Netzwelt-Ticker Super Mario wählt das iPhone
Nintendo und Apple spielen gemeinsam
Die alte arabische Weisheit "Die Hand, die du nicht abschlagen kannst, musst du schütteln" kommt dieser Tage bei Nintendo zu neuen Ehren. Offensichtlich gruselt man sich beim japanischen Konsolenhersteller dermaßen vor dem demnächst erscheinenden iPhone, dass man sich zur Zusammenarbeit mit Apple entschieden hat.
Nintendo ist dabei, einige seiner Spiele für das iPhone zu lizensieren . In naher Zukunft sollen diese Spiele im iTunes Store für 29 US-Dollar angeboten werden.
Kompromiss zur Online-Durchsuchung vorerst gescheitert
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kommt mit seinen Plänen zur Online-Durchsuchung nicht recht voran. Nach dem Verbot des Bundesgerichtshofs wegen mangelnder gesetzlicher Grundlage hat es in der Großen Koalition eine Reihe von Gesprächen gegeben. Schäuble wollte die Zustimmung der SPD für verdeckte Online-Ermittlungen des BKA auf privaten Computern und für akustische Wohnraumüberwachungen erreichen. Die Sozialdemokraten ließen gestern die erste Sitzung des Koalitionsausschusses zum Thema platzen. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz wurde von der "Welt" mit der Begründung zitiert : "Die BKA-Novelle ist notwendig, aber wir werden keine schnellen Ergebnisse bekommen. Schon gar nicht bei der Online-Durchsuchung." Es gebe in der SPD-Fraktion noch große Zurückhaltung gegenüber dem Vorhaben des Innenministers. Der will sich nun nicht mehr unbedingt auf eine Grundgesetzgebung versteifen. Voraussetzung: Die SPD überzeugt ihn, dass die geplanten Durchsuchungsmaßnahmen schon im jetzigen Verfassungsrahmen möglich sind.
Expertenkommission zur Vorratsdatenspeicherung
Heute veranstaltet der Bundestag eine Expertenanhörung zur gesetzlichen Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung . Neben der Vorratsdatenspeicherung, der Aufzeichnung aller Verbindungsdaten, die beim Telefonieren, E-Mailen oder Surfen im Internet anfallen, geht es vor allem um die Herausgabe dieser sensiblen Daten. Bisher haben nur staatliche Verfolgungsbehörden auf dieses Material Zugriff; künftig soll es auch Privatpersonen zugänglich sein, die Urheberrechtsverletzungen verfolgen.
Verständlich, dass vor allem die Musikindustrie ein lebhaftes Interesse daran hat, würde ihr damit doch ein Instrument zur Verfolgung von Tauschbörsennutzern in die Hand gegeben. Dagegen hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) energisch Protest eingelegt . In einer Stellungnahme rief eco-Vorstand Oliver Süme die Bundestagsabgeordneten auf, den geplanten Verschärfungen nicht zuzustimmen. Neben schweren verfassungsrechtlichen Bedenken verwies Süme auch auf die immensen Kosten, die die geplante Neuregelung für Internet- und Telekommunikationsunternehmen bedeute. Schon jetzt seien die Provider mit einer steigenden Zahl von Auskunftsersuchen konfrontiert. Im Falle einer verschärften Neuregelung würde der erforderliche Aufwand für technische und personelle Aufrüstung erheblich steigen - ohne staatliche Ausgleichszahlungen.
Handys im Flugzeug bald normal
Das Telefonieren mit dem Handy ist im Fugzeug verboten, so ist es der Europäer gewöhnt. Das könnte sich allerdings noch dieses Jahr ändern. Die europäische Luftsicherheitsbehörde hat nämlich die Zulassung für ein GSM-System erteilt. Werden dessen Sender in Flugzeugen eingebaut, können Passagiere Handy-Gespräche führen.
Als erste Fluglinie will nun Air France damit beginnen, die Technik in ihren Flugzeugen zu installieren. Zunächst wird das System testweise an Bord eines Airbus A 318 eingesetzt, in der Erprobungsphase bleibt die Nutzung der Mobiltelefone auf tonlose Datendienste wie SMS und E-Mail beschränkt. Nach drei Monaten sollen reguläre Gespräche erlaubt werden. Unterdessen plant auch der Billigflieger Ryanair, das System in seinen Flugzeugen einzubauen, wie winfuture meldet . Wermutstropfen: Weil die Signale über Satellit zur Erde weitergeleitet werden, wird der Telefonspaß über den Wolken jedoch nicht billig sein.
Handy-Ladestation mit Taschen-Windrad
Akku leer? Dann ab an die Steckdose! Aber was tun, wenn keine in der Nähe ist? Der britische Mobilfunker Orange hat eine originelle Problemlösung vorgestellt: eine Ladestation mit Mini-Windrad . Das 150 Gramm schwere Gerät passt in jeden Rucksack und kann auch bei längeren Wandertouren problemlos mitgenommen werden. Wenn nachts alle im Zelt liegen und schlafen, soll das oben auf der Zeltstange befestigte Windrad genügend Strom produzieren, um das angeschlossene Handy aufzuladen.
Bei der Entwicklung arbeiteten die Briten mit der Universität von Texas in Arlington zusammen, die sich unter anderem mit unterschiedlichen Wegen zur Stromerzeugung beschäftigt. Bis zur Marktreife wird es aber wohl noch eine Weile dauern. Wer noch für diesen Sommer eine Radtour in die Bretagne plant, sollte besser ein sparsames Handy mitnehmen.