Netzwelt-Ticker Pornoindustrie entdeckt Google TV
Vivid: Das US-Unternehmen optimiert seine Angebote für Google TV
Google bemüht sich, mit Google TV ein ernstzunehmender Pay-TV-Anbieter zu werden - und bekommt jetzt Unterstützung aus der Pornoindustrie. Der Erotikproduzent Vivid Entertainment will künftig einen Sexkanal bei Google TV anbieten. "Es ist ein zentraler Bestandteil unseres Konzepts, Vivid-Inhalte überall verfügbar zu machen," teilt Vivid-Mitgründer Steven Hirsch mit . Der neue Sexkanal wird für Web-Kunden von Vivid kostenlos empfangbar sein - als App, Googles Umdeutung des Begriffs Fernsehkanal.
Diese Vivid-App ist nichts anderes als eine speziell aufbereitete HTML-5-Fassung der Vivid-Website und bietet das ganz normale Web-Programm aus hochauflösenden Videos, Bildern und ein paar schriftlichen Anmerkungen.
Wie steht Google zu dem Angebot? Dem Konzern lässt sich keine handfeste Stellungnahme entlocken . Per E-Mail erklärt Google Deutschland nur schwammig: Die Vivid-App sei nicht spezifisch für Google-TV gemacht, sondern nur dafür optimiert, jeder könne eine Website aufmachen und sie für verschiedene Geräte aufbereiten, unter anderem für Google TV. Wer solche Angebote anstößig finde, könne sie ganz einfach sperren.
Darpa bittet um Mithilfe: Macht unsere Netze sicher
Die US-Militärforschungsbehörde Darpa will den Schutz von Drohnen, U-Booten und Lastern "crowdsourcen", also von einer diffusen Masse ertüfteln lassen. Ein Goliath muss sich vor einer Horde Davids schützen - das ist das Bild, das die Darpa zeichnet. Eine Lösung: Lass die Community ran. Per Computerspiel könnten Massen von freiwilligen Helfern rekrutiert werden, die - in diesem Computerspiel! - Lücken in der Software der US-Verteidigung ausfindig machen. Wie das prinzipiell funktionieren soll, zeigt eine Darpa-Präsentation, die "Wired" veröffentlicht.
Was am Dienstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war
- Wie viel ist eigentlich so eine Internetidentität wert? Im Zehntausender-Pack ein Sechstel-Cent, hat Brian Krebs in einem "schwarzmarktfreundlichen" Verkaufsforum herausgefunden.
- Wie groß ist eigentlich das Internet aus einer wirtschaftlichen Perspektive? Die Berater von McKinsey haben sich an der großen Addition versucht: 200 Millionen Menschen (das ist nur ein 35tel der Weltbevölkerung!), 8 Billionen Dollar, 21 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der größten Wirtschaftsysteme der letzten fünf Jahre, größer als das BIP Spaniens oder Kanadas, schneller wachsend als das Brasiliens.
- 'Wir brauchen unser eigenes Internet!', fordern Hacker und Bürgerrechtsaktivisten schon lange. Jetzt formierte sich bei Reddit das Darknet Projekt - ein wirklich ambitionierter Plan, den Traum vom wirklich freien Parallelnetz zu verwirklichen.
- Common Crawl veröffentlicht fünf Milliarden indizierte Websites samt ihres Page Ranks (Googles Einschätzung der relativen Wichtigkeit einer Seite): Ist das nun eine riesige Chance für Web-Entwickler und Forscher , eine Fundgrube für Hacker oder ein Supergeneralangriff auf Googles geheimen Sortier-Algorithmus ?
- Noch eine Zertifikat-Ausgabestelle muss nach einem möglichen Hacker-Angriff das Geschäft (vorerst) einstellen: KPN Corporate Market , immerhin einer der größten IT- und Telko-Dienstleister der Niederlande, hat am Freitag eingeräumt, einer vier Jahre zurückliegenden (!) Anomalie auf der Spur zu sein - vielleicht ein Hacker-Angriff.
- Wer ist schuld am großen weltweiten Internetausfall am Montag? Wahrscheinlich Router der Marke Juniper , deren Firmware einen außerplanmäßigen und total unpassenden Reset durchführte.
- Deutsche Sicherheitsforscher der Ruhr-Universität Bochum haben die Oyster-Card des Londoner Nahverkehrs geknackt , aber die Oyster-Card-Ausgeber wollen nichts vom Hack wissen.
- Amerikanische Gefängnisanlagen sind nicht vor Hackern sicher - in den meisten amerikanischen Gefängnissen steuert eine hackanfällige Software etwa die Türen.
- Mister Wong soll verkauft werden, meldet Netzwertig . Mister Wong, das ist deutsche Dotcom-Geschichte, ein Social-Bookmarking-Tool, wie es eigentlich dank Facebook, Twitter, Reddit nicht mehr nötig ist.
- Die Sonne scheint, die Mittagspause nähert sich einem tragischen Ende, in der Kantine gab's heute wieder nur Gefängnisfraß? Keine Sorge: Es gibt da ein kleines Musikvideo, das alles wieder heile macht.