Netzwelt-Ticker: Sprechende Pandas in "Second Life" - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Sprechende Pandas in "Second Life"

Der Umweltschutzverband WWF kauft sich eine Insel in "Second Life" - und wirbt mit virtuellen Affen und Pandas für seine Projekte. LimeWire wird legal, Universal markiert DRM-freie Musik mit Wasserzeichen, und ein chinesischer Blogger muss für vier Jahre ins Gefängnis.
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"Beunruhigen Sie Umweltthemen und wollen sie mit einem Orang-Utan oder Panda reden? " Dem World Wide Fund for Nature (WWF) ist es mit dieser Frage ganz ernst: Die Umweltschützer kauften eine Insel in der Onlinewelt "Second Life", um Besuchern Umweltschutzthemen näher zu bringen und die Vorzüge eines nachhaltigen Lebens zu erklären. "Wir wollen den Leuten zeigen, dass der WWF Lösungen für die echten Umweltprobleme im 'Ersten Leben' hat ", sagt David Cole, Online-Manager beim WWF.

Das geht so: Die Besucher der virtuellen WWF-Insel Conservation Island (Naturschutz-Insel) kaufen beim sprechenden Orang Utan Mr. Tangee ein Eis. Der berichtet ihnen darauf von den Soja- und Palmöl-Plantagen und ihrer verheerenden Auswirkung auf Mensch und Umwelt. An anderer Stelle können sich Inselbesucher mit einem Panda anfreunden, der ihnen etwas über Umweltprobleme und Windkraftwerke erzählt. Ob sich das gegen all die Sex- und Entspannungsangebote in Second Life durchsetzen kann?

LimeWire wird legal

Obschon sich der Tauschbörsen-Anbieter LimeWire noch immer Klageschlachten mit großen Musikkonzernen liefert, will er nun selbst zum Plattenladen werden. Die "Futurezone" berichtet , dass auf LimeWire bald MP3s der Indie-Distributoren Iris und Nettwerk Productions zu Stückpreisen von 0,99 bis 1,29 US-Dollar anbieten will - ohne DRM und in guter 256 kbit/s-Qualität.

Neben einzelnen Songs sollen auch Abo-Pakete angeboten werden. Fürs eigene legale Angebot soll im P2P-Tauschprogramm geworben werden. Wer nach einem Iris- oder Nettwerk-Künstler sucht, wird auf den Onlineshop verwiesen.

Universal markiert DRM-freie Musik mit Wasserzeichen

Sind die Tage von digitalem Rechtemanagement (DRM) gezählt? Die Kunden sind von dem restriktiven System so genervt, dass sie sogar etwas mehr für Dateien ohne elektronische Wegfahrsperre ausgeben. Den ersten, recht erfolgreichen Vorstoß in Richtung befreite Musik startete vor einigen Monaten der Musikkonzern EMI . Letzte Woche kündigte auch die Universal Music Group an, versuchsweise für 99 Cent DRM-freie MP3s zu verkaufen - zum gleichen Preis wie die kopiergeschützten Dateigeschwister also.

Nun wurde bekannt, dass die Dateien nicht ganz so ungeschützt sind wie zunächst angenommen: Wasserzeichen markieren die einzelnen Songs . Damit, spekuliert zum Beispiel die "PC-World" , will Universal nun Verbreitungswege von Songdateien analysieren. Allerdings weist "Ars Technica" zu Recht darauf hin, dass die Daten, die Universal mit dem Wasserzeichen auswerten könnte, wenig aussagekräftig sind: Schließlich reicht eine Kopie eines Songs, um in Tauschbörsen immense Verbreitung zu finden .

Was in den Diskussionen kaum zur Sprache kommt: Die digitalen Wasserzeichen haben noch einen weiteren, möglicherweise alles übertrumpfenden Vorteil: Sie sind das perfekte Mittel für die Plattenfirmen, mitzuverfolgen, wo ihre Musik aufgeführt, abgespielt oder eingebettet wird.

Kuba-Embargo: US-Reiseanbieter muss Strafe zahlen

Ein technischer Fehler kommt das Online-Reiseportal "Travelocity" teuer zu stehen. Weil er Reisen aus den USA nach Kuba anbot, wurde der Reisevermittler zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 136.200 Euro verurteilt. Fast 1500 Mal soll Travelocity zwischen 1998 und 2004 gegen das 45 Jahre alte US-Embargo verstoßen haben.

Das Portal selbst beteuert, die Reise nicht bewusst verkauft zu haben. "Die Trips nach Kuba wurden wegen eines jahrealten technischen Fehlers unbeabsichtigt vermittelt", sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber der AP .

China: Vier Jahre Gefängnis für Internetautor

Ein chinesisches Gericht hat Internetautor Chen Shuqing nach einem Jahr Untersuchungshaft endgültig verurteilt: Vier Jahre Gefängnis warten auf Shuqing, weil er laut Gerichtsbeschluss "regierungsfeindliche" Artikel im Internet veröffentlichte und zur "Untergrabung der Staatsgewalt" aufrief. Shuqings Anwalt Li Jianqiang ist empört: "Es war völlig falsch, ihn zu verurteilen", sagte er gegenüber der Agentur Reuters . "Er hat nur seine politischen Ansichten ausgedrückt. Er sollte Redefreiheit genießen." Dem Anwalt selbst wurde die Arbeitsgenehmigung entzogen.

Nirgendwo in der Welt werden mehr Journalisten und Autoren ins Gefängnis geworfen als in China. Mindestens fünf Autoren wurden seit 2005 bei Razzien gegen Dissidenten zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt, so die internationale Schriftstellervereinigung PEN .

Hinter der Verurteilung Chen Shuqing dürfte aber nicht nur dessen schriftstellerische Tätigkeit stecken. Er gründete eine regionale Gruppe der verbotenen Chinesischen Demokratischen Partei (CDP), wurde dafür bereits 1999 für vier Monate festgenommen. Laut PEN wurde Shuqing zudem nach dem Examen 2005 die Anwaltslizenz verweigert.

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