Netzwelt-Ticker Rupert Murdoch verramscht MySpace
MySpace-Website: 100 Millionen für 100 Millionen Nutzer
Das darf mit allem Recht ein mieses Geschäft genannt werden: Vor sechs Jahren übernahm Medien-Zar Rupert Murdoch das damals angesagte Musikportal MySpace für 580 Millionen Dollar. Doch seitdem ist der Ruhm der einst meistbesuchten Web-Seite verblasst. Das Online-Angebot steht zum Verkauf, und Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wird das dem Besitzer nicht mehr als 100 Millionen Dollar einbringen. Zwar gibt es einige Interessenten, darunter die Beteiligungsgesellschaften THL Partners, Redscout Ventures und Criterion Capital, zu der das soziale Netzwerk Bebo gehört. Doch weder sie noch ein möglicher Käufer aus China, die Internet-Holding Tencent, dürften den Preis allzu hoch treiben, erwartet man bei Reuters.
MySpace war im Wettlauf der Online-Netzwerke vom Rivalen Facebook abgehängt worden. Facebook wuchs immer schneller und hat inzwischen rund 600 Millionen Nutzer. MySpace steckte dagegen lange bei gut 100 Millionen Mitgliedern fest, derzeit laufen laut Medienberichten die Nutzer zu Millionen davon. Mit der gesunkenen Bedeutung schwanden auch die Werbeumsätze und die Hoffnung auf Gewinne.
Zuletzt versuchte der einstige Marktführer, sich als Unterhaltungsplattform neu zu erfinden. Vor einigen Wochen war deshalb auch dem Online-Musikdienst Vevo ein Interesse an MySpace nachgesagt worden. Inzwischen sei es jedoch abgekühlt, schrieb das "Wall Street Journal" jetzt. Es würden verschiedene Varianten für einen Verkauf durchgespielt, hieß es unter Berufung auf einen Beteiligten.
Bereits im Januar entließ MySpace-Chef Mike Jones die Hälfte der damals noch rund 1000 Mitarbeiter, darunter auch alle 30 Beschäftigten in Deutschland. Branchenexperten schlossen schon damals nicht aus, dass MySpace einfach dichtgemacht werden könnte, wenn sich kein Käufer findet.
(dpa)
Angebliche erneute Cyber-Attacke auf Iran wirft Fragen auf
Stuxnet reloaded? Am Dienstag machten Meldungen die Runde, es habe einen erneuten Cyber-Angriff auf den Golfstaat gegeben. So jedenfalls hatte sich der Chef der iranischen Zivilverteidigung Gholamreza Jalali geäußert. Der neue Wurm trage den Namen "Stars" und habe bereits zahlreiche Regierungsrechner befallen. Allerdings konnte Jalali keinen Beweis für seine Behauptung erbringen. Kevin Haley, leitender Direktor beim IT-Sicherheitsunternehmen Symantec, erklärte, sein Team hätte bislang kein Exemplar dieses Schadprogramms gefunden. Auch hätten die iranischen Stellen nicht, wie sonst in solchen Fällen üblich, den Quellcode des Wurms veröffentlicht. "Normalerweise werden solche Musterbeispiele unter Sicherheitsanbietern ausgetauscht."
Im Falle Irans sei die Sache "ein bisschen schwieriger, weil wir keine direkten Beziehungen dorthin haben", so Haley.
Amazon nimmt eigenen Bezahldienst in Deutschland in Betrieb
Amazon-Kunden können nun auch in anderen Online-Shops über ihr Amazon-Konto bezahlen. Händler können den Amazon-Service einfach in ihre Angebotsseiten integrieren, "Bezahlen über Amazon" heißt die nun auch in Deutschland verfügbare Funktion.
Ein Schritt, mit dem sich das Online-Kaufhaus als direkter Konkurrent zum Bezahldienst-Anbieter PayPal positioniert. Für Kunden bringt die Vereinfachung zusätzlich die "A-Z-Garantie", die eine schnelle Lieferung und den guten Zustand der Ware gewährleisten soll. Händler müssen pro erfolgtem Einkauf eine Gebühr von 35 Cent sowie eine umsatzbezogene Gebühr entrichten.
Ungesichertes W-Lan führt zu Verhaftung wegen Kinderpornografie
Einem Familienvater in den Vereinigten Staaten brachte die ungesicherte Nutzung seines W-Lans ein böses Erwachen: Polizisten traten seine Tür ein, warfen ihn die Treppe hinunter und beschimpften ihn mit vorgehaltener Waffe als "Pädophilen". Doch nachdem die Beamten auch nach genauester Untersuchung nichts Verdächtiges auf dem Rechner des Mannes gefunden hatten, mussten die Vorwürfe zurückgenommen werden. Der Verdächtige hatte tatsächlich die Wahrheit gesagt. Nicht er war es, der kinderpornografisches Material heruntergeladen hatte.
Dabei hatten die Behörden eigentlich alles richtig gemacht. Sie ermittelten durch die IP-Adresse Namen und Wohnort des Anschlussinhabers, allerdings hatten sie nicht überprüft, wer alles Zugang zum Netzwerk des potentiellen Straftäters hatte. Die Antwort: im Prinzip jeder in der Nähe. Denn der gute Mann besaß noch nicht einmal ein Passwort, um sein W-Lan abzusichern.
Nun forschten die Polizisten weiter, um herauszufinden, wer sich nun eigentlich das kriminelle Material auf den Rechner lud. Nach ein paar Tagen stellten sie fest, dass es der 25-jährige Nachbar gewesen war und nahmen ihn fest. Für die Behörden ist die Geschichte ein warnendes Beispiel. Ihr Rat: Schützen Sie Ihren W-Lan-Router mit einem Passwort.
Auch das noch:
- 39 Prozent der Smartphonebesitzer nutzt das Gerät auch auf dem Klo
- AOL will in einer Woche 8000 unbezahlte Blogger anstellen
- Geringes Entwicklerinteresse für Symbian und webOS
- Die ultimative Infografik über PC- und Mac-Nutzer