Netzwelt-Ticker: Streit ums Brom im iPhone - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Streit ums Brom im iPhone

Auch ohne Klarnamen lässt sich Gehaltvolles schreiben, Trojanerangriffe nehmen zu, weiter Streit um Greenpeace-Studie zu giftigen iPhones. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Anonyme Wikianer sind durchaus zu gebrauchen

Vor einem Monat noch erregte die Online-Enzyklopädie Wikipedia durch eine "Qualitätsoffensive" Aufmerksamkeit, die den häufigen Verunstaltungen von Artikeln durch Vandalen Einhalt gebieten sollte. Sogenannte vertrauenswürdige Wikipedia-Autoren sollten durch Markierungen erkennbar machen, ob ein Artikel sachlich und korrekt ist. Doch nun überrascht eine amerikanische Studie, derzufolge die Qualität eines Wikipedia-Artikels nicht davon abhängt, ob der Autor ein registrierter Nutzer ist oder anonym schreibt . Als Kriterium fungierte die Häufigkeit der anschließenden Beitragsänderungen. Hier lagen die anonymen Autoren sogar leicht vor den namentlich bekannten Kollegen. Allerdings beobachteten die Forscher auch ein gegenläufiges Phänomen: Je länger jemand unter seinem Namen schreibt, um so besser werden seine Beiträge, ganz im Unterschied zu den Ergebnissen der anonymen Autoren. Insgesamt sind die Resultate der Studie dennoch sehr interessant, weil sie auf ein gemeinhin unterschätztes "barmherziger-Samariter"-Phänomen verweist: Wertvolle Beiträge - gleich welcher Art - von anonymen Personen, deren Motivation nicht in Geld oder Ruhm liegt. Und damit den Rahmen der herkömmlichen Anreizmodelle sprengt, nach denen besonders Ökonomen gerne die Welt erklären.

Greenpeace: Neues zu giftigen Notebooks & iPhones

Nachdem Greenpeace seine Studie zu Giften in Notebooks und auch iPhones veröffentlicht hatte, derzufolge in den Geräten Giftstoffe wie Brom und auch bromierte Flammschutzmittel verwendet werden, schlugen die Wellen hoch. Während man sich bei Microsoft still über das Ungemach der Konkurrenz freute, gelobte Apple Besserung und "grünere" Produkte. Nun aber schießt ein amerikanischer Branchenverband, das Bromine Science and Environmental Forum BSEF, zurück und behauptet, Greenpeace habe ungenaue Messmethoden angewandt . Damit seien die Ergebnisse wert- und aussagelos. Die Messinstrumente hätten lediglich die Anwesenheit von Brom nachweisen können, aber keine spezifischen chemischen Verbindungen. "Deshalb spekuliert die Studie über möglicherweise vorhandene Substanzen und schlägt ohne jeden Grund Alarm." Davon abgesehen existiere derzeit zu bromhaltigen Flammschutzmitteln keine Alternative, Greenpeace bleibe die Antwort auf die Frage schuldig, wie sonst in elektronischen Geräten, die viel brennbaren Kunststoff enthalten, ein sicherer Brandschutz bewerkstelligt werden könne. Das wiederum will Greenpeace nicht auf sich sitzen lassen und bestreitet jedwede fehlerhafte Methodik . Man habe mit allgemein anerkannten Messmethoden in den unterschiedlichsten Materialien des iPhones Brom nachgewiesen, genauer: in neun von 18 untersuchten Stoffen. Weitergehende Untersuchungen, welche Verbindungen sich nun genau in welchem Geräteteil befinden würden, seien extrem kostspielig und würden im Ergebnis nicht über das hinausführen, was jetzt schon bekannt sei: Dass nämlich bromhaltige Substanzen gesundheitsgefährdend sind und vor allem beim Herstellungsprozess und beim Recycling Menschen Schaden zufügen.

Angriffe per Trojaner & Co. versechsfacht

Je mehr Menschen online sind, umso mehr fallen auch auf Betrügereien herein. Allerdings ist der Anstieg illegaler Aktivitäten im Netz weitaus stärker als die Zunahme der Nutzerzahlen. Nach eine von Microsoft vorgestellten Untersuchung gab es im ersten Halbjahr 2007 mit 31,6 Millionen Phishingversuchen 150 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum . Aber so richtig haben sich kriminelle Hacker bei Trojanern, Passwort-Auslesern und Keyloggern ins Zeug gelegt, um zum Beispiel an Bankinformationen zu gelangen, hier stieg die Zahl der Angriffsversuche um sage und schreibe 500 Prozent an. Nach wie vor ist IT-Sicherheit in großen Unternehmen ein stiefmütterlich behandelter Bereich.

Bei Anruf Bild

Digitale Bilderrahmen sind mittlerweile ein alter Hut und werden überall angeboten. Um das Foto der Liebsten morgens, mittags und abends in stetem Wechsel betrachten zu können, müssen die Bilder zuvor mit Datenkabel oder Speicherkarte übertragen werden. So weit, so banal. Aber jetzt hat eine französische Firma ein pfiffige Idee, wie Fotos sogar von unterwegs direkt in den Rahmen kommen. Das von Parrot vorgestellte Sieben-Zoll-Gerät besitzt nämlich eine eigene Telefonnummer, und an die kann der Besitzer zum Beispiel eine MMS von seinem Handy senden . Der im Rahmen eingebaute Lagesensor erkennt, ob er hochkant steht und passt die Fotos entsprechend an, ein Lichtsensor gleicht die Beleuchtung des 720x480-Pixel-Bildschirm an die Umgebungshelligkeit an: Wird's im Zimmer duster, schaltet sich das Display ab. Besonders stromsparend scheint das Gerät, das Ende des Jahres in den USA auf den Markt kommen soll, allerdings trotzdem nicht zu sein, denn es braucht ein eigenes Netzteil.

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