Netzwelt-Ticker: Tauschbörse Limewire schließt - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Tauschbörse Limewire schließt

Nach einem Gerichtsurteil schließen die Limewire-Betreiber ihre Tauschbörse, Paypal senkt die Gebühren für Klecker-Zahlungen. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Südkoreas Härte gegen Urheberrechtsverstöße, türkisches Verlangen nach Blackberry-Verschlüsselung.
Abschreckung: Mit dieser Aktion warb die Filmindustrie 2006 auf der "Games Convention"
Abschreckung: Mit dieser Aktion warb die Filmindustrie 2006 auf der "Games Convention"

Abschreckung: Mit dieser Aktion warb die Filmindustrie 2006 auf der "Games Convention"

Foto: Z1005 Waltraud Grubitzsch/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es lag in der Luft, seit die Musiktauschbörse Limewire im Juni gleich von einer ganzen Riege von Musikanbietern verklagt wurde: Ein US-Bundesgericht hat gestern wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht die Schließung der P2P-Seite angeordnet. Wie die Nachrichtenagentur AFP meldet, hat sich das Gericht damit der vom Musikverband RIAA vorgebrachten Forderung angeschlossen . Der Verband hatte argumentiert, 93 Prozent des von dem Portal vermittelten Tauschverkehrs bezögen sich auf illegale Inhalte.

Das Urteil wurde umgehend umgesetzt. Statt der gewohnten Umgebung sieht der Besucher der Limewire-Seite nur noch den Hinweis, dass der Service aufgrund einer einstweiligen Verfügung sein Angebot einstellen muss .

Paypal macht Klecker-Zahlungen billiger

Ein Euro für einen Artikel bei einem Online-Medium, drei Euro für ein Spiel zum Herunterladen - der Online-Bezahldienst Paypal senkt die Gebühren für solche Klecker-Transaktionen und öffnet eine neue Schnittstelle für Anbieter. Das neue Bezahlsystem lässt sich auf Web-Seiten integrieren, bezahlen können Paypal-Kunden dann direkt beim Anbieter mit zwei Klicks, ohne die bisher zwingende Umleitung auf Paypals-Abwicklungsseite. Zum Start des Angebots sollen unter anderem Facebook, die Web-Seite der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" und das Fachblog Giga.com den Dienst nutzen.

Paypal reduziert auch die Mindestgebühr fürs Empfangen von Online-Kleingeld: Bisher nahm der Zahlungsabwickler in Deutschland bei einer Anweisung von zwei Euro aus EU-Staaten 0,39 Euro als Abwicklungsgebühr (19,5 Prozent), dem neuen Gebührenmodell  nach sind 0,30 Euro fällig (15 Prozent). In den Vereinigten Staaten  ist das allerdings noch mal deutlich billiger: Wer dort per Paypal von einem US-Kunden zwei Dollar erhält, bezahlt nach dem neuen Tarif 7,5 Prozent Gebühren, nach dem alten wären 18 Prozent fällig gewesen. Für deutsche Kunden senkt Paypal die Preise also nicht ganz so stark wie in den Vereinigten Staaten.

lis

Auch Türkei droht mit Blackberry-Sperre

Die Türkei reiht sich in die Schar der Länder ein, die gerne Zugriff auf den verschlüsselten Datenverkehr zwischen den Nutzern von RIMs Blackberrys hätten. Die türkische Kommunikationsbehörde hat Research in Motion aufgefordert, sämtliche entsprechende Verschlüsselungscodes auszuhändigen, wie "Hürriyet" berichtet .

Dem steht allerdings die Ankündigung von RIM entgegen, einen globalen Standard zu entwickeln, der mit unterschiedlichen Vereinbarungen für einen Regierungszugang nicht kompatibel wäre. Was früher oder später zu einer Blockade des RIM-Service durch die türkische Regierung führen dürfte. Tayfun Acer, Chef der Kommunikationsbehörde, erklärte denn auch schon, als Exekutivorgan müsse sein Haus dem Gesetz Geltung verschaffen.

Daten-Inquisition in Südkorea

Südkorea gehört zu den Ländern, denen die USA besonders straffe Regeln zum Urheberrechtsschutz in ihr Freihandelsabkommen geschrieben haben. Mit unschönen Folgen, wie der Blog "Boingboing" berichtet. Denn die Vereinbarung sieht vor, dass Internetprovider einem Kunden bereits nach drei Anzeigen wegen vorgeblicher Verstöße gegen Urheberrechtsvereinbarungen den Zugang zum Netz abklemmen müssen . Wohlgemerkt, es ist nicht etwa von Urteilen die Rede, in denen der Verdacht auch bestätigt wurde. Die Betroffenen hatten keine Möglichkeit, sich zu verteidigen, wussten nicht, wer ihnen da eigentlich welche Vergehen konkret vorwarf.

Unter diesen Voraussetzungen hat das südkoreanische Kulturministerium 65.000 "Empfehlungsschreiben" verschickt, in denen Provider aufgefordert werden, Internetzugänge zu kappen beziehungsweise auf ihren Servern gehostete Daten zu zensieren. In lediglich 40 Fällen hätten sich die Provider geweigert.

Was unterm Strich bedeutet, dass in Südkorea die zynische Formel "schuldig bei Verdacht" ein Stück Wirklichkeit geworden ist.

Neues vom Playstation Phone

Offiziell ist es noch nicht, aber der stets neugierige Technik-Blog "Engadget" bringt schon die ersten Fotos von Sonys neuem Playstation Phone. Das gezeigte Gerät sei zwar noch ein Prototyp, aber auf jeden Fall echt, wird versichert . Der Konsolen-Smartphone-Hybrid verfügt dabei über einen Touchscreen, bei Zocker-Bedarf können seitlich über eine Slider-Funktion Bedienknöpfe ausgefahren werden.

Etwas überraschend könnte für manche der Umstand sein, dass das neue Gerät ohne Slot für Memory Sticks daherkommt. Anstelle dessen werden microSD-Cards unterstützt.

Microsoft veröffentlicht Release Candidate für Windows 7-SP1

Ein Jahr auf dem Markt, erfährt Microsofts Betriebssystem Windows 7 sein erstes großes Software-Update. Im Vorfeld der Professional Developers Conference hat Redmond den Release Candidate des entsprechenden Service Packs veröffentlicht . Dieser RC soll die letzte Testversion der für Frühjahr 2011 angekündigten Finalversion sein.

Große Neuerungen im Funktionsbereich gibt es nicht, wie Unternehmenssprecher Brendan Leblanc mitteilte . Lediglich Windows Server 2008 R2 erhält zwei neue Features im Bereich der Virtualisierung für die verbesserte Bedienung eines virtuellen Desktops.

Denic erlaubt "ß" im Domain-Namen

Umlaute im Domainnamen sind ja schon seit einiger Zeit erlaubt, nun lässt die Denic für .de-Adressen auch das "ß" zu. Damit ist die Beschränkung auf das Doppel-s hinfällig. Offizieller Stichtag ist der 16. November, seit gestern können Besitzer einer Domain mit enthaltenem "ss" bereits die entsprechende "ß"-Adresse registrieren. Alle übrigen Interessenten dürfen sich dann ab dem November um eine "ß"-Domain balgen .

Barnes & Nobles Nook-E-Reader wird bunt

Bislang war Amazons Kindle das Maß aller Dinge im Bereich der E-Book-Reader. Eines von deren Kennzeichen ist das Display, das stets in sparsamem schwarz-weiß daherkommt. Der Vorteil dieser E-Ink-Displays: extrem hoher Kontrast, sehr lange Akku-Laufzeiten, gute Lesbarkeit auch im direkten Sonnenlicht. Nun verabschiedet sich die US-Buchhandelskette Barnes & Noble von der digitalen Tinte. Die neue Version des Barnes & Noble E-Readers Nook hat einen normalen LCD-Bildschirm und ist im Grunde nichts anderes als ein Android-Tablet mit 7-Zoll-Farb-Touchscreen mit einer Auflösung von 1024x600 Pixeln und 16 Millionen Farben, Wifi-Ausstattung und einen 8-GB-Speicher. 3G hat es nicht, dafür ist aber auch der Preis mit 249 Dollar recht moderat ausgefallen .

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