Netzwelt-Ticker Thailand blockiert Youtube
Die durch einen Putsch letzten September an die Macht gekommene thailändische Regierung hat im Zuge einer weiten Online-Zensur nun auch YouTube aus dem Netz genommen . Begründung: Die Videowebsite habe ein Video, das König Bhumibol Aduyadej kritisiert nicht entfernt. Der 44-sekündige Clip zeigte recht grob retuschierte Bilder des Königs, die zur thailändischen Nationalhymne erscheinen. Laut YouTube hat User Paddidda das Video selbst wieder von der Seite gelöscht .
Auf einem der im Video gezeigten Bilder ist Bhumibol Adulyadej mit Füßen über dem Kopf abgebildet, laut AFP eine äußerst verletzende Geste im buddhistischen Thailand . Dort ist Majestätsbeleidigung eine Straftat, die unnachgiebig verfolgt wird. Erst kürzlich wurde ein Schweizer, der Portraits des Königs mit schwarzer Farbe besprühte zu zehn Jahren Haft verdonnert . Hätte ihm das Gericht nicht sein Einsehen (und wahrscheinlich seine schweizer Herkunft) zugute gehalten, wären es 75 Jahre geworden!
Aber YouTube ist nicht die einzige Website, die der Zensur zum Opfer fiel. Seit dem Militär-Coup letzten Jahres werden auch politische Seiten blockiert, die mit dem geschassten Premier Thaksin Shinawatra in Verbindung standen. Selbst ein Forum einer Universität wurde geschlossen. "Die Intoleranz gegen Web-Medien wächst. Das Internet ist in Thailand verletzlich und nicht nur, wenn es um den König geht," so die Southeast Asian Press Alliance, die die fortlaufenden Zensurbestrebungen in Thailand kritisiert, in einem Statement.
Der Fluch des Mauszeigers
Microsofts Patches, die Ärger machen, statt für Ordnung zu sorgen, sind ja fast schon ein Treppenwitz. Aber jetzt ist es mal wieder soweit: Erst sorgt eine Sicherheitslücke in Mauszeigern für Probleme - und ungewollte Aufmerksamkeit bei Nachwuchshackern - und dann veröffentlicht Microsoft auch noch einen Patch, der zwar die Sicherheitslücke schließt, aber inkompatibel zu Software von Realtek ist. Damit, so "News.com" kann ein Rechner, in dem die Realtek-Hardware verbaut ist, plötzlich alle Ethernet und Audiofunktionalität einbüßen. Microsoft wusste wohl schon vor der Veröffentlichung des Patches, dass es Probleme mit Reakteks Audiosoftware "Realtek HD Audio Control Panel" geben könnte. In einem Support-Artikel wird ein weiterer Patch angeboten, der die Audio-Probleme nicht mit sich bringt. Die Ausfälle, die manche "News.com"-Leser mit der Netzwerk-Software hatten, konnte Microsoft jedoch nicht bestätigen.
WEP-Verschlüsselung in Rekordzeit knackbar
Funknetzwerke sind noch unsicherer, als gedacht. Wer sein WLAN immernoch nur mit WEP verschlüsselt, öffnet Hackern Tür und Tor. Das ist nicht unbedingt neu, wie "Ars Technica" schreibt. Neu ist, wie schnell man so ein WEP-verschlüsseltes Funknetzwerk knacken kann. Bisher brauchten übliche Ansätze zwischen 10 und 40 Minuten. Aber an der Technischen Universität Darmstadt gelang es Forschern nun, mit WEP verschlüsselte drahtlose Netzwerke in ein bis zwei Minuten zu öffnen. Erik Tews, Andrei Pychkine und Ral-Philipp Weinmann beschreiben in einem Paper wie das gelingt und stellen auch gleich ein Tool bereit, das Funknetzwerken mit der neuen Methode knackt .
Die Lehre aus dieser Rekordknackerei: Wer immer noch mit WEP verschlüsselt, sollte bald auf den sichereren WPA oder WPA2-Schutz umsteigen!
Apple und Dell bringen kernige Desktop-Rechner
Darüber wurde lange orakelt, jetzt zünden Apple und Dell den Nachbrenner der Mehrkern-Kultur. Ohne viel Aufregung haben beide Unternehmen die ersten Acht-Kern-Rechner in ihre Webshobs aufgenommen. Während diese Neuerung von den Dell-Anwendern offenbar weitgehend ignoriert wurde, frohlockt die grafiklastige Mac-Community. Schließlich warten gerade die ewig nach mehr Leistung verlangenden Bild-, Video- und Musikbearbeiter schon lange auf eine Gelegenheit, in Apples Online-Shop für tausende Euro einen der neuen Quad oder Octa-Core Intel Xeon Macs bestellen zu dürfen. Zwei Mal drei Gigaherz mit jeweils Vier-Kern-CPU? Vier Gigabyte RAM, ein Terabyte Festplatte, 20 Zoll Monitor, ausreichende Grafikkarte, der Rest nur Standard: 6.100 Euro. Klar: Die neuen Mac Pro sind als Workstation für den professionellen Einsatz konzipiert. Falls Ihr Partner also Grafiker ist, müssen sie ihm jetzt tapfer zur Seite stehen und seine Kreditkarten verstecken
Forscher: Powerpoint gehört abgeschafft
Powerpoint-Präsentationen sind ein Desaster, weg damit! John Sweller, Bildungswissenschaftler an der Universität von New South Wales in Australien spricht Klartext. Zusammen mit Kollegen hat er untersucht, wie das menschliche Hirn Informationen aufnimmt und abspeichert.
Eines ihrer Ergebnisse rund um die "Cognitive Load"-Theorie, die untersucht, wie das Hirn bei der Informationsverarbeitung belastet wird: Immer schön der Reihe nach. Informationen, die gleichzeitig gehört und gelesen werden also wie im typischen Powerpoint-Vortrag werden schlechter verarbeitet, als wenn man dieselben Informationen nur auf einem Kanal empfängt. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer vereine die akustischen und visuellen Informationen nicht, sondern teile seine Aufmerksamkeit auf beide auf.
Das gelte aber nicht nur für Präsentationen an der Uni oder in Meetings, sondern zum Beispiel auch in der Kirche: Der Jahrhunderte alte Brauch, Bibelpassagen mitzulesen, während sie vorgetragen werden, sei dem Lernen dieser Verse wenig dienlich. Vom lauten Mitlesen in der Schule ganz zu schweigen. In einer Konferenz Ende März 2007 meinte Sweller: Von der Grundschule zur Universität werden wir völlig falsch unterrichtet. Besser wäre es, wenn der Präsentator die Informationen, die das Publikum selbst von der Präsentation ablesen kann, mit weiterführenden Daten ergänzte.
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