"Neverquest": Mutmaßlicher Entwickler des Banking-Trojaners inhaftiert - DER SPIEGEL
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Banking-Trojaner Mutmaßlicher "Neverquest"-Verantwortlicher inhaftiert

Der Banking-Trojaner "Neverquest" wurde genutzt, um Zugangsdaten zum Onlinebanking zu erbeuten. Nun hat die spanische Polizei offenbar den Entwickler des Schadprogramms festgenommen.
Innenstadt von Barcelona
Innenstadt von Barcelona

Innenstadt von Barcelona

Foto: ALBERT GEA/ REUTERS
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Ein von den USA zur Fahndung ausgeschriebener russischer Hacker ist kürzlich auf dem Flughafen von Barcelona festgenommen worden. Stanislaw L. war wegen angeblichen Onlinebetrugs gesucht worden. Der Programmierer befinde sich in Auslieferungshaft, teilte ein Justizsprecher in Madrid mit. Ob L. tatsächlich in die USA ausgeliefert wird, muss jetzt noch das Oberste Gericht Spaniens entscheiden.

Dem 32-Jährigen wird vorgeworfen, das Schadprogramm "Neverquest" entwickelt und eingesetzt zu haben. Die Software späht Zugangsdaten fürs Onlinebanking aus. Der Trojaner verbreitet sich über soziale Netzwerke, E-Mail und über infizierte Webserver. Durch das Programm, das bereits mehrfach modifiziert wurde, könnte ein Schaden in Höhe von rund fünf Millionen Dollar entstanden sein, heißt es.

Die Schadsoftware, die seit 2013 aktiv ist, erkennt Hunderte von Onlinebanking- und Finanzwebseiten. Will ein Nutzer sich dort einloggen, kopiert das Programm die Zugangsdaten. Zudem kann "Neverquest" die Inhalte der Seiten verändern.

Spur verschleiert

Die erbeuteten Daten werden an einen Kontrollserver weitergegeben, über den Angreifer sich in die entsprechenden Konten einloggen können. In den meisten Fällen überwiesen die Kriminellen das Geld dann über mehrere Opferkonten, um die eigenen Spuren zu verwischen. Stanislaw L. soll das Netzwerk geleitet haben.

Schad- und Spähsoftware

Bei einer Untersuchung von Servern, die der Verdächtige in Frankreich und Deutschland betrieben haben soll, wurden mehrere Datenbanken gefunden. Auf einem der Server fand die Polizei nach eigenen Angaben Millionen Zugangsdaten wie Nutzernamen, Passwörter und Sicherheitsfragen.

Ein Gerichtssprecher sagte, wegen Fluchtgefahr und der Schwere der Vorwürfe könne der Verdächtige nicht freigelassen werden. Der Russe wurde den Angaben zufolge bereits in der vergangenen Woche festgenommen und nach einer Befragung inhaftiert.

brt/Reuters/AFP/AP