Netzwelt-Ticker: US-Militär hätte ägyptisches Internet wieder aktivieren können - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker US-Militär hätte ägyptisches Internet wieder aktivieren können

Die USA hätten die Internetsperre in Ägypten umgehen können, in der Java-Programmierplattform gähnt seit zwei Jahren ein Sicherheitsleck, und Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat einen Stalker. Das und mehr im Überblick.
Plakat in Ägypten (Archivbild): W-Lan-Versorgung aus der Luft als Alternative
Plakat in Ägypten (Archivbild): W-Lan-Versorgung aus der Luft als Alternative

Plakat in Ägypten (Archivbild): W-Lan-Versorgung aus der Luft als Alternative

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nur ein paar Computerbefehle, schon war Ägypten vom Rest der Welt abgeklemmt. Zumindest, was das Internet angeht. Was die Internet-Provider in dem Land Ende Januar auf Geheiß der Regierung umsetzten, zeigt, wie einfach ein ganzes Land ins analoge Zeitalter zurückgestoßen werden kann. Noch beunruhigender, dass es von denen keine Hilfe erhielt, die hätten helfen können. Zum Beispiel das US-Militär. Dessen IT-Experten besäßen die Kenntnisse und Ausrüstung, eine deaktivierte Netz-Infrastruktur zumindest in Teilen wiederherzustellen, so John Arquilla, Professor der Marine-Universität, im Gespräch mit "Wired" .

Im Prinzip beruhe diese Technologie auf der Umkehrung von Szenarien zur Störung von Kommunikationsanlagen. Wer wisse, wie diese lahmzulegen sind, würde umgekehrt auch Wege finden, neue Informationskanäle ins Land zu schaffen. Beispielhaft nannte Arquilla Commando Solo, ein Programm, das die Einrichtung fliegender Sender beinhaltet. Dabei können Satelliten- und Flugzeug-gestützte Funkzellen etabliert werden.

Beim Überfliegen eigentlich abgeklemmter Gebiete würden die W-Lan-Router in Reichweite gewissermaßen wieder zum Leben erwachen. Die fliegenden Hotspots ließen sich auch mit Hilfe von Drohnen errichten. Dieses Verfahren werde in versorgungsschwachen Gebieten wie Afghanistan bereits mit Erfolg eingesetzt. Schließlich gebe es noch die Möglichkeit, einfach kleine Satellitenschüsseln ins Land zu schmuggeln.

Im vergangenen Jahr hätte deren Einsatz wesentlich dazu beigetragen, nach dem Erdbeben in Haiti die Internetversorgung wieder in Gang zu bringen. Warum bloß ist nichts von alledem geschehen? Ganz einfach: Derlei Einsätze der US-Luftwaffe könnten von der ägyptischen Regierung als kriegerischer Akt angesehen werden, Verbündeter hin, Verbündeter her. Und vor einem solchen Szenario, so Arquilla, seien die verantwortlichen in Washington zurückgeschreckt.

Das iPhone kann jetzt auch auswärts

Vor einem Monat veröffentliche Google eine Android-App für seinen Übersetzungsdienst Translate, jetzt gibt es die Anwendung auch fürs iPhone. Nun können auch Apple-Fans sich gleichzeitig in verschiedenen Sprachen unterhalten. Die App beherrscht 15 verschiedene Eingabesprachen, darunter auch Deutsch. Übersetzungen können in 50 Sprachen vorgenommen werden. 23 davon werden mit der computergenerierten Sprachfunktion direkt wiedergegeben. Um Lesefehler im Textmodus zu vermeiden, kann der Anwender ins Vollbild zoomen .

Java-Sicherheitsleck seit zwei Jahren ungestopft

Nicht zu fassen: Seit sage und schreibe über zwei Jahren wissen die Techniker von Sun Microsystems, dass sich in der hauseigenen Programmierplattform Java eine Sicherheitslücke befindet. Auf die hatte das Unternehmen der Sicherheitsspezialist Sami Koivu bereits 2008 aufmerksam gemacht. "Heise" hat Tests unternommen , denen zufolge diese Lücke bis heute offen ist. Das Problem tritt im Dateiauswahl-Dialog JfileChooser auf, der es einem Java-Applet ermöglicht, auch ohne Befehl des Anwenders Dateien umzubenennen.

Leicht vorstellbar, welche Schäden in einem Dateisystem angerichtet werden können, selbst wenn das den Zugriff nicht signierter Applets gar nicht erlaubt. Trotz der Hinweise Koivus und der Antworten Suns ist offensichtlich bis heute nichts geschehen. Mit der Folge, dass die Lücke schon beinahe routinemäßig zum Einschmuggeln von Schadprogrammen genutzt wird.

Stalker auf Jagd nach Mark Zuckerberg

Eine der Folgen der Prominenz ist der lästige Umstand, das Interesse auch von verrückten und gefährlichen Zeitgenossen zu erregen. Die setzen sich dann dem Ziel ihrer Neugier als Stalker auf die Fersen. Diese unschöne Erfahrung musste jetzt auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg machen. Ein 31-Jähriger stellte Zuckerberg und seiner Schwester Randi in den vergangenen Wochen vermehrt nach.

Der Mann tauchte in verschiedenen Facebook-Büros und vor dem Privathaus Zuckerbergs auf und begehrte, den Firmenchef zu sehen. Nachdem ihn die Polizei an diesen Besuchsversuchen hinderte, begann der Mann, Blumen und einen handgeschrieben Brief zu schicken. In dem, wie auch in zahlreichen Nachrichten über Facebook, bat er um Hilfe und Geld, dann sei er bereit, für Zuckerberg "zu sterben". Dem wurde das Treiben zu lästig, schließlich erwirkte er eine einstweilige Verfügung, die es seinem Fan untersagt, sich seinem Idol, dessen Schwester und Freundin auf weniger als 300 Meter zu nähern .

"Bulletstorm" bekommt in Deutschland keine Jugendfreigabe

Die Kategorie "Dinge, die die Welt nicht braucht" wird am 24. Februar um eine Position erweitert. Dann nämlich erscheint der Ego-Shooter "Bulletstorm" für PC, Xbox 360 und PS3. Kostenlose Reklame erhält das Spiel schon jetzt. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat es sich näher angesehen und fand den Shooter ein wenig zu blutig, wie "Golem" berichtet .

Also veranlasste sie die Entwickler von People Can Fly, eine Reihe von Entschärfungen vorzunehmen. In der deutschen Version des Tötungsspiels wird es im Unterschied zum Original keine Zerstückelungseffekte geben. Außerdem wurden Blut- und Splattereffekte ebenso entfernt wie Ragdoll-Effekte. Die ermöglichen es dem Spieler, bereits getötete Gegner weiter anzuschießen, die sich daraufhin, nun ja, physikalisch korrekt etwas bewegen.

Trotz dieser Änderungen hat die USK dennoch nur eine Freigabe ab 18 Jahren erteilt. Zumindest in Deutschland werden die Freunde des ungeschmälerten Blutdurstes also nicht voll auf ihre Kosten kommen können, Gemetzelfeinschmecker müssen sich den vollen Spaß auf anderem Wege besorgen.

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