Netzwelt-Ticker Viel Hickhack um Microsoft
Nur fast richtige Meldung über Sicherheitslücke im IE7
Noch bevor das Hohngelächter richtig anschwellen konnte, rückte Microsoft eine - vorsichtig gesagt - nicht ganz richtige Meldung gerade: Die vermeintliche Sicherheitslücke , die gerade mal einen Tag nach dem Launch des Internet Explorer 7 gefunden wurde, ist in Wirklichkeit gar keine IE7-Lücke. Vielmehr sei eine Komponente von Outlook Express löchrig, dieses Problem aber schon seit langem bekannt.
Peinlich genug, könnte man denken, in diesem Fall aber nicht nur für Microsoft. Denn auch der "Entdecker" des Fehlers, die Sicherheitsfirma Secunia, wusste wohl schon seit langem von dem Problem. Am 27. April dieses Jahres veröffentlichte sie eine Meldung über exakt denselben Fehler nur für den Internet Explorer 6. Dass jetzt genau einen Tag nach Release des IE7 die spektakuläre, wenn auch wieder falsch zugeordnete Fehlermeldung erneut erscheint, erweckt nicht nur Zweifel bei Ars Technica .
Service Packs für Windows XP und 2003 später
Wohl wegen des Entwicklungsaufwands und den ständigen Verschiebungen bei Windows Vista hat Microsoft die Veröffentlichung der angekündigten Service Packs für Windows XP und 2003 verschoben. Das dritte Service Pack für XP soll nun im ersten Halbjahr 2008 erscheinen, anstatt noch 2007. Ähnlich düster steht es um das 2003-er-Sicherheitspaket. Dessen Veröffentlichung steht nun nicht mehr dieses Jahr, sondern irgendwann 2007 an, wie Microsoft auf einer Road-Map-Seite skizziert .
Hotsoup.com Social-Network für die Meinungselite
In Diskussionsforen im Internet gibt es einige mehr oder weniger ungeschriebene Gesetze , an denen sich typischerweise Streitgespräche entlang hangeln. So enden dort Diskussionen um Religion, Politik oder Geschichte immer mit kruden Nazi-Vergleichen oder persönlichen Beleidigungen. Dessen völlig ungeachtet geht mit www.Hotsoup.com nun in Amerika ein soziales Netzwerk an den Start, das politische und künstlerische Meinungsführer zusammenbringen will, um eine Nachrichten und Meinungsalternative zum stark politisch gefärbten amerikanischen Fernsehen zu liefern. Bill und Hillary Clinton werden dort ebenso in Text und Videobeiträgen ihre Positionen vertreten, wie Rock-Zombie Jon Bon Jovi oder hierzulande unbekannte Sportstars. Ziel der Website-Betreiber, so Computerworld.com , sei es, kluge und möglichst neutrale Diskussionen anzuleiern. Wie das funktionieren soll, ohne ständig in Flamewars (laute Internet-Streitereien) auszuarten? Das sollte doch mal diskutiert werden
Webzensur auf Kuba
Kuba mag eine wunderschöne Urlaubsinsel sein, die Sonne, Musik und (zumindest Touristen) Revolutions-Nostalgie satt bietet. Doch die schöne Ferieninsel hat eine dunkeldüstere Seite ein unterdrückerisches Regime, das grundlegende Rechte wie das auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit ignoriert. Das trifft in Kuba auch auf den Umgang mit dem Internet zu, was ja in vielen Diktaturen ein großes Problem darzustellen scheint. Denn nicht nur ist der Internet-Zugang sehr teuer und nur an wenigen Orten von wenigen Menschen erreichbar die kubanische Regierung zensiert und kontrolliert das Netz zudem, wie aus einem Bericht von Reporter ohne Grenzen hervorgeht, über den die Nachrichtenagentur Reuters schreibt .
Microsoft über Apple-Kommentar erbost
Wie die Kinder streiten sich Vertreter von Apple und Microsoft nun um die Äußerung von Apples Vizepräsident Greg Joswiag, nachdem einige Video-iPods von Werk aus mit einem Windows-Virus infiziert waren. Joswiag machte Microsoft mitschuldig am Debakel, da die "ihre Produkte nicht genug absicherten". Aber er zeigte auch Selbstkritik: Auch auf sich selbst sei man sauer, so etwas dürfe erst gar nicht passieren. Joswiags Äußerung sorgte für viel Aufregung im Netz so viel Aufregung, dass sich Microsofts ehemals oberster Qualitätsmanager dazu hingerissen fühlte, Apples Qualitätssicherung in Frage zu stellen, und Steve Jobs dazu aufforderte, bei ihm wegen Nachhilfe in Sachen Quality-Assurance anzurufen, wie Engadget erfahren hat .
Undersound: Musiktausch in der U-Bahn
Die Hölle, das sind die anderen Menschen in der U-Bahn. Besonders, wenn sie ihren Walkman volle Pulle auf Instant-Gehörlosigkeit gestellt haben. Doch ausgerechnet mit Musik unter Land wollen drei junge Tech-Künstlerinnen aus Italien, England und Amerika das soziale Zusammenleben in der Untergrundbahn revolutionieren, wie Engadget erfahren hat . Noch ist das alles in der Konzeptphase, doch schon bald wollen sie in U-Bahnhöfen MP3-Ladeterminals bereitstellen, über die Musikhörer per Handy Songs herunter oder heraufladen können. Zeitgleich stellt das System fest, wo man wann die Dateien erhielt. Sitzt man in der Bahn, können Undersound-User miteinander Kontakt aufnehmen und noch mehr Musik tauschen. Auf diese Weise soll den Leuten ein Anreiz geschaffen werden, gegenseitig ins Gespräch zu kommen. Wobei das ja auch mit ausreichend hoher Kopfhörerlautstärke machbar ist
Zweimal Evolution
Bitterböse lästert Dailytech gegen das russische Art.Lebedev-Studio, das schon vor geraumer Zeit mit einem neuartigen Keyboard-Design auf sich aufmerksam machte. Anstatt auf eine feste Funktion pro Taste zu vertrauen, soll das Optimus-Keyboard frei konfigurierbar sein. Kleine LCD-Displays (früher: OLED-Displays) zeigen an, welche Funktion eine Taste gerade ausführen kann. Doch reihenweise Verzögerungen bei der Herstellung machen das Optimus-Keyboard zu einem heißen Vaporware-Anwärter: Tech-Kram, der trotz felsenfester Ankündigung einfach nie erscheint. Und so schreibt Dailytech: "Das Optimus Keyboard wird zeitgleich mit Duke Nukem Forever erscheinen." Duke Nukem Forever ist das wohl am längsten und häufigsten verschobene Computerspiel der Geschichte, seine ständige Verschiebung längst ein Running-Gag.
Wer auf die Evolution im Keyboard-Design nicht warten will, kann ja ein paar Jahre zurück in die Vergangenheit reisen, sich über wahrhaft wichtige Evolutions-Themen informieren und im nun online veröffentlichten Gesamtwerk Charles Darwins lesen. All seine Bücher, natürlich inklusive des phantastisch-revolutionären "Die Entstehung der Arten" , sind nun online zu haben. Das Darwin Project bietet dabei reine Textversionen, aber auch eine vergleichende Schau mit einem fotografierten Faksimile inklusive aller Illustrationen an.