Netzwelt-Ticker: Smalltalk-Trojaner frisst Daten - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Smalltalk-Trojaner frisst Daten

Ein neuer Trojaner löscht nicht nur Festplatten, sondern veräppelt dabei auch noch seine Opfer. Der Erfinder des Fischer-Dübels ist laut Gerichtsurteil kein Schwein. Und während bei Dell das Asia-Fieber ausbricht, wird Peking offiziell zur Weltvirenhauptstadt.
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"Ihre Systemdateien wurden gelöscht. Schönen Tag."

Stellen Sie sich vor: Ihr Computer erklärt Ihnen, er sei gerade dabei, sämtliche Ihrer Daten von der Festplatte zu löschen. Was wie ein Witz klingt, kann bittere Wahrheit sein - wie die spanische Antivirus-Firma Pandalabs berichtet . Ein Trojaner namens "Troj/BotVoice.A" lässt den Windows-Text-Reader immer wieder folgende Nachricht vorlesen:

"Sie wurden infiziert. Ich wiederhole: Sie wurden infiziert, und Ihre Systemdaten wurden gelöscht. Schönen Tag."

Währenddessen wühlt der Trojaner in der Registry Ihres Rechners, löscht Teile davon, benennt andere Dateien um, legt ganze Programme lahm. Immerhin: Die Bedrohung durch das sprechende Pferd ist nicht besonders hoch; es benötigt zu seiner Verbreitung die Hilfe argloser User, die es über Tauschbörsen oder E-Mails weitergeben.

Neu ist allerdings, dass diese virtuelle Abrissbirne nicht nur die Daten schreddert, sondern den Computer-Nutzer dabei obendrein kräftig veräppelt.

Vista SP1 erst 2008

Noch vor zwei Wochen schien es, als ob Microsoft das neue Windows Vista noch in diesem Jahr mit einem ersten Service Pack nachrüsten wollte. Stichtag wäre wohl der 12. November gewesen, weil an diesem Tag die Verlängerung der strengen Überwachung durch die US-Wettbewerbsaufsicht droht. Zumindest wenn die Redmonder in punkto Desktop-Suche keine weiteren Zugeständnisse machen. Kürzlich hatte Microsoft zumindest eingewilligt, die Desktop-Suche von Vista so zu ändern, dass der Betrieb konkurrierender Lösungen vereinfacht wird.

Der britische "Guardian"  weist nun auf eine Mitteilung des US-Justizministeriums hin : "Microsoft wird die erforderlichen Änderungen im Service Pack 1 von Windows Vista einführen. Microsoft erwartet, dass der Beta-Code zum Ende des Jahres verfügbar sein wird." Zu deutsch: Dieses Jahr wird das wohl nix mehr mit SP1. Für Microsoft bedeutet das finanzielle Einbußen: Viele Unternehmen warten vor dem Wechsel auf ein neues Betriebssystem das erste Service Pack ab, das die gröbsten Kinderkrankheiten ausbügelt. Dieser schöne Zusatzverdienst dürfte 2007 offenbar flöten gehen.

Asia-Wochen bei Dell

Bereits letzten Monat gab der Computerhersteller Dell die geheiligte Tradition auf, seine Geräte nur via Internet an den Mann zu bringen: Man startete den US-weiten Verkauf von Billig-PCs in Wal-Mart-Filialen. Nun, berichtet Reuters, stehe auch in Asien der Wechsel vom Direktvertrieb zum Handel bevor. Dells Südostasien-Chef Paul-Henri Ferrand sagte, man befinde sich schon mit einigen Handelsketten in Gesprächen , konkrete Namen nannte er nicht. China, Japan und Südkorea seien von der Initiative vorläufig ausgenommen.

Der Ausbau der bislang arg vernachlässigten Endverbrauchersparte könnte einen wertvollen Beitrag dazu leisten, Dells Geschäftszahlen aufzupolieren: Bisher macht Dell 85 Prozent seiner Umsätze im Geschäft mit Großkunden und staatlichen Behörden.

Peking wird Weltvirenhauptstadt

In China nimmt man es mit dem Urheberrecht bekanntlich nicht ganz so genau. Kein Wunder, dass im Reich der Mitte ein großer Teil der benutzten Betriebssysteme und Programme nicht legal erworben werden. Zwar sind solche Raubkopien schön billig; dafür bekommt der Anwender keinen Support und keine Sicherheits-Updates.

Die solchermaßen ungeschützten Rechner sind für Hacker leichte Beute, und eine ziemlich große Zahl dieser ungesicherten Geräte steht in Peking. Im Juni wurden 40 Prozent aller weltweit kursierenden Schadprogramme wie Viren und Trojaner von Rechnern aus der chinesischen Hauptstadt in den Umlauf gebracht. Das waren doppelt so viele wie noch im Mai, wie das britische IT-Sicherheitsunternehmen Network Box mitteilte .

Mittlerweile scheint unter den Hackern der Welt ein regelrechter Wettbewerb ausgebrochen zu sein, welche Gruppe die meisten Rechner mit den jeweils eigenen Produkten ausstatten kann. Findet eine Gruppe einen Rechner, auf dem bereits die Trojaner der Konkurrenz laufen, dann versuchen sie sogar, diese zu entfernen.

Dübel-Erfinder doch kein Schwein

Der 87-jährige Artur Fischer, Erfinder der Fischer-Dübel, ist kein Idiot, Hai, Schwein oder Wolf. Das bescheinigte dem Firmenpatriarchen gestern das Landgericht Heilbronn - und setzte damit vorerst einen Schlusspunkt unter den Fischer-Zwist  , der die Netzgemeinde seit Ewigkeiten auf Trab hält.

Das Urteil entzweit nun ausgerechnet Firmengründer Fischer und seine Tochter Margot, die ihrem Vater seit mehreren Jahren in heftigen Erbstreitigkeiten verbunden ist. Die behinderte Frau hatte 1984 einen Erbverzicht erklärt und später behauptet, sie sei von ihrem Vater dazu in betrügerischer Weise gedrängt worden. Das darf sie nun nicht mehr behaupten. Zudem ist es ihr untersagt, ihren Vater mit Tiernamen zu belegen - bei Androhung einer Ordnungsstrafe von 250.000 Euro. Magot wurde nun quasi per ordre de mufti dazu gezwungen, entsprechende Passagen von ihrer Internetseite  zu entfernen.

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