Netzwelt-Ticker Teures Knöllchen für Microsoft
Fox on demand: Fernsehserien im Verkauf
Nun steigt auch der Fernsehsender Fox Broadcasting ins Downloadgeschäft mit Fernsehserien ein. Bereits seit Oktober bietet das Unternehmen, zu dem unter anderem auch das Filmstudio Twentieth Century Fox gehört, auf seiner Plattform Fox on demand einen Streaming-Service an . Dieser war bisher gratis, weil werbegestützt. Von nun an können Kunden einzelne Folgen von Hauptprogramm-Serien wie "24" herunterladen - oder gleich komplette Staffeln. Eine einzelne Episode, die am Tag nach der Erstausstrahlung zum Download verfügbar ist, wird mit umgerechnet 1,50 Euro zu Buche schlagen, die Preise für eine ganze Staffel bewegen sich zwischen 15 und 30 Euro. Das neue Kaufangebot soll außerdem auch Kinofilme und Spiele beinhalten.
Microsoft: Noch mehr EU-Geldstrafen?
Microsoft steht wegen seines monopolistischen Auftretens vor der nächsten Geldstrafe. Schon 2004 kassierte das Redmonder Unternehmen aus Brüssel einen 497 Millionen Euro-Strafzettel wegen seiner Geschäftspraxis, im vergangenen Jahr einen weiteren über 280 Millionen. Nun kündigte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erneut ein Zwangsgeld an, weil der Softwareriese seine Lizenzen für Vista-kompatible Applikationen angeblich zu überteuerten Preise verkauft .
Brüssel übersandte jetzt eine formelle Beschwerde, für deren Beantwortung vier Wochen Zeit bleiben. Die Kommission könnte ein Bußgeld in Höhe von drei Millionen Euro für jeden Tag verhängen, an dem Microsoft vor allem Lizenzen für Kommunikationsprotokolle zu teuer verkauft. "In 50 Jahren europäischer Politik gegen Wettbewerbsverzerrungen haben wir noch nie den Fall gehabt, dass ein Unternehmen sich nicht einer kartellrechtlichen Entscheidung gebeugt hätte", so eine Kommissionssprecher. Da die angedrohte Geldstrafe möglicherweise rückwirkend seit dem 1. August gilt, würde sich die Buße schon jetzt auf über 600 Millionen Euro aufsummieren.
Lenovo: Rückruf für über 200.000 Think Pad-Akkus
Nicht nur Sony hat Probleme mit selbstentzünden Laptop-Akkus, auch andere Hersteller werden ihrer Produkte nicht immer ganz froh. So zum Beispiel Lenovo (früher IBM). Der Computerhersteller startete wegen Brandgefahr eine Rückrufaktion für über 200.000 Sanyo-Akkus, die in ThinkPads eingebaut sind . Lenovo betonte, es handele sich bei den jetzt aufgetretenen Schwierigkeiten nicht um dieselben wie seinerzeit im Fall der Sony-Akkus. Die ThinkPad-Batterien würden nur unter ganz bestimmten Umständen feuergefährlich, nämlich dann, wenn sie durch unsachgemäßen Gebrauch stark erschüttert würden, wenn zum Beispiel der Laptop einen starken Schlag erhielte. Folgende Typen sind betroffen: R60 and R60e, T60 and T60p sowie Z60m, Z61e, Z61m, and Z61p. Für die Besitzer der betroffenen Notebooks hat Lenovo eine Hilfeseite eingerichtet . Der Akkuhersteller Sanyo hatte bisher mit seinen Produkten keinerlei Schwierigkeiten, so gab es 2006 keinen einzigen Rückruf.
Australien: YouTube-Verbot in Schulen
Im australischen Bundesstaat Victoria ist die Nutzung der Videoplattform YouTube an allen staatlichen Schulen ab sofort verboten . Der Erziehungsminister begründete das mit der Veröffentlichung eines Clips, auf dem ein Gruppe männlicher Schüler ein 17-jähriges Mädchen vergewaltigen. Die Verbots-Maßnahme traf allerdings sofort auf die Kritik, sie würde ins Leere laufen. Denn häufig tauschten Jugendliche solche selbstproduzierten Gewaltfilmchen auch übers Handy aus, was das YouTube-Verbot zu völlig wirkungslosem Aktionismus mache.
Vista-Aktivierung mit Brute Force?
Microsoft hat seit Jahren immer wieder massive Probleme mit der Verbreitung von illegalen Kopien seiner Software, das gilt natürlich vor allem für die jeweiligen Betriebssysteme. Gängige Gegenmittel sind eine im Programm verborgene Echtheitsüberprüfung und die mittlerweile obligatorische Aktivierung über das Internet. Natürlich hat noch jede neue Sicherheitsmaßnahme zahlreiche Hacker auf den Plan gerufen, die nicht ruhten, bis auch das neueste System ohne legal gekauften Produktschlüssel lief. Das scheint nun auch bei Windows Vista gelungen zu sein. Winfuture berichtet von einem "Brute Force Schlüsselgenerator" , der auf allerdings ziemlich umständliche Weise nach einer halben Stunde und ungefähr 10.000 Versuchen einen funktionsfähigen Key produziert.
Damit hören die Probleme aber noch nicht auf, im Gegenteil: Die so entstandenen Keys können mit auf legal erworbenen Vista-Versionen vorhandenen Produktschlüsseln identisch sein. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass jemand beim Versuch, sein brav im Laden gekauftes Vista zu aktivieren, die dürre Mitteilung erhält, er sei ein Pirat. Denn sein Produktschlüssel wurde leider schon benutzt. Und eine legale Vista-Kopie lässt sich nicht von einer gehackten unterscheiden, das gilt zumindest für die bereits im Umlauf befindlichen.
Sony und Immersion vertragen sich
Seit Jahren streiten sich der Elektronikkonzern Sony und Joystickhersteller Immersion um die Patentrechte an der Vibrationstechnologie, die Sony bei seiner Playstation 2 verwendet. Die kommt bei Actionsequenzen zum Einsatz, wenn zum Beispiel ein Gamer in einer Auto-Simulation über unebene Flächen rattert. Ursprünglich wollte Immersion 299 Millionen Dollar Schadensersatz von den Japanern, nun einigte man sich auf 97,2 Millionen Dollar , außerdem erhält Immersion weitere 22,5 Millionen Lizenzgelder für den Zeitraum bis 2009. Der Einigung waren zahlreiche juristische Scharmützel vorausgegangen, nun kann es Sony wieder unbeanstandet wackeln lassen.