Netzwelt-Ticker: Privatsphäre nur noch in der Wüste - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Privatsphäre nur noch in der Wüste

Soll Google Straßen und Städte und Privatmenschen einfach so für Google Streetview abfotografieren dürfen? Klar, meint Google, totale Privatsphäre ist doch sowieso nur ein Mythos! Außerdem: Neue Enthüllung zum ACTA-Geheimabkommen, YouTube-Wichtigtuer verhaftet und neue iPod-Gerüchte.
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Mashable mokiert sich über die Briten : Kein Problem hätten sie damit, ständig von unzähligen Überwachungskameras beobachtet zu werden. Aber dann Terz machen wegen Google Street View, Googles Wir-fotografieren-Straßenzüge-Projekt. Eine Kommission hörte sich die Sorgen britischer Bürgerrechtler an und kam heute zum Schluss: Google darf die Städte und Straßen Großbritanniens abfotografieren. Aber nur, solange Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht werden und problematische Bilder auf Anfrage gelöscht werden.

Dem voraus ging eine Beschwerde zweier Eheleute aus Pittsburgh im US-Staat Pennsylvania. Das Ehepaar verklagte Google, nachdem ein Auto der Google-Foto-Flotte auf ihrem Grundstück Fotos machte – unter anderem von ihrem Swimmingpool. Google wehrt sich gegen die Vorwürfe und zitiert dafür laut "The Register" das American Law Institute , demzufolge "totale Privatsphäre in dieser Welt nicht mehr existiert, außer in einer Wüste." Doch Google wäre nicht "der zur globalen Gefahr gewandelte Suchgigant" ("The Register"), wenn das Unternehmen nicht noch einen draufsetzen würde: Dank Satellitenfotografie gebe es heute nicht mal mehr in der Wüste totale Privatsphäre. Google schließt: Wenn man einen Pool aus dem Weltall fotografieren darf, dann darf man das auch vom Boden aus. Der Schutz der Privatsphäre scheint eine Aufgabe für die Schädeldecke zu werden …

ACTA: In Kanada darf Industrie mitmischen, aber nicht Verbrauchergruppen

Juraprofessor Michael Geist enthüllt im "Toronto Star" , dass bei der Ausgestaltung des geheimen Anti-Piraterie-Vertrags ACTA zwar Rechteinhaber der Platten-, Film- und Videospielindustrie mithelfen können, nicht jedoch Datenschützer, NGOs oder Vertreter der Netzbürger. Diese neue Information dürfte für noch mehr Aufregung unter Bürgerrechtlern sorgen, die das ACTA-Abkommen bereits jetzt als brandgefährlich einstufen. Das Abkommen soll Rechte an geistigem Eigentum strikt sichern, zur Not mit Internet-Filtern, verschärften Kontrollen von Datenträgern an Grenzen und mit der erzwungenen Hilfe der Internet-Anbieter.

Drohvideos: New Yorker verhaftet

Weil er dem Babynahrungshersteller Gerber mit Internet-Videos gedroht haben soll, ist ein 42-jähriger Mann in New York festgenommen worden. In mehreren Videos, die er auf Seiten wie YouTube, Worldstarhiphop.com oder Mediatakeout.com hochgeladen hatte, verkündete ein maskierter Mann mit dem Pseudonym Trashman, dass Gerber-Mitarbeiter in seinem Auftrag Millionen Flaschen Babynahrung mit Zyanid vergiftet hätten - um Babys zu töten. Gerber gab später laut Reuters Entwarnung : Alles nur eine leere Drohung, es wurde keine Babynahrung vergiftet. Dem Festgenommenen drohen nun bis zu zehn Jahre Haft - wenn sich der Richter nicht davon überzeugen lässt, dass der Trashman nur ein Wichtigtuer mit schlechtem Humor ist. In einem anderen Video verkündete der Maskierte so zum Beispiel bereits, 10.000 Afroamerikanerinnen mit HIV infiziert zu haben. Ein anderes Mal nahm er sich selbst bei reichlich unlustigen Telefonstreichen auf.

Ipod-Gerüchte: Billiger, mehr Speicher, GPS

Nachdem Apple kürzlich seinen Resellern zuriet, ihre Vorräte an iPods und MacBooks aufzustocken, kommen nun Gerüchte auf: Warum das ganze? Crunchgear fasst die Vermutungen zusammen: Demnächst kommen billigere iPods mit mehr Speicher und möglicherweise gar GPS. Crunchgear spekuliert auf einen neuen 64-Gigabyte iPod Touch und einen 50 Dollar günstigeren 8-GB-iPod. Der iPod nano könnte auf 16 GB aufgerüstet werden und möglicherweise bald schon – bei neuen Gehäusefarben – das Format wechseln: Von 1,33:1 zum iPhone-Seitenverhältnis von 1,5:1. Ähnliches sehen die Gerüchte für einen neuen iPod shuffle vor: 4 Gigabyte beim Einstiegspreis von rund 50 Dollar.

Flickr-Mitgründerin mit neuem Start-up

Caterina Fake, Mitgründerin der Foto-Community Flickr, verließ im Juni das Unternehmen um jetzt beim New Yorker Start-up Hunch eine wichtige Rolle einzunehmen. In ihrem Blog betitelt sie sich als neue "Chief Product Officer, Vorstandsmitglied und hiesige Facebook-App-Skeptikerin ". Die Frage ist jetzt natürlich: Was ist Hunch? Im "The Social"-Blog auf Cnet News.com vermutet Caroline McCarthy  dahinter eine Website, die mithilfe "kollektiver Intelligenz" Empfehlungen zu praktisch allem geben kann. Eine Art Superversion der Gelben Seiten. Solchen Empfehlungs-Websites sind nichts neues – man denke nur an die Preisvergleichsseiten, oder an Qype.de und Last.fm.

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