Netzwelt-Ticker Windows schlägt Unix
Windows schlägt Unix
Daran, dass Windows sich mit weitem Abstand als Marktführer auf Desktop-PCs etabliert hat, konnte man sich ja schon gewöhnen. Doch nun ist eine weitere Bastion gefallen. Einer Studie des Marktforschungsunternehmens IDC zufolge dominierte Windows in 2005 erstmals auch den Markt für Server. Das gleicht einer Revolution, denn es ist "das erste Mal, seit wir 1996 mit unseren Untersuchungen begonnen haben, dass Unix nicht mehr an der Spitze steht," sagt IDC-Analyst Matthew Eastwood gegenüber "CNet" . Trotzdem kommt dieser Machtwechsel mit Verspätung. Schon Anfang der neunziger Jahre wurde eine Windows-Marktführerschaft prophezeit. Damals aber hatte man das freie Betriebsystem Linux, das auf der selben Hardware läuft wie Windows, noch nicht auf der Rechnung. Linux jedoch hat sich mittlerweile auf den dritten Platz vorgearbeitet und sogar den Platzhirsch IBM auf die hinteren Ränge verwiesen.
Digitale Bücher: Geht's endlich los?
Nach mehreren Fehlstarts sollen digitale Bücher nun endlich massentauglich sein. Das zumindest glaubt die Literaturagentin Joni Evans. "Wir sind die einzige Industrie, die noch nicht mit der technologischen Entwicklung Schritt halten konnte" diktierte sie der "Business Week" ins Heft und ergänzt, dass "die Revolution schon um die Ecke wartet". Vor allem von der E-Ink-Technologie , die mit "elektronischer Tinte" ein besonders scharfes Schriftbild ermöglicht, erwartet sie einen großen Schub. Bisher ist davon freilich noch wenig zu spüren. Abgesehen von Sony halten sich die Hersteller von Lesegeräten noch vornehm zurück und wollen vorerst nur Bildungseinrichtungen und Verlage, nicht jedoch Endkunden beliefern, schreibt "Business Week". Allerdings plane der japanische Konzern, ergänzend zum "Sony Reader" in seinem Online-Shop 10.000 digitale Bücher anzubieten. Eine solche Kombination von Hardware und Content hat schon dem iPod zum Sprung in den Massenmarkt verholfen. Ob das mit Büchern allerdings auch so problemlos funktioniert?
Schwachpunkt Mensch
Firmen können sich den Einsatz von Firewalls und Antiviren-Programmen sparen. Stattdessen sollten sie lieber ihre Angestellten schulen. Im Rahmen eines Experiments verteilten Mitarbeiter der britischen Firma "The Training Camp" in Londons Bankenviertel CDs, die angeblich eine Überraschung zum Valentinstag enthalten sollten. Kaum verwunderlich siegte bei den meisten der Beschenkten die Neugier und sie legten die CD, trotz aufgedruckter Warnung, in ihren Firmen-PC ein. Statt der versprochenen Überraschung startete allerdings nur ein kleines Programm, welches sich beim Veranstalter der Aktion meldete. Wieder einmal ein Beweis, wie einfach es ist, die üblichen Sicherheitsmechanismen zu umgehen.
Der Mix macht's
Gestern ging im kalifornischen Mountain View das so genannte Mashup Camp zu Ende. Ziel der "Un-Konferenz für Un-Computer" war es, die besten Applikationen zu finden, die Daten aus verschiedenen Quellen auf ungewöhnliche Weise kombinieren. Zum Sieger wählten die Teilnehmer die Website podbop, auf der Konzert-Termine mit frei verfügbaren MP3-Dateien verknüpft werden - ein klingender Veranstaltungskalender. Nicht weniger spannend, dafür nicht ganz so leicht zu verdauen ist Chicagocrime.org , das Verbrechensstatistiken mit Google Maps verknüpft. Vielleicht ist das eine neue Möglichkeit, sich eine sichere Wohngegend zu suchen. Schade nur, dass sich die vorgestellten Hybrid-Applikationen derzeit ausschließlich auf amerikanische Themen konzentrieren.
Mac OS X unter Beschuss
Scheint so, als brächen für Macintosh-Anwender neue Zeiten an. Nachdem sie die vergangenen knapp 30 Jahre fast ohne Viren und Würmer überstanden haben, jagt nun eine Warnmeldung die nächste. Jüngstes Beispiel ist eine Warnung vor einer Sicherheitslücke in Apples Browser "Safari". Der ist standardmäßig so eingestellt, dass vermeintlich sichere Dateien nach dem Download automatisch ausgeführt werden. Böse Menschen könnten nun ein Skript als Film- oder Bilddatei tarnen, das nach dem Herunterladen sämtliche Dateien des Anwenders löscht oder ähnlichen Unfug treibt. Abhilfe ist leicht zu schaffen. So muss lediglich in Safaris "Einstellungen" unter "Allgemein" der Punkt "Sichere Dateien nach dem Laden öffnen" deaktiviert werden, um dem Spuk ein Ende zu machen. Mac-Nutzer, die mehr darüber wissen wollen, wie man mit Dateianhängen und Downloads umgehen sollte, finden Informationen dazu bei Apple - leider nur auf englisch und japanisch.
Wie wertvoll Mitarbeiter wirklich sind
Der Schweizer Student Gabor Cselle hat offenbar Spaß an Statistiken. Für sein Weblog hat er zusammengetragen, wie sich die Mitarbeiterzahlen von Microsoft, Yahoo und Google zueinander verhalten. Kaum verwunderlich: Die Windows-Company verfügt über sechsmal mehr Angestellte als Yahoo und sogar über elfmal mehr Mitarbeiter als Google. Richtig spannend wird es aber, wenn Gabor die Zahl der Mitarbeiter mit dem Börsenwert in Relation setzt. Dann kommt er auf einen Wert von stattlichen 19 Millionen US-Dollar pro Google-Angehörigen. Microsofts Truppe bringt es dagegen bloß auf mickrige 4,3 Millionen pro Person. Vielleicht sollte das bei den nächsten Gehaltsverhandlungen berücksichtigt werden.
"Vor Vögeln wird gewarnt"
Das musste ja so kommen. Derweil die einen schon darüber diskutieren, ob man die Fußball-WM wegen der Vogelgrippe absagen sollte, können andere dem Desaster noch eine humorvolle - und zudem Gewinn bringende - Seite abgewinnen. So auch Thomas Schatz aus Wernigerode. Unter dem Motto "Wir lachen dem Federvieh ins Gesicht" bietet er auf seiner Webseite Aufkleber, T-Shirts und Tassen mit dem Sinnspruch "Vor Vögeln wird gewarnt" an. Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht.