Netzwelt-Ticker: Sony sperrt Plattform für Computerspieler - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Sony sperrt Plattform für Computerspieler

Sony nimmt die nächste Spieleplattform vom Netz, im iranischen Internet soll es künftig frommer zugehen, und Hollywood-Regisseure wehren sich gegen einen vorgezogenen Online-Vertrieb ihrer Filme. Das und mehr im Überblick.
Sony-Chef Kazuo Hirai: Das Unternehmen hat erneut ein Netzwerk-Problem
Sony-Chef Kazuo Hirai: Das Unternehmen hat erneut ein Netzwerk-Problem

Sony-Chef Kazuo Hirai: Das Unternehmen hat erneut ein Netzwerk-Problem

Foto: Shizuo Kambayashi/ AP
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Nun hat Sony auch seine Computerspieler in den Offline-Modus versetzt: Das Unternehmen kappte am Montagmorgen den Zugriff auf die Spieleplattform Sony Online Entertainment (SOE). "Wir mussten den SOE-Service vorübergehend vom Netz nehmen", teilte Sony den Nutzern auf der Seite  mit. Bei den Untersuchungen zum Einbruch in das Sony-Netzwerk habe man ein Problem entdeckt, das Anlass genug gegeben habe, den Dienst umgehend abzuschalten. Im Verlauf des Montags wolle man ein Update zur Verfügung stellen. Betroffen sind von der Abschaltung hauptsächlich Spieler, die sich mit ihrem Heimrechner in das Netzwerk einwählen. Über den Dienst laufen Online-Rollenspiele wie EverQuest und Star Wars Galaxies.

Sony hatte bereits in der vergangenen Woche Online-Dienste abgeschaltet, da Hacker die Daten von mehr mehr als 75 Millionen Nutzern des Playstation Network (PSN) und des Video- und Musikservices Qriocity erbeuten konnten . Dabei sollen laut Sony Adressen, Passwörter und möglicherweise auch Kreditkartennummern entwendet worden sein. (jbr)

Iranische Behörden planen frommes Internet

Die Welt ist voller Feinde und Gelegenheit zur Sünde. Davor wollen die iranischen Behörden ihre Untertanen und deren frommen Lebenswandel schützen, indem sie ein "islamisches Internet" einführen. Wie der stellvertretende Wirtschaftsminister Ali Aghamohammadi erklärte, werde "Iran bald ein Internet schaffen, das islamischen Prinzipien entspricht, seine Kommunikation sowie die Handelsverbindungen in die Welt verbessert". Die fromme Netzversion solle parallel zum derzeit bestehenden Web arbeiten und dieses möglicherweise künftig auch in anderen islamischen Ländern ersetzen. "Wir können es als ein Netzwerk beschreiben, das im Grunde 'halal' ist, also auf Muslime auf einem ethisch-moralischem Level abzielt", sagte der Politiker.

Nach so viel Frömmigkeit schob Aghamohammadi allerdings noch einen Aspekt nach, der möglicherweise der eigentliche Grund für die Netzoffensive am persischen Golf ist: "Das Ziel dieses Netzwerks ist der Ausbau der Präsenz Irans und seiner Landessprache Farsi in dem Medium, das sich zur wichtigsten Quelle internationaler Kommunikation entwickelt hat."

Diese Pläne dürften durch die jüngste Denial-of-Service-(DDoS)-Attacke gegen Iran durch die Hackertruppe Anonymous ihre Bestätigung finden. Am Wochenende hatten die anonymen Netzbewohner einen Angriff auf iranische Web-Seiten angekündigt. Mit der Aktion solle der Kampf der Bevölkerung um Meinungs- und Versammlungsfreiheit unterstützt werden .

Tatsächlich fanden im Rahmen der sogenannten Operation Iran am 1. Mai DDoS-Angriffe auf mehr als ein Dutzend iranischer Regierungsseiten statt. Unter anderem waren die Seiten des Revolutionsführers Chamenei und die Präsenz der iranischen Revolutionsgarden betroffen . Beide gelten als Exponenten eines besonders strikten Kurses in Sachen Meinungsfreiheit. Die Anonymous-Aktivisten verteilten ihre Angriffe dabei über mehrere Stunden und verschiedene Ziele, im Verlauf der Aktion wurden außerdem noch die Webseiten des Parlaments und des Informationsministeriums attackiert.

Hollywood-Regisseure wollen keine vorgezogenen Film-Downloads

Der Online-Vertrieb ist inzwischen für eine ganze Reihe von Branchen zu einem unverzichtbaren Standbein geworden, da macht die Filmindustrie längst keine Ausnahme mehr. Allerdings bereiten die entsprechenden Umstrukturierungen vielen Verantwortlichen erhebliche Kopfschmerzen. So wie zum Beispiel die Entscheidung der großen Filmstudios, aktuell in den Kinos laufende Filme noch schneller parallel per Video on demand online anzubieten. Die hier bislang geltende Schutzfrist von vier Monaten nach Kinostart soll bald auf 60 Tage verkürzt werden.

Dagegen haben sich nun in einem Protestbrief mehr als 20 prominente Filmregisseure gewehrt, darunter James Cameron ("Avatar"), Peter Jackson ("Herr der Ringe") und Robert Zemeckis ("Hurt Locker"). Wie der "Guardian" berichtet, erklärten die Filmemacher, sie seien über diese Entwicklung "schockiert" . Die Reduzierung der Exklusivfrist in Filmtheatern würde nicht nur die Publikumszahlen schwinden lassen. Durch die viel früher zur Verfügung stehenden digitalen Kopien würde außerdem die Online-Piraterie verstärkt. James Cameron erklärte: "Das Kinoerlebnis ist das Wichtigste. Wenn die Kinobesitzer besorgt sind, bin ich es auch. Warum in aller Welt soll man dem Publikum einen Anreiz geben, die höchste und beste Darstellungsart seines Films zu überspringen?"

FBI setzt Trojaner ohne Rechtsgrundlage ein

In den USA gibt es ein Gegenstück zum Bundestrojaner, mit dessen Hilfe die Behörden Straftätern auf die Schliche kommen wollen. Wie in Deutschland ist der Einsatz dieser Software umstritten. Nun hat die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) die Debatte mit der Veröffentlichung neuer Einsatzdetails angeheizt. Die Dokumente geben Hinweise darauf, dass die FBI-Software in mehreren Bundesstaaten verwendet worden sei, ohne dass dazu die erforderliche rechtliche Grundlage gegeben gewesen wäre. Dabei kam der Trojaner in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Die Behörden nutzten ihn bei nationalen Untersuchungen ebenso wie zur Überprüfung von Auslandskommunikation, wie "Heise" berichtet .

Dabei gab es auch Kontakte zu Regierungsstellen in anderen Ländern. So sollen laut einer E-Mail aus dem US-Konsulat in Frankfurt am Main die "deutschen Kollegen" immer wieder Informationen zum Trojaner erbeten haben.

In welcher juristischen Grauzone die Ermittler zumindest am Anfang operierten, zeigen E-Mails, in denen sich Beamte darüber austauschen, wie die für eine heimliche Online-Durchsuchung eigentlich vorgeschriebene richterliche Genehmigung am besten umgangen werden könne.

NSA empfiehlt den Umstieg auf Windows 7

XP- und Vista-Fans aufgepasst: Der amerikanische Militärgeheimdienst NSA warnt vor unsicheren, veralteten Betriebssystemen. Darum empfehlen die Geheimdienstler in einem Leitfaden zur Gewährleistung eines sicheren Heimnetzwerks den Umstieg auf Windows 7 (PDF) .

"Kein Wort über Unix oder Linux", wird prompt bei "Slashdot" gelästert. "Da wird die Slashdot-Gemeinde wohl in den sauren Apfel beißen und ihre Betriebssysteme wechseln müssen, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein ."

Das weiße iPhone 4 brauchte einen Sonnenschutz

Es hat lange gedauert. Doch nach einem Jahr steht nun auch das weiße iPhone 4 in den Apple Stores. Warum eigentlich diese Verspätung? Apple-Vize Phil Schiller erklärte die Verzögerung mit UV-Licht. Das dringe nämlich viel leichter durch die weiße Kunststoffhülle, weshalb die darunterliegenden Bauteile eine stärkere Abschirmung brauchten. Bis die nötigen Anpassungen vorgenommen und ausreichend getestet werden konnten, habe es einer gewissen Zeit bedurft. Das neue iPhone brauche eben genauso wie hellhäutige Menschen einen stärkeren UV-Schutz .

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