Netzwelt-Ticker Schlüpfriger Urheberrechtsstreit
Urheberrechte: Pornofirma verklagt Microsoft
Suchmaschinen suchen nicht nur nach Wörtern oder Texten, sondern genauso nach verschlagworteten Fotos. Die werden dann als Thumbnails angezeigt, wobei es dem Suchalgorithmus völlig egal ist, ob der entsprechende Link auf eine Seite führt, die möglicherweise geklaute Bilder verwendet. Genau aus diesem Grund hat "Perfect 10", einer der größten amerikanischen Produzenten von Nacktfotos, Microsoft verklagt . Dessen Windows Live Search würde auf Seiten mit urheberrechtlich geschütztem Material verlinken. Was ja richtig ist, nur geschieht das eben automatisch. Obwohl "Perfect 10" mit ähnlichen Klagen gegen Google oder Amazons Suchdienst gescheitert ist, versuchen es die Erotiker jetzt erneut. Denn Microsoft würde durch seine Verlinkungen zusätzlich auch noch Werbeeinnahmen von Seiten mit illegalem Material erhalten. Für das Unternehmen gehe es um Leben und Tod, so Firmenchef Norm Zada. Weil auch das eigene Bildmaterial mittlerweile kostenlos im Internet angesehen werden könne, habe man bereits gedruckte Magazine mit Nacktbildern vom Markt nehmen müssen.
Studie: Nur jeder fünfte Konsument will erneut Videos herunterladen
Im Zeitalter von Amazon & Co. geben die meisten auf die Videothek an der Ecke keinen Pfifferling mehr. Aber vielleicht zu Unrecht, wenn man eine Studie für dieses Marktsegment näher betrachtet. Das Marktforschungsunternehmen "Parks Associates" hat festgestellt, dass der Anteil von Kunden, die mit aus dem Internet heruntergeladenen Videos zufrieden sind, ziemlich klein ist . Vor Beginn der Studie erwarteten die Marktforscher, dass die meisten Verbraucher vor allem mit unlizensiertem Material, wie man es zum Beispiel auf Youtube häufig findet, wegen der miserablen Bildqualität unzufrieden seien. Aber auch diejenigen, die sich ausschließlich gesetzestreu auf Kaufvideos beschränken, sind nicht besonders glücklich mit dem Gebotenen. Weder sind die Verbraucher von der Angebotsbreite kommerzieller Anbieter sonderlich beeindruckt noch vom Preisniveau: 16 Prozent der insgesamt 13.000 Befragten waren mit der Auswahl erhältlicher Videos zufrieden, und nur 13 Prozent empfanden die verlangten Preise als angemessen. Was zu einer naheliegenden Konsequenz führt: Nur 19 Prozent bejahten die Frage, ob sie vorhätten, auch zukünftig Videos aus dem Internet herunterzuladen. Gute Nachrichten für DVD-Produzenten, aber sicher nicht das, was iTunes Store & Co hören wollten. Technischer Schnickschnack ersetzt eben nicht in jedem Fall den persönlichen Schwatz an der Ladentheke.
Großbritannien: Ausschreibung für biometrische Ausweise hat begonnen
Unter der Überschrift "Kampf gegen den Terror" brechen die Briten mit vielen liebgewordenen Gewohnheiten, und das erstaunlicherweise ohne jegliche besondere öffentliche Aufregung. Seit ihrer Abschaffung nach dem Zweiten Weltkrieg gab es auf der Insel keine Personalausweise mehr, doch gestern gab die britische Regierung den Startschuss für die Ausschreibung zur Herstellung der neuen biometrischen Personaldokumente . Das Megaprojekt soll in den kommenden zwei Jahren sämtliche Untertanen ihrer Majestät mit Plastikkarten ausstatten, die Daten über die Fingerabdrücke, den Irisscan und zur Gesichtserkennung enthalten. Mit mehr als 7,5 Milliarden Euro im Lauf der kommenden Dekade sind die Kosten mehr als großzügig veranschlagt. Die Ausweiskarten stellen das bislang umfangreichste Projekt im Bereich Sicherheit dar und wurden bereits im Vorfeld von Kritikern als Bedrohung für die Bürgerrechte und als teurer Flop getadelt. Die konservative Opposition kündigte an, sie werde im Falle eines Sieges bei den nächsten Unterhauswahlen alle geplanten Maßnahmen stoppen. "Dieses Projekt wird nichts zur Verbesserung unserer Sicherheit beitragen", sagte der innenpolitische Sprecher der Tories, David Davis.
Fälschungen und Reliquien auf eBay
Früher standen die Betrüger am Straßenrand und verkauften die Hemden mit dem Krokodil so günstig, dass jeder wusste, hier gibt's eine Fälschung zu kaufen, wenn auch günstig. Im Internetzeitalter sind derlei Tricksereien viel einfacher geworden, davon sind besonders Internetauktionshäuser wie eBay betroffen. In Bochum wurde jetzt ein Mann zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, der nachgemachte Markenware mit den Labels von Joop und Gucci über eBay verhökert hatte. Dabei richtete er bei mehreren Tausend Verkäufen insgesamt einen Schaden von 700.000 Euro an. Der 36-Jährige trat keineswegs als Einzelkämpfer auf, sondern als Kopf einer bundesweit agierenden Betrügerbande. Neben der Freundin des Hauptangeklagten müssen sich sieben weitere Komplizen ebenfalls vor Gericht verantworten.
1500 Dollar für einen Schmierfleck
Ohne irgendeine Betrugsabsicht handelte dagegen eine Familie im US-Staat Virginia, der ein Schmierfleck auf dem Garagenboden unverhofft mehr als 1.500 Euro eingebracht hat. Aus Spaß boten sie den Klecks aus Dichtmasse, der in ihren Augen dem Antlitz Christi ähnelte, beim Internet-Auktionshaus eBay zum Verkauf an. "Um ehrlich zu sein, ich dachte nicht, dass ich überhaupt etwas dafür bekomme", sagte die Lehrerin Deb Serio. Sie sollte sich irren: Das höchste Gebot lag am Mittwoch bei 1.525,69 Dollar, umgerechnet mehr als 1.100 Euro. Ein Bauarbeiter entfernte das entsprechende Stück Beton inzwischen aus der Garage der Familie. Es soll jetzt dem Käufer geschickt werden.