Abstimmung Facebook fragt seine Nutzer wohl zum letzten Mal
Collage aus Facebook-Profilbildern: 30 Prozent aller Mitglieder müssten teilnehmen
Foto: Rainier Ehrhardt / AFPBerlin - Facebook-Nutzer hatten Dienstagmorgen eine E-Mail in ihrem Postfach, die sie auffordert, über wichtige Regeländerungen abzustimmen. Bis zum 10. Dezember haben die Mitglieder noch Gelegenheit, sich einzubringen. "Die eigentliche Kommentarphase ist beendet", heißt es zwar, "aber Du kannst auch weiterhin Dein Feedback zu den Vorschlägen übermitteln, indem Du an unserer 'Site Governance'-Abstimmung teilnimmst."
Diese Abstimmung könnte die letzte ihrer Art sein, vor allem, wenn die Nutzer nicht mitmachen. Denn unter anderem sollen die mehr als eine Milliarde Nutzer entscheiden, ob solche Abstimmungen abgeschafft werden. Das Online-Netzwerk will auf das Mitspracherecht verzichten, nachdem bei der vergangenen Meinungsäußerung nur 0,04 Prozent der Mitglieder teilgenommen hatten.
Diese letzte "Wahl" galt als Farce. Von dem Wahlaufruf dürften die meisten Mitglieder gar nichts mitbekommen haben, darüber hinaus war die Teilnahme umständlich - und beinahe hoffnungslos. Denn die Hürde für einen Erfolg einer Facebook-Abstimmung ist hoch: 30 Prozent aller Mitglieder müssen teilnehmen, das wären aktuell über 300 Millionen Menschen - kaum erreichbar.
Es ist also zu erwarten, dass solche Umfragen in Zukunft abgeschafft werden - stattdessen will Facebook seinen Nutzern andere Gelegenheiten geben, direkt Fragen an die Verantwortlichen für Datenschutz zu stellen. Dass es überhaupt zu einer Abstimmung kommt, bedeutet, dass mindestens 7000 Mitglieder einen Kommentar dazu abgegeben haben.
Facebook will mit der Regeländerung auch einige Datenschutzeinstellungen erneuern. So erlaubt sich der Konzern in den neuen Regeln, Daten mit anderen Firmen im Firmenverbund zu teilen, zum Beispiel mit dem übernommenen Fotodienst Instagram. Auch wird jetzt klarer darauf hingewiesen, dass andere unter Umständen weiterhin Informationen sehen können, die man aus dem eigenen Profil entfernt hat. Dies hatte die zuständige irische Datenschutzbehörde gefordert.