NSA-Affäre: Microsoft will seinen Datenverkehr verschlüsseln - DER SPIEGEL
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Angst vor NSA-Spähaktionen Microsoft will seinen Datenverkehr angeblich verschlüsseln

Die Rechenzentren des Microsoft-Konzerns sollen künftig über verschlüsselte Verbindungen miteinander kommunizieren, berichtet eine US-Zeitung. Das Unternehmen wolle damit nicht nur Hacker und Kriminelle abwehren, sondern auch die NSA.
Smartphone mit Microsoft-Betriebssystem: Datenverkehr gegen Lauscher abschirmen
Smartphone mit Microsoft-Betriebssystem: Datenverkehr gegen Lauscher abschirmen

Smartphone mit Microsoft-Betriebssystem: Datenverkehr gegen Lauscher abschirmen

Foto: DADO RUVIC/ REUTERS
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Nach zahlreichen Enthüllungen über das Ausmaß der Datenausspähung durch den US-Geheimdienst NSA will nun auch Microsoft seinen Datenverkehr verschlüsseln. Der Konzern folgt damit den Beispielen von Yahoo und Google, die die Kommunikation zwischen ihren Rechenzentren künftig ebenfalls verschlüsselt abwickeln wollen, nachdem im Oktober bekannt geworden war, dass die NSA diese Verbindungen im großen Stil anzapft.

Wie die "Washington Post " unter Berufung auf Insider meldet, seien die Verantwortlichen zu dem Schluss gekommen, die NSA habe sich möglicherweise Zugang zum weltweiten Kommunikationsnetz des Konzerns verschafft. Wie die US-Tageszeitung weiter berichtet, will sich die Microsoft-Spitze noch in dieser Woche treffen und beraten, welche Verschlüsselungsmaßnahmen in welchem Zeitraum umgesetzt werden könnten. Über die möglichen Kosten einer solchen Umstellung wurde nichts bekannt.

Die Befürchtungen des Konzerns bezeichnet das Blatt als durchaus begründet. Zwei von der Zeitung veröffentlichte Dokumente aus dem Bestand von Edward Snowden beschreiben, wie die NSA gegen Google und Yahoo vorgeht und erwähnen dabei auch Microsofts E-Mail-Angebot Hotmail. Es gebe Hinweise, dass auch der Microsoft-Dienst vom Geheimdienst beobachtet worden sei .

Eine Bestätigung von unabhängiger Seite, dass diese Vermutungen zutreffen, liege zwar nicht vor, dennoch seien die offengelegten Inhalte "sehr beunruhigend", wird der Leiter von Microsofts Rechtsabteilung, Brad Smith, zitiert. Würden sie sich bewahrheiten, so Smith, hätte man es nicht nur mit Hacking und dem Diebstahl privater Daten, sondern auch mit einem Verfassungsbruch zu tun. Ähnlich scharf hatte sich schon Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt geäußert, als er Anfang November sagte: "Wenn es wahr ist, dass die NSA sich zwischen Googles Rechenzentren geschaltet hat, wäre das wirklich unverschämt."

Mit der Verschlüsselung des Datenverkehrs würde Microsoft zu anderen Netzunternehmen aufschließen. Diese würden neben Hackern, Cyber-Kriminellen und ausländischen Geheimdiensten inzwischen auch Regierungsbehörden als potentielle Bedrohung ihrer Datensicherheit betrachten. Das markiere, so der Kryptografie-Experte Matthew Green von der Johns Hopkins University, einen deutlichen Wandel im Umgang mit Sicherheitsfragen, der mit immensem technischen Aufwand verbunden sei.

meu