Netzwelt-Ticker: Unternehmen meiden Windows 7 - noch - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Unternehmen meiden Windows 7 - noch

Allem Vorschusslob zum Trotz: Auch für den Vista-Nachfolger ist der Erfolg nicht sicher. Der Daten-GAU in Südkorea ist nach den Cyberattacken der letzten Woche ausgeblieben und Google zwitschert kräftig. Das und mehr im Überblick.
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Das wird den Verantwortlichen in Redmond gar nicht gefallen. Nach der langen Durststrecke, die die Softwareschmiede zuletzt mit Windows Vista hatte, soll ab Oktober mit Windows 7 eigentlich alles besser werden. Doch so schnell und schlank das neue Betriebssystem auch sein mag, könnte es unter ähnlichen Startschwierigkeiten zu leiden haben wie sein Vorgänger, Windows Vista. Das legen jedenfalls die Zahlen eine Umfrage nahe, die das IT-Unternehmen ScriptLogic unter IT-Verantwortlichen durchführte.

Rund 60 Prozent der Antworten war zu entnehmen, dass die Befragten nicht vorhaben in Kürze auf Windows 7 umzusteigen . Nur ein gutes Drittel plant, bis zum Ende 2010 zu migrieren. Als wichtigste Gründe für die abwartende Haltung der Computerfachleute wurden Mangel an Zeit und Ressourcen identifiziert. Der Zeitmangel äußerte sich schon in der mageren Rücklaufquote der Umfrage: von 20.000 versendeten Fragebögen wurde nur 1000 ausgefüllt zurück geschickt.

ScriptLogic sieht das Umfrageergebnis als Bestätigung dafür, dass die schlechte Wirtschaftslage auch auf die IT-Abteilungen durchschlägt. Schließlich sähen IT-Administratoren den Verzicht aus Upgrades als einfache Möglichkeit Kosten zu sparen. Zudem dürfte Microsoft seine Kundschaft selbst verwirrt haben. Noch im letzten Jahr hieß es, Unternehmen sollten möglichst schnell auf Vista umsteigen, weil eine zukünftige Migration dann keine hohen Hardwarekosten verursachen würde. Nun teilt Microsoft mit, man könne auch direkt vom guten, alten XP auf Windows 7 umsteigen.

Eine Strategieänderung wäre daher das Gebot der Stunde, merkt "Mashable" an.  Denn mit dem Eintritt von Google ins Geschäft mit den Softwareplattformen wird der Markt für Microsoft nicht einfacher werden.

Südkorea entwarnt - ein wenig

Nachdem in den vergangenen Tagen gekaperte Zombie-Rechner amerikanische und vor allem südkoreanische Webseiten attackiert haben, scheint sich die Lage mittlerweile zu entspannen. Die südkoreanische Spionageabwehr senkte die Alarmstufe, nachdem zuvor betroffene und zeitweilig nicht erreichbare Internetauftritte wieder normal funktionieren .

Ursprünglich war eine finale, besonders zerstörerische Angriffswelle für Freitagabend erwartet worden, blieb aber aus. Trotzdem ist der Schaden immens. Südkorea hat wie wenige andere Länder seine Infrastruktur auf Basis des Internet ausgebaut und so konnte ein vergleichsweise kleines Botnet aus einigen zehntausenden Computern das gesamte System fürs Online-Banking tagelang blockieren. Die Verantwortlichen werden weiterhin in Nordkorea vermutet, schlüssige Beweise dafür gibt es jedoch nicht, so die Spionageabwehr Südkoreas.

"Futurezone" gibt zu bedenken, der finanzielle Schaden hätte wesentlich schlimmer ausfallen können, hätte die Cyberattacke dem Finanzsektor gegolten. Doch so sei es den Verantwortlichen offenbar eher um eine PR-trächtige Demonstration gegangen .

AP will Profi-Tags einführen

Die Nachrichten-Agentur Associated Press (AP) will sich und ihren Kunden das Geschäft erleichtern und schlägt den Zeitungsmachern vor, ihre Nachrichten und Stories künftig einheitlich zu verschlagworten. Mit Tags wird im Dschungel der Suchbegriffe ein Artikel zu einem bestimmten Thema leichter auffindbar. AP schlägt nun vor, Artikel mit konkreten Quellenangaben und Angaben zu eventuellen Nutzungseinschränkungen zu versehen.

Auf diese Weise will die es Nachrichtenagentur "den Lesern leichter machen Artikel von etablierten Nachrichtenlieferanten im ständg wachsenden Wust von Online-Inhalten zu finden." Außerdem würden die etablierten Medien auf diese Weise ein größeres Stück vom Traffic-Kuchen abbekommen und damit auch entsprechend ihre Werbeeinnahmen steigern.

Wenn möglichst viele Nachrichtendienste und Zeitungen auf dieses Verfahren setzten, wäre außerdem die Entwicklung von verbesserten Suchalgorithmen bei Google & Co. möglich, so die Agentur. " Derzeit ist der größte Teil der Informationen in einem Artikel unsichtbar ", so AP-Direktor Martin Moore. "Eine Suchmaschine ist nicht einmal imstande, den Verfasser eines Beitrages zu nennen." Wäre dem anders, wäre eine detaillierte Suche zu Themen und Autoren möglich als derzeit.

Facebook: Wem gehören die Userdaten?

Beim Umgang mit den Informationen aus den Nutzerprofilen bei Social Networks erhebt sich früher oder später eine simple Frage: Wem gehören diese Daten eigentlich? Den Nutzern? Der Plattform, auf der das Material gespeichert ist?

Den Nutzern, findet das den Datenaustausch zwischen solchen Netzwerken spezialisierte US-Unternehmen Power.com und klagt gegen Facebook. Begründung: Die "Anwender sollen ihr Recht bekommen und die uneingeschränkte und absolute Kontrolle und Besitz an ihren Daten haben", wie der "Standard" zitiert .

Allerdings muss jetzt niemand in die Saiten greifen und das Lied vom Helfer der Entrechteten anstimmen. Für Power.com ist das Ganze ein PR-Coup in einer langen Kette von Klagen und Gegenklagen, die die beiden Firmen seit längerem verbinden. Denn im Grunde könnte es Power.com ja auch um den Schutz seines Geschäftsmodells gehen. Das besteht darin, über ein zentrales Portal die Daten eines Nutzerprofils bei verschiedenen Netzwerken gleichzeitig verwenden zu können. Da würden Eigentumsansprüche der Sozial-Portale nur stören.

Google liebt Twitter

Google möchte Twitter kaufen, das pfeifen die Vögel von allen Dächern, nicht nur in den virtuellen Weiten des Web. Bis es soweit ist, schauen sich die Verantwortlichen des Suchmaschinisten schon einmal kräftig beim begehrten Zwitscherdienst um, nutzen dessen Angebot weidlich. Nicht weniger als 46 offizielle Twitter-Accounts listet das Googleblog auf. Wer denen folgt werde über jedes Detail neuer Programme und Entwicklungen informiert und erhalte Tipps und Kniffe für die diversen Anwendungen, die mittlerweile unter Googles Solardach versammelt sind .

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