Netzwelt-Ticker: Sony eröffnet noch eine Online-Videothek - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Netzwelt-Ticker Sony eröffnet noch eine Online-Videothek

Sony liefert für die eigenen Internet-Fernseher eine Online-Videothek nach. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Die "New York Times" will 2011 Abogebühren fürs Webangebot verlangen und Navigationssysteme sollen den CO2-Ausstoß von Autos senken.
Web-Fernseher: Sony zeigte im Herbst diesen TV-Prototypen mit Google-Betriebssystem
Web-Fernseher: Sony zeigte im Herbst diesen TV-Prototypen mit Google-Betriebssystem

Web-Fernseher: Sony zeigte im Herbst diesen TV-Prototypen mit Google-Betriebssystem

Foto: KIM KYUNG-HOON/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Auf der Ifa in Berlin hatte Sony-Chef Howard Stringer persönlich das Video- und Musikportal Qriocity angekündigt. Ähnlich wie es Apple erfolgreich mit dem iTunes Store tut, will der japanische Konzern einen "unbegrenzten Zugang" zu Musik und Filmen anbieten. Zumindest eine Hälfte dieses Versprechens wird jetzt eingelöst: Der Filmverleih.

Ab sofort, so Sony, können sich Besitzer eines 2010 gekauften Fernsehers, Blu-ray-Players oder Heimkino-Systems ein kostenloses Update herunterladen, das ihr Gerät fit für den neuen Dienst macht. Das Angebot umfasst laut Sony "mehrere hundert Blockbuster von allen großen Film-Studios". Pro Leihfilm in SD-Auflösung werden in Sonys Web-Videothek 2,99 Euro fällig, HD-Filme kosten einen Euro mehr. Die Leihfrist wird mit 14 Tagen angegeben, wobei ab dem ersten Anschauen des Filmes nur noch 48 Stunden Zeit bleiben, ihn sich in dem Zeitraum beliebig oft anzusehen.

Da die Videos direkt aus dem Netz geladen werden, empfiehlt Sony für SD-Filme einem Internetanschluss mit zwei Megabit Durchsatz pro Sekunde, für HD-Videos sollte der Anschluss mindestens sechs Megabit pro Sekunde leisten. Vor einem Jahr hatte Sony schon einen Film-Downloaddienst für die Konsolen Playstation 3 und PSP in Deutschland gestartet, der parallel zum Sony-Portal Qriocity läuft.

mak

Google verhandelt angeblich über Miramax-Filme für YouTube

Noch mehr Filme: Ein großer Mitspieler im Video-on-Demand-Markt könnte YouTube werden. Konzernmutter Google soll über Lizenzen für mehrere Hundert Filme des Studios verhandeln, berichtet "Businessinsider". Der aktuelle Studio-Eigentümer Filmyard  hatte das marode Unternehmen im Sommer von Disney übernommen.

Sollte Google mit diesem Vorhaben erfolgreich sein, würde YouTube mit einem Schlag zu großen Streamingdiensten wie Hulu oder Netflix aufschließen. Im Angebot wären dann erfolgreiche Streifen wie der "Englische Patient", "Chicago" oder "Pulp Fiction", aber auch Oscar-prämierte Filme wie "No Country for Old Men" oder "Die Queen".

"New York Times" führt nun wirklich ein Online-Bezahlmodell ein

Lange geplant, nächstes Jahr Wirklichkeit: Die "New York Times" will nach Angaben von Vorstandschefin Janet Robinson ein Bezahlmodell für ihre Online-Leser einführen. Danach soll eine bestimmte Anzahl von Artikeln frei zugänglich sein. Nur wer mehr lesen wolle, wird von dem Verlag zum Zahlen aufgefordert, erläuterte Robinson im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

dpa

Modellprojekt soll CO2-Ausstoß per Super-Navi senken

Mobiltelefone sollen im Rahmen eines von Deutschland finanzierten Modellprojekts in Schwellenländern die Umweltbelastung durch den Autoverkehr senken. In dem Pilotvorhaben der Deutschen Telekom und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sollen in Peking und Shanghai Smartphones und Navigationsgeräte mit spezieller Software ausgestattet werden.

Die Software soll den CO2-Ausstoß des Fahrzeuges anzeigen und möglichst verbrauchsarme Routen empfehlen. Umwelt- und Verkehrsbehörden bekämen zudem die Möglichkeit, die Informationen für eine umweltschonende Verkehrssteuerung zu verwenden. Erste Versuche habe es bereits bei der diesjährigen Weltausstellung in Shanghai bei einer VIP-Flotte gegeben. In 50 Fahrzeugen seien Smartphones mit einer speziellen Software im Einsatz gewesen. Diese hätten Beschleunigungs- und Bremsvorgänge sowie Streckenprofile des zurückgelegten Fahrwegs ermittelt. Zusammen mit den Verbrauchsangaben der Fahrzeughersteller ließen sich so die CO2-Emissionen berechnen.

AFP

Texaner verklagt Google wegen Kontextwerbung in E-Mails

Der Texaner Keith Dunbar verklagt Google auf Schadenersatz wegen eines angeblichen Verstoßes gegen geltende Gesetze zum Datenschutz. Bekanntlich lässt Google E-Mails, die über kostenlose Versionen des hauseigenen Service Google Mail eingehen, mit Hilfe eines Algorithmus nach bestimmten Schlüsselwörtern durchforsten. Anschließend wird dem Nutzer die dazu passende Werbung präsentiert.

Weil davon auch Dritte betroffen sind, die Google Mail überhaupt nicht nutzen und Google darüber nicht informiere, will Dunbar nun Geld sehen. Der Texaner hat konkrete Vorstellungen: 1000 Dollar für jeden Tag, den Google ohne Hinweis auf den Algorithmus verstreichen lässt. Sollte sich Google schnell entscheiden, wäre er aber auch mit einer Abschlagszahlung von 100.000 Dollar zufrieden . Für den Rechtsexperten Eric Goldman ist die Klage jedoch ein alter Hut. Derlei Prozessvorhaben gebe es seit der Einführung von Google Mail vor sechs Jahren. Sämtliche Versuche seien ebenso gescheitert wie der Versuch, eine Anti-Google-Mail-Gesetzgebung durchzusetzen , wird der Jurist zitiert.

Reklame in Social Networks ist laut Studie nutzlos

Steigern Unternehmen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, mit diesem Aufwand direkt den Produktabsatz? Glaubt man den Ergebnissen einer Studie von Forschern des Massachusetts Institute of Technology (MIT), ist das nicht so. "Wir wissen nicht, was 'sozialer Einfluss' eigentlich genau bedeutet", wird Coco Krumme, eine der Autorinnen der Studie, zitiert . Die MIT-Forscher werteten für ihre Untersuchung Daten einer sogenannten MusicLab-Studie aus, die 2005 von der Universität von Princeton durchgeführt worden war. Damals wurde das Auswahlverhalten von 14.000 Probanden bei insgesamt 48 Auswahlsongs ausgewertet.

Bei der erneuten Überprüfung der Verhaltensmuster fiel den MIT-Forschern nun auf, dass die Testpersonen Stücke anhörten, auf die sie von anderen aufmerksam gemacht wurden. Auf ihr Kaufverhalten wirkte sich diese Hörbereitschaft jedoch nicht aus.

Zweite Erkenntnis: Der Einfluss von sozialen Netzwerken auf die Beliebtheit eines Titels nimmt mit der Zeit ab. Bleibt ein Stück für längere Zeit in den Charts, könne das ganz einfach auch an seiner Qualität liegen. Zu den regelmäßigen Chart-Manipulationen durch diverse Interessengruppen, nicht zuletzt auch auf Facebook und sonstigen Netzwerken, sagt die Studie leider nichts aus.

Mehr lesen über

Verwandte Artikel