Netzwelt-Ticker: Spotify bringt Musik-Flatrate fürs iPhone - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Netzwelt-Ticker Spotify bringt Musik-Flatrate fürs iPhone

So viel Musik hören, wie man will - für zehn Euro im Monat: Der schwedische Streaming-Dienst Spotify weitet dieses Angebot nun auch auf Handys aus. Mit Zusatzprogrammen für iPhones und Google-Handys kann man auch offline seine Flatrate-Musik hören. Das und mehr im Nachrichten-Überblick.
iPhone: Streaming-Dienst Spotify macht iTunes Konkurrenz
iPhone: Streaming-Dienst Spotify macht iTunes Konkurrenz

iPhone: Streaming-Dienst Spotify macht iTunes Konkurrenz

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

So muss ein Streaming-Angebot aussehen: Umfassendes Angebot, kinderleichte Bedienung, schlanke, schnelle Software, einfache Preismodelle mit einem werbefinanzierten Gratisangebot zum Anfixen. Eigentlich ist das Angebot des schwedischen Webmusik-Start-ups Spotify perfekt. Bislang gab es nur ein Problem: Sobald Spotify-Kunden unterwegs sind, können sie ihre Musik nicht mehr hören - der Heimrechner und die Internet-Flatrate fehlen. Diese Hürde löst Spotify nun mit Zusatzprogrammen für iPhones und Android-Handys: Zahlende Kunden (9,99 Euro im Monat), können mit dieser Software ihre Playlists offline verfügbar machen.

Sprich: Spotify lädt die Songs über W-Lan aufs Handy, solange man daheim ist, unterwegs kann man dann ohne Web-Anbindung Musik hören. Die iPhone-App ist seit diesem Mittwoch auch im deutschen App-Store von Apple verfügbar. Einen kleinen Nachteil hat das Musikhören mit Spotify auf dem iPhone noch: Da das Apple-Handy Programme nicht im Hintergrund ausführt, kann man nicht im Web surfen oder sonst etwas mit seinem Apple-Handy machen, während im Hintergrund Musik läuft. Diese Funktion hat Apple seinem eigenen Musikabspiel-Programm vorbehalten. Auf Android-Telefonen allerdings läuft die Spotify-Anwendung komfortabel im Hintergrund.

Damit werden Streaming-Flatrates wie Spotify zu einer vollwertigen Konkurrenz für Bezahlshops wie iTunes. Warum sollte man Musik als Download kaufen und für ein Album so viel bezahlen wie bei Spotify monatlich für den Zugang zu einem Katalog von Millionen Songs, der ständig wächst? Vorausgesetzt natürlich, dass Spotify mit seinem Geschäftsmodell dauerhaft überleben kann.

Leica bringt Kompaktkamera mit Riesen-Fotosensor

Der deutsche Kamerahersteller Leica überrascht mit einem interessanten Kamerakonzept: Das neue Modell Leica X1 (verfügbar von Januar 2010 an) hat einen Bildsensor mit APS-C-Format - so große Bildsensoren stecken heute in anspruchsvolleren digitalen Spiegelreflexkameras wie der Nikon D90. Ein APS-C-Sensor in einer Kompaktkamera ist ein Novum und verspricht gute Bildqualität. Das fest verbaute Objektiv der X1 ist ein lichtstarkes (f/2,8) mit 36-mm-Festbrennweite (kleinbild-äquivalent).

Die X1 wird Fotos im Adobe-Rohdatenformat DNG aufzeichen, eine Version der Adobe-Software Lightroom zum Bearbeiten der Rohdaten gehört zum Lieferumfang der Kamera (sonst kostet die Software knapp 300 Euro). Die X1 verspricht außergewöhnliche Bildqualität für eine Kamera dieser Größe und eine für Leica-Kameras außergewöhnliche Automatisierung - so soll die X1 einen schnellen Autofokus bieten, der anspruchsvollen Leica-Kameras bislang fehlte. Die X1 soll ungefähr 1500 Euro kosten - ein hoher Preis, der aber angesichts der Technik, der Fertigung in Deutschland und der mitgelieferten Adobe-Software angemessen wirkt. Angemessener zumindest als die bislang erhobenen Preise für Leica-Kameras wie die D-Lux 4, die knapp 700 Euro kostet und wenig mehr als eine gebrandete Version einer halb so teuren Panasonic Lumix LX-3 ist.

Tschüs, Kijiji: Ebay vermarktet Kleinanzeigen jetzt direkt

Das Online-Auktionshaus Ebay stampft seinen bisherigen Kleinanzeigendienst Kijiji ein, fast jedenfalls. Der Service soll zukünftig nur noch für Kontaktanzeigen und die Vermittlung von Ferienwohnungen zur Verfügung stehen, das Kerngeschäft zieht um. "Die neue Seite heißt Ebay-Kleinanzeigen.de. Wir nutzen die Marke Ebay damit erstmals für das Kleinanzeigengeschäft, bleiben aber auf einer anderen Plattform als der Ebay-Marktplatz", so Ebay-Kleinanzeigenchef Jacob Aqraou  zur "FAZ". Bislang stand Kijiji im deutschen Markt an zweiter Stelle hinter meinestadt.de, mit immerhin gut zweieinhalb Millionen Besuchern im Juli 2009. Diese Zahl soll sich jetzt kräftig vergrößern, die Verantwortlichen hoffen, der umgetaufte Dienst möge von der Nähe zum Hauptmarktplatz profitieren. Das soll auch die gegenseitige Durchlässigkeit der Sparten ermöglichen: "Dabei ist es auch möglich, dass Anzeigen vom Ebay-Marktplatz zu Ebay-Kleinanzeigen wandern. Das ist mit der gleichen Marke leichter zu machen als vorher", so Tim Hilpert, Deutschland-Chef der Ebay-Kleinanzeigen.

Eltern aufgepasst: Kinderschutz-Software telefoniert nach Hause

Messer, Schere, Licht und viele andere Dinge sind für kleine Kinder nicht. Auch vor manchen Sachen im Internet wollen besorgte Eltern ihre Kinder schützen und installieren dann auf den Rechnern, zu denen die lieben Kleinen Zugang haben, gern ein Schutzprogramm. Das soll dann nur kindgerechte Seiten durchlassen. Allerdings könnte da in manchen Fällen der Bock zum Gärtner gemacht werden. Nämlich dann, wenn die Software zum Beispiel die Chatprotokolle der Kinder an den Hersteller sendet, wo die relevanten Daten sogar noch kommerziell weiterverwertet werden. So geschehen im Falle großer Anbieter wie Sentry und FamilySafe, deren Programme die Chats von Kindern zum Beispiel nach deren bevorzugten Kinofilmen flöhten. Die Ergebnisse dieser "Markterhebung" wurden dann an interessierte Unternehmen weiterverhökert. Alles im grünen Bereich, versichern die Datenhändler , schließlich seien persönliche Angaben zu Namen und Adressen der Kinder zuvor gelöscht worden. Aber immerhin weiß die Software und damit auch die dahinterstehende Firma, wie alt das jeweilige Kind ist, weil die Einstellungen dann entsprechend mehr oder weniger streng sind.

Eltern sollten sich vor dem Kauf von Programmen zum Schutz ihrer Kinder genau informieren, ob sie letztlich nicht doch nur einen Datenhändler unterstützen.

Google präsentiert Trends zur Bundestagswahl

Mit einer kleinen Erweiterung seines Statistik-Tools Google Trends informiert Google über das Interesse, das Themen und Politiker vor der Bundestagswahl am 27. September erregen. Die Seite führt auf, welche Parteien, Politiker und Wahlkampfthemen im Verlauf der Zeit mehr oder weniger nachgefragt wurden. Wer möchte, kann seine Meinung auf dem YouTube-Kanal Open Reichstag der Öffentlichkeit kundtun. Überdies liefert Google News thematisch passende Nachrichten zu, die auf der Seite in einem kleinen Fenster präsentiert werden. Wer möchte, kann den Wahlservice mit Hilfe des von Google zur Verfügung gestellten Codes als iFrame in seine Web-Seite einbinden.

Außerdem: