Netzwelt-Ticker Reich durch Spam
US-Dollar und chinesische Yuan: Mit dem Versand unerwünschter E-Mail-Werbung lassen sich stattliche Summen verdienen
Foto: A2800 epa Qilai Shen/ dpaTausende osteuropäische Computerexperten verdienen täglich bis zu 2.800 Euro mit Spam-Kampagnen, mit denen sie illegale Penis-Pillen, betrügerische Antiviren-Software und gefälschte Luxusprodukte bewerben, die an anderer Stelle verkauft werden. Das zumindest will Antiviren-Experte Dmitry Samosseiko vom kanadischen Ableger der Computer-Sicherheitsfirma Sophos in einer Spam-Analyse herausgefunden haben.
Ihm zufolge gehen die meisten Spam-Mails und Spam-Nachrichten in sozialen Netzwerken auf ein gut-organisiertes russisches Affiliate-Netzwerk zurück, das sogenannte "Partnerka". Dieses bezahlt Leute großzügig dafür, Netznutzern die illegale Ware aufs Auge zu drücken. "Tausende dieser Affiliates, jeder ein "Webmaster", arbeiten Tag und Nacht daran, so viele Nutzer in die illegalen Webshops zu leiten , wie möglich," heißt es in dem Report (PDF, 1,16 MB). Das geht am besten mit Spam-Mails, die von gigantischen Botnetzen verteilt werden, mit Angriffen auf soziale Netzwerke und Instant-Messenger-Spam - die Terror-Triade des alltäglichen Internet-Stress.
EU will MP3-Player leiser machen
Die Europäische Kommission hat am Montag neue Lautstärke-Standards für MP3-Player vorgeschlagen , um Musikhörer besser vor Ohrenschäden zu schützen. Der neue Standard wird nur kleinere Änderungen an iPods und anderen MP3-Abspielgeräten nötig machen, damit standardmäßig eine ungefährliche maximal Lautstärke eingestellt ist, heißt es in einer Zusammenfassung der Nachrichtenagentur Reuters.
Mit Videokamera und Radio: Der neue iPod nano
Einige Player, darunter Apples iPods, haben so eine Hörschutz-Funktion längst eingebaut - nur ist sie nicht von Werk aus aktiv. Das soll sich ändern. Darüber hinaus soll eine Gesundheitswarnung angezeigt bekommen, wenn man den Hörschutz abschaltet. Die EU-Kommissarin für Verbraucherschutz, Meglena Kuneva sagte auf einer Pressekonferenz: "Es ist offensichtlich so, dass vor allem junge Menschen, die wöchentlich stundenlang laute Musik hören, nicht wissen, dass sie damit ihr Gehör einem Risiko aussetzen."
In den nächsten 24 Monaten soll der Standard die Norm für neue Produkte werden. Bis dahin wolle man sich mit den Meinungen von Wissenschaftlern, der Industrie und den Verbrauchern auseinandersetzen.
Schadcode-frei durch Ameisenkraft
Ausgerechnet Ameisen dienen US-Computerexperten als Vorbild, wie man Malware, also schädliche Software in Computersystemen besser bekämpfen könnte. Die Forscher setzten unzählige digitale Ameisen, kleine Softwareautomaten in einem Computernetzwerk aus. Die in 3000 unterschiedlichen Bereichen spezialisierten Progrämmchen machten sich unabhängig voneinander auf die Suche nach Schadprogrammen. Dabei hinterließen sie digitale Duftspuren, deren Intensität stieg, wenn eine Ameise ein mögliches Problem, etwa einen Computerwurm ausmachte. Je mehr unterschiedlich programmierte Ameisen dieser Einschätzung folgten, desto auffälliger wurde das jeweils untersuchte Detail für Menschen, der sich dann um das Problem im Programm kümmern konnte.
Vorteil der digitalen Ameisen-Armee: Sie verbraucht wenig Ressourcen, kaum Rechnerkraft, wandert problemlos zwischen vernetzten Rechnern hin und her. Computernutzer, die sich nun sorgen, dass diese Ameisen, einmal aufs Netz losgelassen, auch selbst zum digitalen Ungeziefer anwachsen könnten, seien beruhigt: Ohne spezielle Aufpasser-Software können sich die Datengeister nicht ausbreiten.
China blockiert teilweise Tor
Im offiziellen Blog des Anonymisierungsdienstes Tor heißt es, dass die chinesischen Behörden die öffentlichen Verzeichnislisten und Verteilterknoten seit dem 25. September 2009 mit einfachen IP-Sperren blockieren. Derzeit seien 80 Prozent der Server blockiert. Chinesische Tor-Nutzer können aber immer noch über die sogenannten "Bridges" anonym surfen, jedoch erheblich langsamer als zuvor. Die Tor-Blockade durch die "Große Firewall" kommt nicht unerwartet. Schon im letzten Jahr wurde versucht, den populären Anonymisierungsdienst in China lahmzulegen. Das Tor-Blog ruft deswegen auf: "Wenn Sie Leuten in China helfen wollen, unzensiert surfen zu können, betreiben sie eine Bridge."
Warner Music bald wieder bei YouTube
Musikvideos von Künstlern wie Madonna oder Green Day könnten bald wieder auf YouTube zu sehen sein. Der Portalbetreiber Google stehe kurz vor einer Einigung mit dem Musikkonzern Warner Music, berichteten das US-Fachmagazin "Advertising Age" und das "Wall Street Journal" am Dienstag. Im Dezember 2008 hatte YouTube alle Warner-Inhalte von der Seite nehmen müssen, nachdem Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung gescheitert waren. Musikvideos gehören zu den populärsten Kategorien auf YouTube, der führenden Video-Website. Warner Music werde mit dem Deal Werbung im Umfeld der Videos vermarkten und den Großteil der Erlöse behalten können, hieß es im "Wall Street Journal".
dpa
Liebeslied für Apple-Liebhaber
Wie hört sich das eigentlich an, wenn einer dieser Apple-igen Edelnerds seiner Angebeteten den Hof macht? Gar nicht so schräg, wie man meinen würde: Die New Yorker Rap-Truppe FattySpins nahm ihren "Apple Store Love Song" in einem echten Apple-Laden auf - und wurde wohl auch deshalb nicht daran gehindert, weil der Text voller Product-Placements für Apple steckt, statt so schmutzbuckelig wie die anderen Songs des Trios daherzukommen. Möglich, dass sich das zu einer neuen Variante der viralen Werbung auswächst: Zur Doppelkampagne für die Band und den Computerverkäufer.
pat
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