Open Source versus Microsoft: "Freie Rede, freie Software" - DER SPIEGEL
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Open Source versus Microsoft "Freie Rede, freie Software"

In ungewöhnlichen scharfen Worten hatte sich in der letzten Woche Microsoft-Vize Craig Mundie gegen die Open-Source-Bewegung geäußert. Das konnte nicht lang ohne Antwort bleiben: Free-Software-Guru Richard Stallmann stellt klar, worum es wirklich geht.
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Boston - Der Präsident der Free Software Foundation, Richard Stallman, weist die von Microsoft in der vergangenen Woche gegen quelloffene Software erhobenen Vorwürfe zurück. Stallman schreckt dabei auch vor Pathos nicht zurück und erklärt, dass die Free Software Foundation zwar erst 1984 gegründet wurde, letztlich jedoch "inspiriert" sei von den "Idealen der US-amerikanischen Unabhängigkeit von 1776". Die Werte Freiheit, Gemeinschaft und freiwillige Zusammenarbeit führten nicht nur zu freier Rede, sondern auch zu frei verfügbarer Software.

Microsoft Vize-Präsident Craig Mundie hatte die Programmierer frei verfügbarer und quelloffener (open source) Software in der vergangenen Woche angegriffen. Quelloffene Software, die in der Regel kostenlos von weltweit zusammenarbeitenden Programmierern geschrieben wird, sei ungesund für den Markt und eine große Gefahr für Anwender. Microsoft werde sich niemals an der so genannten Open-Source-Bewegung beteiligen.

Stallman erklärte weiter, grundsätzlich sei jeder eingeladen, an der Programmierung quelloffener Software mitzuarbeiten. Allerdings könne niemand einfach nur den Nutzen aus der freiwilligen Arbeit der Programmierer ziehen. Entwickle jemand Software weiter, die unter der Lizenz der Free Software Foundation, der General Public License (GPL), erstellt wurde, müsse er seine Arbeit der Gemeinschaft unter den gleichen Bedingungen wieder zur Verfügung stellen. Microsofts Strategie sei dagegen in erster Linie darauf ausgerichtet, ein in sich geschlossenes System zu schaffen.

Das bekannteste Ergebnis der Arbeit der in der Free Software Foundation zusammengeschlossenen Programmierer ist das PC-Betriebsystem Linux, das frei und kostenlos im Internet verfügbar ist. Für Linux gibt es darüber hinaus inzwischen Tausende Anwendungsprogramme. Im Unterschied zu so genannter proprietärer Software, wie sie unter anderen Microsoft verkauft, werden diese Programme zusammen mit ihrem Quellcode zur Verfügung gestellt, so dass Programmierer sie weiterentwickeln können.