Netzwelt-Ticker US-Hacker sichten ersten Billig-Mac
Die Geschichte um den dreisten Mac-Nachbau der kleinen US-Firma Psystar geht weiter: Mitte April kündigte Psystar einen 400-Dollar Apple-Klon an, auf dem OSX laufen soll, dann wechselte das Unternehmen den Firmensitz mehrmals in einer Woche und lieferte kein einziges Gerät aus. Das alles roch stark nach Vaporware, nach groß angekündigter Technik, die nie das Tageslicht sehen wird. Doch jetzt bekam das Tech-Blog Crunchgear, das sich einen der Klone kaufte, eine überraschende Mail von Psystar zugeschickt. Lieferstatus-Update: verschickt .
Also doch?
Ein Leser des US-Technik-Blogs Gizmodo will auch schon einen der begehrten Psystar-Billig-Macs geliefert bekommen haben. In einem Video zeigt er , wie der Mac-Klone läuft: Funktioniert mit Macken (siehe unten).
Doch das ominöse Billigangebot ist beileibe nicht der einzige Versuch, Apples Betriebssystem Mac OSX auf anderen Plattformen zum Laufen zu bringen. Neben diversen Erfolgen auf herkömmlichen PCs haben Hacker das Pracht-OS jetzt auch auf einem winzigen Hostentaschenrechner zum Laufen bekommen. Ein Video dienst als Beweis: Auf diesem OQO booten Windows Vista und Mac OSX .
MySpace gewinnt gegen Spam-König
Sanford Wallace ist der selbsternannte König der Spammer und zeigte Gerichten bisher gern die kalte Schulter. Aber der Social-Plattform MySpace ist jetzt vor Gericht etwas geglückt, was viele Spam-Geplagte erfreuen dürfte. Nachdem Wallace den Aufforderungen des Gerichts mehrmals nicht folgte, Akten nicht übergab und nicht zur Verhandlung erschien, wurde er laut News.com-Blog in Abwesenheit schuldig gesprochen.
Ein Richter bestätigte die Vorwürfe der MySpace-Betreiber, dass Wallace sich auf unrechtmäßige Weise Zugriff auf MySpace-Profile verschaffte, die Nutzer mit Werbung eindeckte und auf eigene Websites lockte. Als Begründung für seine Versäumnisse gab Wallace an, keine angemessene Rechtsberatung gefunden zu haben, nichts von den Gerichtsterminen gewusst und auch keine Post erhalten zu haben.
Bereits in der Vergangenheit verlor Wallace vor Gericht: Er wurde schon von der Federal Trade Commission und verschiedenen Firmen verklagt, im Mai 2006 mussten er und seine Firma Smartbot.net auf Anweisung des Gerichts über vier Millionen unrechtmäßig erwirtschaftete Dollar zurückgeben.
Gutachten: Netzsperre greift in Grundrechte ein
Darf der deutsche Staat seinen Bürgern Inhalte im Internet vorenthalten und wenn ja: Kann er es überhaupt? Um diese Fragen zu klären, gaben die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) beim Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht sowie bei der Technischen Universität Dresden entsprechende Studien in Auftrag. Besonders das Gutachten des Max-Planck-Instituts kommt zur Einsicht, dass solche Netzsperren gegen Grundrechte verstoßen. Sie greifen in erheblichem Umfang in die Meinungsfreiheit der Inhaltsanbieter, die Informationsfreiheit der Nutzer sowie die Berufsfreiheit der Internetprovider ein.
Selbst wenn der Gesetzgeber eine nationale Abschottung gegen hier illegale Inhalte im Internet ermöglichen will, seien gesetzliche Neuregelungen notwendig, "die sich keinesfalls nur auf die Gestattung von Eingriffen in den Fernmeldeverkehr beschränken dürfen." Vielmehr ginge es dabei um eine "Territorialisierung des Internets" in freiheitlichen Gesellschaften eine schreckliche Vorstellung für die Internetavantgarde: Das Netz der Netze als Netz der Zäune?
Zuletzt sorgten die zwangsverordnete Sperre des Porno-Angebots Youporn beim Internetanbieter Arcor für Aufsehen, ein Gericht befreite den Provider aber Mitte April vom Sperrzwang.
Mord: Linux-Legende Hans Reiser verurteilt
Ein Mord ohne Leiche, ein aufsehenerregender Prozess und ein schillernder Nerd auf der Anklagebank. Die Linux-Legende Hans Reiser, 44, amerikanischer Entwickler des ReiserFS und Reiser4-Dateisystems, wurde am 28. April des Mordes an seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau schuldig gesprochen, ihn erwarten bis zu 25 Jahre Haft. Reiser beharrte vor Gericht auf seiner Unschuld; eine Leiche wurde nie gefunden. Aber Blutspuren in Hans Reisers Auto und vor dessen Haus überzeugten die Geschworenen von seiner Schuld.
Damit geht ein sechs Monate langer Prozess zu Ende, der vor allem dank Reisers elftägiger Zeugenaussage in den Fokus öffentlicher Aufmerksam geriet: Er warf seiner Frau vor, mehr auf ihre Karriere als auf ihre Kinder bedacht gewesen zu sein, legte sich laut San Francisco Chronicle schwafelnd mit dem Richter an und weinte um seine Kinder, die jetzt in Russland bei ihrer Großmutter leben. Am 29. April erfährt Hans Reisers, wie lange er in Haft verbringen muss.
Skype für Mobilgeräte: Aus der Traum
Als Skype ankündigte, die Voice-over-IP-Software (VoIP) jetzt auch aufs Handy zu bringen, war der Jubel noch groß: Endlich frei von dem Fluch der begrenzten Gesprächsminuten. Doch der Jubel dürfte nach der Veröffentlichung einer Skype-Betaversion für Handys schnell versiegen.
Denn neben Chat und einer Online/Offline-Anzeige kann man mit der Software zwar auch telefonieren aber nur mit heftigen Einschränkungen, die Ars Technica aufschrieb : Nutzer außerhalb Brasiliens, Dänemarks, Estlands, Finnlands, Polens, Schwedens und Englands werden Skype-Anrufe nur empfangen können.
Für alle anderen dürfte das Angebot aber auch nur milde interessant sein, da Skype auf der Infrastruktur der Netzanbieter aufsetzt also SkypeOut-Gebühren plus normale Gesprächsgebühren im Mobilfunknetz anfallen. Das ist höchstens interessant, wenn man mit dem Handy ins Ausland telefonieren möchte. Also: Aus der Traum bleibt nur noch die Möglichkeit, über offene WLAN-Zugänge und mit einem normalen VoIP-Programm kostenlos übers Internet zu telefonieren.
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