Netzwelt-Ticker: Programmierer prangert Apple-Sicherheitslücke an - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Programmierer prangert Apple-Sicherheitslücke an

Porno-Downloads aus P2P-Börsen ziehen Abmahnungen nach sich, die Festplattenverschlüsselung bei Windows und OSX wurde mit Eisspray geknackt, ein Über-Rootkit entfernt eine andere Malware und im Vereinigten Königreich gehen einmal wieder Daten flöten. Das und mehr im Überblick.
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Eine Sicherheitslücke führt dazu, dass auch im Betriebssystem OSX Passworte lange Zeit im Arbeitsspeicher vorgehalten werden, berichtet das US-Fachmagazin News.com . Die Folge: Wer Zugang zu dem Mac hat, könnte sich über diese Lücke auch in ein Kennwort-geschütztes OSX einloggen. Entdeckt hat diese Sicherheitslücke der US-Programmierer Jacob Appelbaum. Er sagte News.com: "Das ist ein echtes Problem und muss behoben werden."

Appelbaum hatte diese Woche bereits mit Kollegen eine andere Sicherheitslücke öffentlich gemacht, die Mac- und Windows-Systeme betrifft. Wer sensible Daten auf dem Laptop mit sich herumträgt und vor hinterlistigen Freunden und Ehepartnern verstecken will, setzt gern Programme zur Laufwerksverschlüsselung ein. FileVault heißt ein bekanntes für Apples OSX-Betriebssystem, BitLocker das von Microsoft. Sie sichern die Festplatte mit einem digitalen Vorhängeschloss gegen Zugriff - doch nicht sicher genug, wie neun Informatiker aus San Francisco und von der Princeton University jetzt mit einem neuen Angriff bewiesen haben.

In einem am Donnerstag veröffentlichten Paper (PDF-Datei)  stellen sie ihren "Cold Boot"-Angriff vor. Der ermöglicht einem Angreifer den Zugriff auf den Arbeitsspeicher, schlicht indem man einen Laptop über ein Netzwerk oder ein USB-Laufwerk bootet und dann im RAM nach den Kryptografie-Schlüsseln sucht. Einzige Vorraussetzung: Der Computer muss bereits angeschaltet sein.

Der typische Hackfall wäre deshalb: Ein Nutzer schaltet den Computer nicht aus, der Bildschirmschoner aktiviert sich und gibt den Computer nur gegen ein Passwort wieder heraus. Ein Hacker, Mitarbeiter der Flughafen-Sicherheit oder der neugierige Ehepartner bootet den Rechner neu, liest dessen Arbeitsspeicher mit den Daten-Fragmenten von vor dem Reboot aus und knackt damit das Passwort zur Laufwerksverschlüsselung. Falls Hardware-Hersteller das Problem angehen, indem sie einfach diverse Zugriffe während der Boot-Phase verbieten - dafür haben die Forscher bereits eine Lösung: Eisspray. Mit ihm kühlt man die Arbeitsspeicher-Chips, um sie in einen anderen Rechner zu transplantieren, von dem aus man die Datenüberreste ausliest.

Die Lehre aus der Geschichte: Alle Verschlüsselungen sollte man nur als Aktenkofferschloss betrachten. Sicher genug, um Daten kraft eines schlechten Langzeitgedächtnisses vor sich selbst zu verstecken, aber bereits leicht genug zu knacken für die eigenen Kinder.

Pornofilmer mahnen Tauschbörsen-Nutzer ab

Pornofilme über Tauschbörsen zu laden, wird immer gefährlicher, warnt Rechtsanwalt Udo Vetter vom Lawblog : Eine Regensburger Anwaltskanzlei verschicke im Auftrag von Erotik-Filmverlagen Abmahnungen an Uploader. Wie die Unterlassungserklärungen funktionieren, erklärt Heise.de . Leser des Lawblog berichten in Kommentaren von Kosten über 250 Euro pro Film.

Malware entfernt Konkurrenz-Rootkits

Zum Glück sind nicht alle Superhacker so gemein wie (die eigenen?) Kinder. Channelregister.co.uk hat von einer Malware, also einem Schadprogramm,  erfahren, das andere Schadprogramme unschädlich macht - nur um seine eigenen Super-Routinen auf einem Rechner zu verstecken. Der Pandex-Trojaner installiert sein eigenes Rootkit und hindert andere Rootkits am Systemzugriff.

Rootkits sind Programme, die sich auf einer tieferen Systemschicht verstecken als normale Trojaner und Viren. Sie blenden Antivir-Programme, protokollieren Tastatureingaben und senden die gesammelten Daten zurück an den Hacker. Zwar ist Pandex nicht der erste Übelcode, der seiner Konkurrenz den Garaus macht; Channelregister aber zeigt sich beinahe schon begeistert davon, wie toll Pandex programmiert ist. Sozusagen der Tyrannosaurus Rex unter den Trojanern, der eiskalte Maradonna des Viren-Fußballfelds.

Wieder Datenpanne in UK

Die armen Briten: Schon wieder gab es eine Datenpanne mit vertraulichen Regierungsdaten im Vereinigte Königreich . Die ORF Futurezone: Die Polizei untersuche derzeit den Fund einer CD mit Daten aus dem Innenministerium, die in einer Reperaturwerkstatt für Computer in Manchester aufgetaucht seien, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Offenbar sei der Laptop im Internet ersteigert und zur Reparatur in eine Werkstatt gegeben worden, berichtet der Guardian . Im Inneren des Computers sei eine CD mit dem Vermerk "Home Office Confidential" gefunden wurden. Die Informationen auf CD wie Computer seien jedoch verschlüsselt und damit auch vor unerlaubtem Zugriff geschützt gewesen (wie beruhigend das ist: siehe oben).

Dies ist nicht die erste Datenpanne im UK: Erst im Januar waren dem britischen Militär Informationen über rund 600.000 potentielle Rekruten gestohlen worden. Ende letzten Jahres verschwanden aus britischen Gesundheitszentren Daten von über 100.000 Patienten und eine CD-Rom mit Informationen über Führerscheinkandidaten. Im November waren außerdem zwei Datenspeicher, wohl DVDs mit Informationen über 7,25 Millionen Familien, die Kindergeld beziehen, auf dem Postweg abhanden gekommen.


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