Neu vertonte Hits: Katy Perry auf Death Metal - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Coverversionen: Death Metal aus Popsongs

Foto: Victoria Will/ AP

Neu vertonte Hits Katy Perry auf Death Metal

Lady Gaga als Volksmusik? Gar nicht so schlecht. AC/DC in der Funk-Version? Hat was! Britney Spears und Katy Perry auf Death Metal? Schööööön böse. Der Musiker Andy Rehfeldt vertont Hits radikal neu. So schafft er herrlich absurde Videos - und eröffnet den Popstars neue Zielgruppen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Katy Perry hat das Mikrofon schon in der Hand - dann bricht martialisches Gitarrengewitter los und eine männliche Stimmte grummelt und schreit zu dem Video mit der 26-jährigen Popsängerin, die bisher nicht für brettharten Death Metal bekannt ist. "Teenage Dream" heißt ihr Lied, das von zwei Musikern neu aufgenommen wurde und auf YouTube zu bewundern ist. Der eine produzierte die Musik in Kalifornien, der andere grölte in Luxemburg dazu ins Mikro.

Solche Metal-Variationen - mal wird Beyonce mit harten Tönen unterlegt, dann das Hochton-Gepiepse der Bee Gees durch gewaltige Metal-Töne ersetzt - stellt der US-Musiker Andy Rehfeldt seit vier Jahren ins Internet . Mittlerweile ist Rehfeldt, der es nach eigenem Bekunden "nie zum Rockstar" geschafft hat, eine Internetberühmtheit.

Rund 65 Videos hat er seitdem auf seiner YouTube-Seite zusammengetragen. In jedem, sagt Rehfeldt, stecken "vier bis fünf Stunden Arbeit". Zeit, die er investiert, wann immer das passt, denn das alles ist nur "ein Hobby". Die Idee kam ihm, als er bei YouTube eine A-Capella-Tonspur von Beyonce fand, erzählt Rehfeldt. Da habe er sich gefragt, wie das wohl in Moll, aber schön hart klingt. Der Rest ist eine Mischung aus Fleiß, Technik und Talent.

Zuerst sucht sich Rehfeldt ein Video, extrahiert die Musik daraus und analysiert sie mit einer Software. "So generiere ich einen Tempo-Plan entlang der Musik, eine Art Muster, damit meine eigene Musik später auch zum Video passt. Dann komponiere ich die neue Musik, nehme sie auf und synchronisiere sie dann mit dem Video." So entstand eine Metal-Version von Justin Biebers "Baby" - damit fing alles an.

Als er bei YouTube die Frage in den Raum stellte, ob jemand Lust habe, auch eine neue Gesangsstimme beizusteuern, meldeten sich gleich mehrere Sänger. Darunter auch Mike "Bördi" Bertemes  aus Luxemburg, der unter anderem Justin Bieber und Kate Perry eine deutlich andere Stimme verlieh. Vier Lieder haben sie gemeinsam über das Internet erarbeitet, weitere sind locker verabredet - mehr dazu im Interview im Kasten:

Fünf Fragen an Mike "Bördi" Bertemes

Andy Rehfeldt hat genug Zeit für solche aufwendigen Hobbys. Hauptberuflich ist er als "Komponist bei Endless Noise Music and Sound Design in Los Angeles angestellt, außerdem trete ich als Gitarrist auf", wie er sagt. Generell seien es harte Zeiten für Musiker. So ernähren sich dann eben ein Metal-Freak, ein Rocker und Funker wie er davon, Werbe-Jingles für bunte Frühstücksflocken mit Fruchtgeschmack zu komponieren .

Wie gut, dass es den kreativen Toberaum YouTube gibt, um Dampf abzulassen. Rehfeldt tut das konsequent. Sein Ansatz funktioniert in beide Richtungen:

  • Weichspüler: Man nehme sich das Video eines bekannten Stars, nehme die originale Stimme, komponiere aber einen neuen Song dazu, den man unterlegt. Und schon singt Lady Gaga Polka, AC/DC spielen "Back in Black" endlich in der Funk-Version und Britney Spears leistet sich eine Country-Death-Metal-Version von "Toxic".
  • Schleudergang: Man nehme sich das Video eines bekannten Stars, komponiere dazu einen Death-Metal-Track und mache die Heulboje Célin Dion oder die Teeny-Absurdität Rebecca Black ("Friday") zum Metalhead.

So erreichen die krassen Töne und Bilder auch Hörer, die viel näher am Mainstream stehen und mit Metal - schon gar in seinen Thrash-, Dark- oder Death-Varianten - sonst herzlich wenig anfangen können. Doch wenn Frank Sinatra oder Céline Dion mit einem Mal Death Metal gröhlen, kommt der Witz auch bei denen an, die damit sonst wenig zu tun haben.

Rehfeldt hat das alles nicht erfunden, aber seine Videos stechen als besonders gut gemacht heraus - er gilt als einer der besten Video-Dubber auf der populären Plattform. Bisher hat sich der YouTube-Ruhm für ihn nicht in konkreten Vorteilen oder Karriereschüben ausgezahlt. "Aber irgendwann", sagt Rehfeldt, "wird sich für mich etwas Gutes daraus ergeben. Ich glaube daran, dass die Video-Dubs meiner Musiker-Karriere förderlich sein werden. Wie und wann? Das ist allerdings 'ne gute Frage."

Bis zum eigenen Durchbruch macht er eben weiter seine musikalischen Gags. Was er als nächstes vorhat? "Chuck Berry wird bald Death Metal singen", verrät er, "und Nicole."

Mit "Ein bisschen Frieden" hat das dann garantiert nichts mehr zu tun.


Auf den folgenden Seiten: Herausragende Rehfeldt-Videos

Death-Metal-Angriff von Katy Perry

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Volksmusik mit Lady Gaga

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

AC/DC in der Funk-Version

Céline Dion auf Death Metal

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Britney Spears mit Country und Metal

Nirvana als Reggae-Klassiker

Ozzy Osborne lernt Smooth Jazz

Tanztee mit Iron Maiden

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Und noch einmal Death Metal - Louis Armstrong und Frank Sinatra

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Mehr lesen über