Norwegen Mordfalle Chatraum?
Oslo - Wie die Osloer Zeitung "Dagbladet" am Sonntag berichtete, fanden Kripofahnder entsprechendes Datenmaterial sowohl im PC des ermordeten farbigen Benjamin Hermansen als auch in Computern der vier wegen Mordverdachts inhaftierten Mitglieder der rechtsextremistischen Gruppe "Boot Boys".
Hermansen, Sohn eines ghanaischen Vaters und einer norwegischen Mutter, war vor einer Woche vor einem Einkaufszentrum im Osloer Vorort Holmlia an mehreren Messerstichen verblutet.
Wenige Stunden später nahm die Polizei fünf Neonazis im Alter von 17 bis 21 Jahren fest, von denen zwei inzwischen wieder auf freiem Fuß sind. In Kopenhagen wurde Ende der Woche ein 19-Jähriger festgenommen, der als wahrscheinlicher Haupttäter gilt.
Auch der Rundfunksender NRK berichtete, dass Hermansen und die Neonazis nach polizeilichen Erkenntnissen vor der Tat im Internet gechattet haben. Die Rechtsextremisten hätten sich dabei in einen elektronischen Kontakt von Benjamin Hermansen mit einem Freund eingeschaltet.
Kriposprecher lehnten jeden Kommentar zu den Berichten ab. Etwa 40.000 Bürger von Oslo unter Einschluss von Ministerpräsident Jens Stoltenberg und Kronprinz Haakon hatten sich Mitte der Woche als Reaktion auf den Mord an einem Fackelzug und einer Kundgebung gegen rassistische Gewalt beteiligt.