Netzwelt-Ticker: Schweinkram beim Schülerverzeichnis - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Schweinkram beim Schülerverzeichnis

Sechs Monate braucht das SchülerVZ, um ein Jugendschutzsystem einzuführen. Vielleicht ein Jahr dauert es noch, bis Nintendo ein Sportprgramm für seine Wii-Konsole rausbringt. Und noch länger könnte Microsoft für sein Service Pack 1 für Windows Vista brauchen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit den eigenwilligen Guerillaaktionen war schon länger nichts mehr von SchülerVZ zu hören, der Vor-Uni-Variante der Studentenplattform StudiVZ. Bis gestern, da meldete Heise, dass die Betreiber bereits nach einem halben Jahr zum Schutz ihrer minderjährigen Klientel ein Jugendschutzsystem eingeführt hätten . In der vergangenen Woche hatte die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) die Plattformbetreiber auf fragwürdige Inhalte auf ihren Seiten aufmerksam gemacht, die teilweise von pornografischem Charakter waren.

Nicht, dass dergleichen plötzlich und überraschend kam, schon die studentische Mutterseite hatte im vergangenen Jahr mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Allerdings sollte man annehmen, dass auf Seiten der Betreiber ein ungleich höheres Bewusstsein für die Sicherheit der kindlichen Zielgruppe vorhanden sein sollte. Immerhin reagierten sie auf den FSM-Hinweis, schlossen mehr als 100 Diskussionsgruppen und verwarnten an die 20 Mitglieder wegen Verbreitung unzulässiger Inhalte.

Zusätzlich wurde ein Filter installiert, der die Suche nach einschlägigen Begriffen verhindern beziehungsweise auf leere Seiten führen soll. Außerdem sollen bestimmte Diskussionsgruppen nur noch ab einem Mindestalter von 16 Jahren zugänglich sein. Ein Altersüberprüfung wird aber nicht stattfinden, man vertraue da auf die Ehrlichkeit der Mitglieder. Was angesichts der Tatsache, das bei Anmeldung eines neuen Accounts jeder ein beliebiges, auch höheres Alter angeben kann, mehr als fahrlässig ist. Man muss über keine prophetischen Gaben verfügen, um demnächst neuen Ärger für das Berliner Kinderportal zu erwarten. Beim Gedanken an den Missbrauch von Kindern hört jede lässige Startup-Attitüde auf.

Online-Zeitungslesen boomt

In den Vereinigten Staaten wächst die Zahl derer, die auf das Onlineangebot von Zeitungen zugreifen, doppelt so schnell wie die Zahl der Internetnutzer allgemein. Das sind Zahlen, die Nielsen Net Ratings dem amerikanischen Zeitungsverband in einer Auftragsstudie miteilte . Immerhin 37,9 Prozent der 155 Millionen amerikanischen Surfer besuchten im ersten Quartal 2007 die Newsseiten mindestens einmal monatlich, was mehr als 5,3 Prozent über den Vorjahreswerten liegt. Und was besonders Marketingleute interessiert: Die Online-Zeitungsleser sind besser gebildet als der amerikanische Durchschnittsbürger, verdienen mehr Geld und lesen oder verfassen doppelt so häufig Produktrezensionen.

Wii in der Muckibude

Keine Lust mehr, stumpfsinnig einen Kilometer nach dem anderen auf dem Laufband oder strampelnd auf dem Ergometer abzureißen? Dann hat ein kanadisches Fitness-Studio ein neues Sportgerät im Angebot: die Wii-Konsole . Der Studioinhaber hat das Gerät zu einer Zirkeltrainingseinheit umfunktioniert, die es mit ihren bewegungsempfindlichen Sensoren den Nutzern ermöglicht, Lauftraining, Springen und Schattenboxen zu absolvieren.

Ein Sprecher des Geräteherstellers Nintendo meinte, von einem derartigen Gebrauch der Konsole habe man das erste Mal gehört. Der Besitzer des Studios gibt sich zufrieden: "Alle unsere Kunden haben gute Resultate, aber das beste Resultat, das wir sehen, ist das Lächeln auf ihren Gesichtern."

Seit die Spielkonsole im vergangenen Jahr auf den Markt kam, haben verschiedene Studien ihre Eignung für fitnessorientierte Aktivitäten bestätigt, nicht zuletzt auch zur Überraschung des Herstellers. Der plant nun, 2008 mit einer Sportversion namens "Wii fit" an den Markt zu gehen, die unterschiedlichste Leibesübungen im Programm hat, von Aerobic bis Yoga.

Vista SP1 erst 2009?

Es kommt, es kommt nicht, es kommt als Betaversion... Mittlerweile ist die Verwirrung über das Erscheinungsdatum des Servicepack Nummer Eins für Windows Vista vollständig. Dabei wird es von den Anwendern sehnlich erwartet, räumt doch das SP1 bei jedem neuen Betriebssystem mit den unweigerlich auftretenden Kinderkrankheiten und Macken auf. Firmenkunden machen den Wechsel auf ein neues System sogar vom diesem Update abhängig, weil sie natürlich auf größtmögliche Zuverlässigkeit im Betriebsablauf Wert legen.

Nun hat Microsoft Frankreich eine Terminliste für Geschäftskunden veröffentlicht, auf der auch das Vista SP1 auftaucht . Die französische Version ist dort für den Dezember 2007 angekündigt, wobei angenommen werden darf, dass es sich dabei um eine lokalisierte Sprachversion des englischen Originals handelt, das dann auch in anderen Sprachen zur Verfügung stehen sollte.

Allerdings war dem Bericht nicht zu entnehmen, ob es sich nicht doch nur um die Betaversion handelt. Was die Frage nach der Endversion des SP1 offenlässt. Diese Lücke wird nun wie üblich von Gerüchten gefüllt. Mit einem besonders originellen wartet Valleywag auf. Das Fachmagazin für IT-Klatsch will von Mitteilungen Microsofts an leitende Angestellte gehört haben, mit der Finalversion des SP1 sei nicht vor 2009 zu rechnen . Sollte das der Wahrheit entsprechen, dann wäre davon auch der Erscheinungstermin des Nachfolgesystems "Windows 7" betroffen, der dann wohl von 2010 weiter nach hinten rutschen dürfte.

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