server, mitsamt allen darauf befindlichen Daten. Gabriels Seite petergabriel.com informiert auch noch heute, zwei Tage nach dem unerfreulichen Ereignis, die Fangemeinde in dürren Worten über den Serverdiebstahl. Man arbeite daran, "den Service so schnell wie möglich wiederherzustellen".
Schatz im Datensee: großer Fund von gestohlenen Daten
Die amerikanische IT-Sicherheitsfirma Finjan Inc. teilte am Dienstag mit, sie sei auf einen Server voller gestohlener Daten gestoßen. Dabei handele es sich sowohl um privates wie auch kommerzielles Material . Von den USA über Europa (darunter auch Deutschland) bis nach Indien seien mehr als 40 Finanzinstitute betroffen. Während seiner dreiwöchigen Aktivitätsphase wurden auf dem Server 1,4 Gigabyte vertrauliches Material gesammelt. Hauptsächlich sollen dies Logfiles, Personalangaben, Versicherungs- und Kreditkartendaten sowie medizinische Patientendaten gewesen sein. Erschreckendes Detail: Der Server selbst hatte keinerlei Abschirmung, das heißt, buchstäblich jeder hätte über das Internet darauf Zugriff nehmen können.
Kanada: Baby stirbt nach VoIP-Notruf
Dass auch auf moderne Technik nicht immer Verlass ist, musste letzte Woche eine Familie im kanadischen Calgary erfahren. Als ihr 18 Monate altes Kind ernsthaft erkrankte, riefen die Eltern über ihr Internettelefon die Notrufnummer 911 an. Allerdings teilte der VoIP-Provider der Leitzentrale die falsche, frühere Wohnadresse der Anrufer mit, sodass der Rettungswagen das falsche Haus ansteuerte - mehr als 4.000 Kilometer entfernt.
Nach einer halben Stunde vergeblicher Wartezeit riefen die besorgten Eltern vom Festnetzanschluss ihrer Nachbarn nochmals den Notruf, und diesmal war der Rettungswagen innerhalb weniger Minuten da, doch leider zu spät, das Kind starb im Krankenhaus .
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