Online-Musik: Yahoo eröffnet den Preiskampf - DER SPIEGEL
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Online-Musik Yahoo eröffnet den Preiskampf

Mit Verspätung drängt nun auch Yahoo auf den Markt für Musik-Downloads. Viel verpasst hat der einstige Web-Pionier wohl kaum, denn noch ist der Markt klein, die Verdienste winzig - und den Löwenanteil kassiert bisher Apple. Yahoo hält nun mit Niedrigpreisen dagegen.
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Im Vorfeld hatte es geheißen, Y! Music Unlimited  wolle Apples iTunes und anderen Konkurrenten mit Kampfpreisen Marktanteile abjagen. Bekannt war auch, dass Yahoo ähnlich wie Realnetworks und Napster auf eine Art Abo-Modell setzen würde, bei dem man pauschal für den Zugriff auf Musik zahlt, über die man dann nur so lange verfügen kann, wie man zahlendes Mitglied des Services bleibt: Ob so etwas funktionieren kann, ist heiß umstritten und wird derzeit von mehreren Anbietern in der Praxis erprobt.

Yahoo, so viel war bekannt, will das Abo für 6,99 Dollar anbieten - ein Kampfpreis im Vergleich zu den Marktüblichen 14,99 Dollar. Sollte das die Konkurrenz geschockt haben, ist sie mittlerweile wohl hintenüber gefallen: Yahoo bewirbt seinen neuen Y! Music Unlimited-Service in der stärksten Rabattierung (Jahresabo) sogar für umgerechnet monatlich 4,99 Dollar.

Für diesen Preis erhält der Nutzer Zugriff auf eine Million Titel in einer Musikdatenbank. Will er ein Lied permanent herunterladen und brennen, werden pro Song 79 Cent fällig (gegenüber 99 Cent für Nicht-Abonnenten). Wie bei der Konkurrenz lassen sich die Songs kostenfrei auf einen mobilen Player übertragen. Als zusätzliches Gimmick ermöglicht es Yahoo, die abonnierten Songs über den Yahoo Messenger an andere PC-Nutzer zu streamen: So kann man Freunden über Entfernungen hinweg Musik "vorspielen".

Das neue Yahoo-Angebot fügt sich ein in ein bisher eher auf Schnuppern angelegtes Musikportfolio, das in den USA sehr erfolgreich sein soll. Unter dem Label "Launch" ist Yahoo als Webcaster mit rund 120 Radiostationen aktiv, und auch hier gibt es seit längerem Kauf- und Brennangebote (99 Cent), sowie ein Abomodell, das beim Hören der Webradios das Überspringen von Songs ermöglicht. Launch gibt es kostenlos (mit Werbung und ohne Sonderfunktionen) oder im Abo für 2,99 Dollar.

Marktanalysten entdecken sowohl in den Kampfpreisen als auch in Yahoos gehörigem Marktgewicht durchaus Chancen, selbst dem Platzhirschen am Online-Musikmarkt Konkurrenz zu machen. Apple beherrscht mehr als 70 Prozent des weltweiten Download-Musikmarktes, spielt in Deutschland allerdings die zweite Geige: Hier beweist MusicLoad, was man mit satten Werbebudgets und intelligenten Deals mit Fernsehsendern so alles erreichen kann.

Wie üblich geht Yahoo zunächst in den Vereinigten Staaten an den Start. Ob und wann ein Export des Musikservices angedacht ist, ist bisher nicht bekannt.

Das Yahoo Music-Angebot scheint für Microsofts Internet Explorer optmiert zu sein. Andere Browser (Firefox, Mozilla, Opera 8, Netscape 8) erkennt der Service entweder gar nicht oder fehlerhaft und verweigert beispielsweise das Abspielen von Musikvideos. Ein Grund dafür scheint darin zu liegen, dass Yahoo zwingend Pop-ups einsetzt. Eine etwas sonderbare Strategie: Auch der für den Juli angekündigte Microsoft Internet Explorer 7 wird als letzter der modernen Browser mit einem "ab Werk" eingeschalteten Pop-up-Blockierer ausgerüstet sein.

Manche Angebote sind auch nur für Nutzer aus den USA freigeschaltet. Yahoo verweist hier auf die deutschen Launch-Services (de.launch.yahoo.com).

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