Netzwelt-Ticker Windows-XP-Computer sind Virenschleudern
Windows-XP-Packung: Dreiviertel aller Trojaner-Infektionen betreffen XP-Rechner
Foto: Mario Tama/ Getty ImagesDreiviertel aller Trojaner-Infektionen, die das tschechische Antivirus-Unternehmen Avast registriert, betreffen Windows-XP-Computer. Das bereits über ein Jahrzehnt alte Betriebssystem beherberge überdurchschnittlich viele Rootkit-Infektionen - den Generalschlüssel für einen Computer und aller darauf gespeicherten Daten.
Schuld daran sei zum einen die veraltete Software, zum anderen die Update-Faulheit (oder das Unvermögen, aus welchen Gründen auch immer) der Nutzer: Laut Avast-Cheftechnologe Ondrej Vlcek dürften die meisten XP-Nutzer höchstens das zweite, nicht aber das dritte, essentielle Service Pack für Windows XP installiert haben. Das habe die Rootkit-Untersuchung unter 600.000 PC ergeben: "Ein Drittel aller XP-User benutzt Service Pack 2 oder noch ältere Versionen." Und das, wo doch Microsoft sogar Software-Piraten anstandslos Sicherheits-Updates ausliefert, ohne nach der Lizenz für die Installation zu fragen.
Dabei ist die Rootkit-Infektion nicht nur ein Problem für die betroffenen Nutzer. Rootkit-Rechner sind Virenschleudern, über sie werden Cyberangriffe gefahren und bösartige Software, sensible Informationen und illegale Geldströme geleitet. Letztlich gefährdet jeder infizierte Computer alle weiteren Internetnutzer.
Frankreichs Hadopi: Zahnlose Piratenjäger
Groß waren die Befürchtung, dass mit Frankreichs Antipiraterie-Behörde Hadopi langsam aber sicher die französische Internetpopulation ausstirbt: Hundertausende Surfer bekamen bereits eine erste Warnung. Bis hier hin, Piratenfreundchen, und nicht weiter.
Aber neun Monate nach Behördenstart heißt es nun von offizieller Seite: Wir haben keine einzige Person mit Internetentzug bestraft, nur zehn mutmaßliche Filesharer wurden zu einer Stellungnahme vorgeladen.
Tech.Blorge hat sich des Themas angenommen und schließt aus allen bisher verfügbaren Informationen: Ob man von Hadopi erwischt wird oder nicht, sei ein reines Glücksspiel. Von den 18 Millionen registrierten IP-Adressen hätten nur 900.000 Personen zugeordnet werden können, von denen nur die Hälfte eine erste Warnung - und offenbar nur zehn eine Vorladung - bekommen hätten.
Und glaubt man den Aussagen der Bürgerrechtsbewegung La Quadrature du Net seien die Vorgeladenen bestens beraten, gar nicht erst die Einladung anzunehmen: "Hadopi hofft darauf, dass Leute vorstellig werden und gestehen", erklärte Jeremie Zimmermann der BBC. Ohne dieses Geständnis habe Hadopi nur eine IP-Adresse als Beweis - und die dürfte vor Gericht nur wenig wert sein.
Und so wird auch der erste von Hadopi vorgeladene angebliche Filesharer, ein 54-jähriger Lehrer aus der Region Loire, sagen, sein W-Lan wurde von Hackern gekapert. Französische Surfer sollten den Vorgang aufmerksam verfolgen. Vielleicht implodiert die ganze Hadopi-Nummer - laut Zimmermann eine Einschüchterungstaktik - ja vor Gericht.
Andere Neuigkeiten:
- Anonymous-Hacker sollen in die Server von ManTech eingedrungen sein, einem Cyber-Sicherheitsdienstleister des FBI - der, wie es der Zufall will, schon seit Wochen auf der Misstrauensliste der AntiSec-Hackbewegung steht.
- Die Geschichte von einem, der auszog, das gestohlene iPhone seiner Freundin zu retten - solche Geschichten wird es in Zukunft wohl öfters geben...
- ... es sei denn, Roboter erlernen solche sozialen Fähigkeiten, wie dieser Blechschwarm, der einem Hubschrauber-Automaten ein Landeplatz zu sein wünscht - oder dieser Roboter , der ein Tanzspiel meistert.
- Die W-Lan-Router eines österreichischen Breitbandanbieters haben unbemerkt ein verborgenes Funknetz aufgebaut - ein Notfallpatch soll das merkwürdige Problem lösen.
- Peinliche Posse im Streit um kopierte Daten bei Hewlett & Packard und Oracle. Jetzt stellt sich raus, wer die Daten wirklich kopiert hatte - der Kläger.
- 12 Jahre Haft für den Kopf eines Phishing-Rings, der Banking-Daten von insgesamt 38.000 Opfern erbeutete .
- Die Musikgruppe und Fließband-Video-Fließbandproduzenten von OK Go haben ein neues Video-Experiment veröffentlicht - als HTML-5-Video, Googles Chrome-Browser zu Ehren. Eine Offline-Version davon sieht so aus: