Offene Plattformen MySpace folgt Facebook
Einer der MySpace-Gründer, Christ DeWolfe, sagte der "Financial Times", Facebooks Plattform sei "interessant". Selten hört man einen Industrievertreter so offen lobend über die Konkurrenz sprechen. Nun will man sich bei MySpace offenbar an dem von vielen als revolutionär betrachteten Schachzug der Facebook-Gründer orientieren: MySpace soll laut DeWolfe ebenfalls zu einer offenen Plattform werden, auf der auch Drittanbieter eigene Anwendungen ins Spiel bringen können.
Man werde "mehr Entwickler dazuholen", sagte DeWolfe der Zeitung. Facebooks Ansatz sieht so aus: Externe Entwickler können Anwendungen für die Community-Plattform schreiben - etwa Musikempfehlungs-Programme oder Systeme zum Fototausch zwischen verschiedenen Usern Nutzern. Was mit diesen Anwendungen verdient wird - ein Musikempfehlungsprogramm etwa könnte auch auf Einkaufsmöglichkeiten verweisen, der Anbieter könnte Provisionen für getätigte Käufe kassieren - bleibt bei demjenigen hängen, der die entsprechende Anwendung entwickelt hat. Für Facebook steigt so kontinuierlich der Mehrwert, den die Plattform den Nutzern bietet, weil ständig neue Zusatzdienste entwickelt werden. Inzwischen sollen es mehr als 1000 sein.
DeWolfe sagte der "Financial Times", auch der gegenwärtige Ansatz von MySpace biete den Nutzern schon einige Möglichkeiten - im Moment können Nutzer beispielsweise Videos oder Musikplayer in ihre Profilseiten integrieren. Man werde den eigenen Nutzern "wahrscheinlich beide Möglichkeiten zur Auswahl anbieten", so DeWolfe.
Bislang ist MySpace mit externen Anbietern, die etwa mit Werbung in eingebundenen Diensten Geld verdienen wollten, sehr restriktiv umgegangen. Das scheint man nun ändern zu wollen. MySpace soll über 150 Millionen registrierte Nutzer haben, Facebook hat 27 Millionen Nutzer, von denen ein großer Teil Studenten sind. Facebook gilt als Vorbild für das deutsche Angebot StudiVZ.
cis