Netzwelt-Ticker Windows-Nutzer lieben OpenOffice
Drei Millionen Downloads in der ersten Woche: Die neue Version 3.0 der kostenlosen Bürosoftwaresammlung OpenOffice.org erfreut sich offenbar großer Beliebtheit. Was die Programmierer des freien Softwarepakets besonders erfreut ist allerdings, dass in 80 Prozent der Fälle die Windows-Variante heruntergeladen wurde. Schließlich stammt OpenOffice ursprünglich aus der Linux-Gemeinde.
Das aber habe vermutlich damit zu tun, dass Linux-Anwender das Update auf die neue Version über eine automatische Aktualisierungsfunktion zugespielt bekommen, die nicht bei allen Anwendern zeitgleich anspringt. Insgesamt, so schätzt OpenOffice-Marketingchef John McCreesh, dürften damit mittlerweile fünf Millionen Kopien der Bürosoftware im Einsatz sein. Das sei schon verdammt viel, stelle aber trotzdem nur einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zum eigentlichen Ziel dar, schreibt McCreesh in einem Blog-Eintrag .
Das sieht nämlich vor, dass OpenOffice.org bis 2010 einen Marktanteil von 40 Prozent bei Office-Software erreicht. Bis dahin gilt es freilich noch einige Anwender mehr zu begeistern. Schließlich gibt Marktführer Microsoft an, bisher würden 550 Millionen Anwender seine Office-Programme einsetzen - Tendenz steigend.
mak
Urheberrecht: Rapidshare will Uploads filtern
Nachdem das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg dem Web-Speicherdienst Rapidshare im Rahmen der sogenannten Störerhaftung eine Mitverantwortung für den Verstoß gegen das Urheberrecht zugesprochen hatte, bastelt der Datenservice jetzt an einer Abhilfe. Schon beim Hochladen soll ein System möglicherweise geschütztes Material erkennen und den Speicherprozess unterbinden.
Das OLG hatte Rapidshare angewiesen, entweder den Weg über die Datenfilterung zu gehen oder die IP-Adressen und Usernamen ihrer Nutzer zu speichern. Letzteres steht für das Unternehmen aber nicht zur Debatte. "Wir arbeiten an einer Lösung, die einerseits den neuen Vorgaben des Gerichts gerecht wird und andererseits die Privatsphäre der User schützt", so Rapidshare-COO Bobby Chang zum ORF .
Folter wegen Festplattenverschlüsselung?
Wer sein Notebook mit auf große Fahrt nimmt, reist gefährlich. Zumal dann, wenn er möglicherweise sensibles Material mit einer Passwortverschlüsselung schützt. In Großbritannien sieht sich der Reisende mit der Drohung einer mehrjährigen Gefängnisstrafe konfrontiert, wenn er das Passwort nicht herausgibt. Noch brachialer gehen amerikanische Behörden vor, zumindest mittelbar.
Ein mutmaßlicher Kreditkarten-Datendieb aus der Ukraine wurde vergangenes Jahr mitsamt Klapprechner in der Türkei festgenommen. Die USA stellten daraufhin einen Auslieferungsantrag wegen "schweren Identitätsdiebstahls". Bei den Ermittlungen scheiterten die türkischen Ermittler an der Festplattenverschlüsselung des Ukrainers. Möglicherweise sei es dann zu Folterungen des Mannes gekommen, wie die flapsige Bemerkung eines US-Justizbeamten auf einer Sicherheitskonferenz zumindest nahelegt. Sowohl in den USA wie auch der Türkei schweigen die zuständigen Stellen bislang auf Anfragen zum Thema.
Twitter als terroristische Gefahrenquelle
Auch beim US-Militär scheint die Ansicht vorzuherrschen, die Gefahrenabwehr könne gar nicht früh genug beginnen. Und die fängt bekanntlich bei der Identifizierung an. Seit neuestem im Visier: der Online-Plapperdienst Twitter. Ein Bericht des US-Militärs nannte das Microblogging-Tool ein "potentiell terroristisches Hilfsmittel".
Beim Erdbeben in Los Angeles im vergangenen Juli oder beim republikanischen Parteikongress zur McCain-Nominierung habe man erleben können, wie Informationen zum Beispiel über Polizeiaktivitäten quasi in Echtzeit ausgetauscht worden seien. Außerdem würden bereits jetzt extremistische Inhalte über Twitter verbreitet, der Dienst könnte sogar als Operationsbasis für terroristische Aktionen in den USA dienen.
Jetzt fehlt nur noch, dass Militärs E-Mail und Chatrooms entdecken.
Deep Links für bestimmten Zeitpunkte in YouTube-Clips
Andere Videodienste beherrschen das gezielte Ansteuern von Stellen innerhalb eines Clips ja schon länger, nun geht's auch mit YouTube . Indem der Nutzer einen kurzen Tag an die Webadresse des Filmchens anhängt, kann er gezielt zum gewünschten Zeitpunkt springen. Beispiel: Die Eingabe von "#t=1m30s" lässt den ausgewählten Clip gleich auf dem Punkt anderthalb Minuten nach Beginn starten. Merkwürdig nur, dass sich die Techniker so lange Zeit gelassen haben, diese Verbesserung einzubauen, Google Video beherrschte das schon vor zwei Jahren.
Außerdem:
- Nur ein Klick: Ist mein Benutzername schon weg?
- Endlich Handy-Sightseeing: Das iPhone kann jetzt auch Google Earth