Netzwelt-Ticker Weihnachtsgeld statt Windows
Die Berliner Polizei hat Probleme mit der Software-Ausstattung ihrer Computer, wie der "Tagesspiegel" berichtet . Die Geräte sind mit Betriebssystemen von Microsoft ausgestattet und wie es scheint, arbeiten sie nicht zur Zufriedenheit der Beamten. Die örtliche Polizeigewerkschaft beklagt, die Rechner würden sich regelmäßig aufhängen und überdies viel zu langsam arbeiten.
Bis eine Anzeige mit dem "Poliks" genannten System ordnungsgemäß aufgenommen sei, würden nicht selten bis zu anderthalb Stunden vergehen.
Um diesem misslichen Umstand abzuhelfen, solle nun erwogen werden, das Betriebssystem zu wechseln. Denkbar wäre ein Open Source-System wie Linux, von dem es mittlerweile einige Versionen gebe, die von der EU zertifiziert sind. Eine Migration zu Linux hätte außerdem den Vorteil, dass sie mehrere Millionen Euro an Lizenzkosten einsparen würde. Mit diesem Geld, so die Gewerkschaft, könnte das gestrichene Weihnachtsgeld der Ordnungshüter bezahlt werden.
Bahn: Mehr Werbeeinnahmen dank Streik
Verspätete oder ausgefallene Züge, genervte Kunden: Eigentlich war der Bahn-Streik der vergangenen Woche nicht dazu angetan, in der Berliner Zentrale der Bahn AG für frohe Mienen zu sorgen. Der "Kontakter" weiß jedoch zumindest von gestiegenen Werbeeinnahmen zu berichten, die dank vermehrter Zugriffe auf den Internetauftritt des Konzerns in die Kasse kommen .
Da sich viele Bahn-Kunden über Fahrplanänderungen und ausgefallene Züge informieren wollen, werden die Bahn-Seiten häufiger als sonst besucht, was nicht nur die Seitenbetreiber erfreut. Einige Werbekunden hätten aufgrund der gestiegenen Nutzung des Onlineangebotes der Bahn sogar schnell noch derzeit laufende Kampagnen ausgeweitet.
Telkos sollen für Vorratsdatenspeicherung entschädigt werden
Gut eine Woche ist der Beschluss des Bundestages über die Einführung der Vorratsdatenspeicherung jetzt alt, da gibt es bereits die erste Nachbesserung. Das Gesetz verpflichtet die Provider, die bei Speicherung anfallenden Datenmengen auf eigene Kosten unterzubringen. Das nervt natürlich die Telekommunikationsunternehmen, die immense Zusatzausgaben fürchten.
Doch nun können sie aufatmen: Die Bundesregierung bastelt derzeit an einer Anpassung des Gesetzes zur Vergütung und Entschädigung von Justizgehilfen (JVEG) . Der Entwurf sieht detaillierte Ausgleichszahlungen vor, die sich am unterschiedlichen Aufwand der Speichermaßnahmen orientieren (PDF).
Pro überwachtem Anschluss gibt es demzufolge eine Pauschale von 100 Euro, bei Verlängerungen können weitere 35 Euro berechnet werden. Leitungskosten werden gesondert mit 75 Euro pro Monat berechnet. Böse Zungen lästern da bereits, mit verdächtigen und kriminellen Kunden könnten die Provider künftig wesentlich mehr verdienen als mit gesetzestreuen Bürgern.
Wiki 2.0: Konkurrenz für Facebook und Co.?
Und wieder brodelt es im Gerüchtetopf: Diesmal ist ausnahmsweise mal nicht von Apple die Rede, sondern von Jimmy Wales. Der Wikipedia-Gründer ließ sich auf einer Konferenz in Südafrika über zukünftige Pläne und Projekte aus und zeigte während seiner Präsentation auch einen Screenshot, der in einer Optik daherkommt, wie man sie von sozialen Netzwerken wie Facebook kennt .
Das befeuerte Gerüchte, bei Wikipedia denke man über die Einführung eines sozialen Netzwerkes nach. Einer der Neugierigen erwischte Wales unterwegs auf Reisen am Flughafen in Bangkok und fragte ihn ganz direkt, ob das Projekt als Facebook-Killer geplant sei.
Wales antwortete recht wolkig: "Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Im Moment haben wir einfach nur unseren Spaß. In der Hauptsache schauen wir gerade, ob wir eine freie Software programmieren können, die den Leuten eine bessere Suche ermöglicht ." Sollten sich die Vermutungen letztlich bestätigen, dann müssten sich Facebook und Co. warm anziehen, denn mit seiner globalen Präsenz könnte ein "soziales" Wikipedia-Portal aus dem Stand heraus die zumeist eher lokal operierende Konkurrenz hinter sich lassen.
Gehaltserhöhung für Steve Jobs
Steve Jobs ist ein armer Mann. Jedenfalls, was seinen Gehaltsscheck betrifft, der ihm seit seiner Rückkehr zu Apple vor elf Jahren jährlich genau einen Dollar pro Jahr beschert. Natürlich nagt der Mann trotzdem nicht am Hungertuch, umfangreichen Firmenbeteiligungen und einem wohlgefüllten Aktienportfolio sei Dank. Auf der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt rangiert er mit gut vier Milliarden Euro Besitz immerhin auf Platz 56 .
Trotzdem scheint man sich bei Apple der ewigen Treue des Meisters nicht mehr in gleichem Maß wie einst sicher zu sein und denkt drum folgerichtig über eine Gehaltserhöhung nach . Direkte Zahlungen anstelle von Aktienoptionen könnten Jobs auch Schwierigkeiten ersparen, wie er sie vor einigen Jahren im Zusammenhang mit möglichen Unregelmäßigkeiten bei Erhalt solcher Vergütungen bekommen hatte.
Halt die Klappe!
Vor einigen Tagen platzte dem spanischen König Juan Carlos beim iberoamerikanischen Gipfel in Chile angesichts des ständig dazwischenredenden Hugo Chávez der Kragen. Der Monarch fuhr dem Präsidenten Venezuelas kräftig über den Mund: "Por qué no te callas?" ("Warum hältst du nicht die Klappe?") ist mittlerweile nicht nur in Spanien ein geflügeltes Wort geworden. Tausende tragen mit dem royalen Rüffel bedruckte T-Shirts, der Spruch macht außerdem eine rasante Karriere als Klingelton fürs Handy . An die 500.000 Mal ist das königliche Schweigegebot mittlerweile heruntergeladen worden, auf YouTube sind Hunderte von Clips aufgetaucht, die den Spruch als Basis für lustige Parodien nehmen, von Benny Hill-Sketchen bis zu Nike-Werbespots mit Brasiliens Starkicker Ronaldinho.