Netzwelt-Ticker Wohl dem, der einen Gegner hat
Microsoft macht Google Konkurrenz
Microsoft wird in einem halben Jahr eine Suchmaschine an den Start bringen, die es nicht nur mit Google aufnehmen, sondern den Such-Primus sogar übertrumpfen soll. "In sechs Monaten", so Neil Holloway von Microsoft gegenüber Reuters , "werden wir im US-Markt relevanter sein als Google". Dabei soll vor allen Dingen helfen, dass die Microsoft-Suche nicht nur URLs, sondern gezielte Informationen ausspuckt - nahegelegene Restaurants mit vegetarischer Speisekarte zum Beispiel, oder Häuser einer bestimmten Preisklasse und mit bestimmten Vorzügen.
Um Probleme mit amerikanischen und europäischen Kartellämtern zu vermeiden, die bereits die ins Betriebssystem integrierten Browser und Mediaplayer heftig angriffen, werde die neue Suchmaschine kein Standard-Bestandteil von Windows sein, sondern lediglich in den MSN Messenger und in Hotmail integriert. Drei Monate nach dem US- und UK-Launch werden dann auch französische und deutsche Versionen der Websuche online gehen.
Derweil spekulierte zuerst Blogger Thomas Hawk über eine Zusammenarbeit von Microsoft und dem Adware-Hersteller Claria. Ein Microsoft-Patentantrag auf die Suchtechnik Relerank, der Claria-Begriff Relevancy-Rank und die Gerüchte um eine Claria-Übernahme durch Microsoft im vergangenen Jahr suggerieren zumindest eine Verwendung der Such-Software des Adware-Entwicklers. Zumal diese nicht wie die Google-Technik PageRank die Verknüpfung von Websites analysiere, sondern auch, was die User normalerweise machen, sobald sie die Links sehen. Ein Vorgehen, das den Microsoft-Vorstellungen der neuen Suchmaschine entsprechen könnte.
AMD fühlt Skype auf den Zahn
Dass Prozessorhersteller Intel und Voice-over-IP-Anbieter Skype gemeinsame Sache gegen Intel-Konkurrenten AMD machen, berichteten wir bereits vor zwei Wochen. Skype, so lautete die Abmachung, schlieβt jeden vom Telefonkonferenz-Feature aus, der keinen Intel-Chip besitzt - sprich: AMD-User. Die fadenscheinige Begründung: Nur Intel-Chips seien schnell genug für die Gruppengespräche. Das lieβ sich AMD jedoch nicht gefallen und schlägt nun vor Gericht zurück. Als Teil seiner Anti-Kartell-Klagen gegen Intel, so "Cnet" lädt AMD Skype vor, um an die Dokumente des Intel/Skype-Deals zu kommen.
Sechs Millionen World-of-Warcraft-Spieler
Am Montag, das hat Spiele-Entwickler Blizzard Entertainment bekannt gegeben , hat sich der sechsmillionste Spieler für World of Warcraft angemeldet. Damit hat das Online-Rollenspiel seit dem 19. Dezember letzten Jahres um eine Million Spieler in Korea, Europa, China, Singapur, Taiwan, Hongkong und Macao zugelegt. Zu den englischen, deutschen und französischen Versionen werde WoW-Publisher Vivendi Universal nun eineinhalb Jahre nach Spielstart auch eine spanische Version herausbringen. Ob damit speziell auch lateinamerikanische Spieler erreicht werden sollen, lieβ Vivendi Universal allerdings offen.
Auch Viacom will sozial netzwerken
Nach dem immensen Erfolg von Social Networking-Seiten wie MySpace, Friendster oder Orkut will nun MTV-Eigentümer Viacom einen eigenen Dienst anbieten, junge Zuschauer im Netz zu "verknüpfen". Das gab, laut Reuters, gestern ein Viacom-Verantwortlicher bekannt .
Im Internet bisher alles andere als eine ernst zu nehmende Größe will MTV nun aufholen - und muss sich nun einer starken Konkurrenz stellen. Sicher ist: Ein Einstieg von MTV ins Social-Network-Geschäft würde direkt auf einen Kampf gegen den jetzigen Platzhirsch MySpace.com herauslaufen, der erst letztes Jahr von Rupert Murdochs News Corp. für 580 Millionen Dollar aufgekauft wurde und bisher 56 Millionen User, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, anzog.
Ob eine Partnerschaft mit oder eine Übernahme eines existierenden Netzwerkes für MTV der beste Weg zum Erfolg ist, haben die Verantwortlichen aber noch nicht entschieden. Auch noch nicht - und da teilen sie sich die Ungewissheit mit den anderen Seiten - wie denn nun mit den Netzwerken Geld zu verdienen ist. Vielleicht sollten sie einfach mal nach Lettland schauen, wo sich mit 500.000 Mitgliedern über ein Fünftel der Bevölkerung auf der Netzwerkseite Draugiem.lv (für Freunde) tummelt und für beinahe jede Aktion auf der Seite 0,3 Lats, fast 50 Eurocent bezahlt.
Apple patcht Mac
Gleich 20 Sicherheitslücken auf einen Streich behebt Apple mit einem neuen Patch-Paket, wie "Cnet" schreibt. Die nun behobenen Risiken betrafen diverse Mängel im Safari-Browser, dem Apple Mail-Client und der Chat-Software iChat. Der Mac-Hersteller stand vergangene Woche unter keinem guten Stern. Gleich zwei Würmer feierten ihr Debut auf dem einst als sicher geltenden Mac OS X, zusätzlich wurden in denselben Tagen zwei neue Sicherheitslücken entdeckt. Das Security-Update 2006-001 kann mittels des Software-Update-Features von OSX oder der Apple Downloadseite installiert werden.