Neues Geschäftsmodell: MySpace verkauft Fernsehen - DER SPIEGEL
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Neues Geschäftsmodell MySpace verkauft Fernsehen

Bislang bot MySpace vor allem Inhalte an, die Nutzer selbst zur Verfügung stellten: Bilder, Texte, Musik. Nun will man aus der inzwischen gewaltigen Nutzerzahl Kapital schlagen - und macht das Community-Portal zur kostenpflichtigen Downloadplattform für TV-Serien.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dem "Wall Street Journal" zufolge wird MySpace.com ab kommender Woche Folgen der Fernsehserie "24" zum Download anbieten. Zwei Folgen soll es umsonst geben, gesponsort von einem Burgerbrater, die übrigen Folgen sollen 1,99 Dollar pro Stück kosten.

MySpace hat eigenen Angaben zufolge inzwischen über 70 Millionen registrierte Nutzer - wobei stets unklar bleibt, wie viele davon Karteileichen sind - und nun soll aus dieser gewaltigen Zahl auch bares Geld gemacht werden. Die Nutzung von MySpace ist kostenlos, das Angebot finanziert sich bislang ausschließlich über Werbung.

Laut dem "Wall Street Journal" soll MySpace nach den Wünschen der Mutterfirma, Rupert Murdochs News Corp., in ein Portal umgewandelt werden, das mit Yahoo und iTunes mithalten kann. News Corp. hat 580 Millionen Dollar für MySpace bezahlt (das "Wall Street Journal" spricht sogar von 650 Millionen), und diese Kaufsumme soll sich nun wohl langsam amortisieren.

News Corp. hat ein umfangreiches Fernseh-Archiv, auf das man für solche Bezahl-Downloads zurückgreifen kann. Auch die Senderkette Fox gehört zum Konzern - und die verkauft bereits eigene Programminhalte über iTunes. Bei MySpace soll es zunächst nur die erste und die fünfte Staffel von "24" mit Kiefer Sutherland als Terroristenbekämpfer geben, dazu eine einzige, kostenlose Folge der Drag-Racing-Sendung "Pinks" und eine folge einer Sportsendung namens "Firsthand".

cis