Oracle und Google sollen bezahlte Blogger outen - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Gekaufte Blogger, Android-Kopierschutz, Tablet-Office

Heute im Netzwelt-Ticker: Google und Oracle müssen Autoren auf ihrer Lohnliste outen; ein neues Copyright-Feature für Android wurde nach App-Abstürzen deaktiviert; Microsoft spendiert seinem Surface-Tablet Schmalspur-Office zur Akku-Pflege.
Oracle: Rechtsstreit mit Google soll bezahlte Blogger ans Licht bringen
Oracle: Rechtsstreit mit Google soll bezahlte Blogger ans Licht bringen

Oracle: Rechtsstreit mit Google soll bezahlte Blogger ans Licht bringen

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS
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Während die Auseinandersetzungen zwischen Apple und Samsung teilweise zur öffentlichen Gaudi verkommen, inklusive des Versuchs, Science-Fiction-Filme als Beweismaterial zuzulassen, raucht es ordentlich zwischen Google und Oracle. Auch außerhalb des Gerichts ziehen die Kontrahenten sämtliche Register, was William Alsup, den zuständigen Richter am Bezirksgericht San Francisco, dazu bewog, beide Unternehmen zur Offenlegung von bezahlten Autoren auf ihrer Lohnliste zu verdonnern . Dazu gehörten sämtliche "Print- oder Internet-Autoren, Journalisten, Kommentatoren oder Blogger, die Kommentare zum Streitfall gemacht haben oder dies noch planen". Beide Parteien haben Zeit bis Freitag, 17. August.

"Cnet" kann bereits mit der Antwort von Oracle aufwarten, eine Sprecherin ließ ausrichten, ihr Haus habe stets sämtliche finanziellen Beziehungen in diesem Fall offengelegt . Und fügte an: "Wir verstehen diese Anordnung, auch indirekte Zahlungen zu berücksichtigen, vor allem als an Google gerichtet."

In Oracles Diensten aber steht zum Beispiel der Patent-Spezialist Florian Müller, der sich in seinem Blog "Foss Patents" seit langem zu entsprechenden Fragen äußert. Müller sei allerdings ein "selbsternannter Experte", wie "Paid Content" etwas säuerlich anmerkt, ohne eine einschlägige Ausbildung und ohne gegenüber der Leserschaft seine persönlichen oder gar finanziellen Verquickungen ausreichend klarzustellen . Nur ganz am Anfang des Prozesses habe er einmal vermeldet, er werde von Oracle bezahlt. Oracle betont aber, man habe die Geschäftsbeziehung zu Müller längst öffentlich gemacht. Nun sei Google am Zug.

Android-Copyright-Feature nach App-Abstürzen deaktiviert

Eigentlich sollte ein neues Copyright-Feature den Klau von Bezahl-Apps für Android 4.1 Jelly Bean verhindern. Der Kopierschutz App Encryption versah jede App vor der Installation mit einem gerätespezifischen Schlüssel, womit das geladene Programm auf keinem anderen Gerät laufen kann. Allerdings gab es Berichte, wonach derartig erworbene und installierte Apps sich nicht starten ließen .

Ehe komplizierte Workarounds zur Behebung des Fehlers fertiggestellt werden konnten, entschied sich Google offensichtlich für den einfacheren Weg. Betroffene müssen die entsprechenden Apps lediglich löschen und sie erneut vom auf die neueste Version aktualisierten Google Play Store herunterladen und installieren.

Die auf diese Weise erhaltenen APK-Dateien werden nun im unverschlüsselten Teil der SD-Karte des Geräts abgelegt , so wie es auch in früheren Android-Versionen der Fall war. "The Register" schließt daraus, dass Google die App Encryption für Jelly Bean zumindest vorläufig abgeschaltet hat, bis das Problem gelöst ist.

Microsoft spendiert Surface-Tablet Schmalspur-Office zur Akku-Pflege

Wie steht es eigentlich um die Stabilität und Akkulaufzeit von Microsofts kommendem Surface-Tablet? Nicht allzu gut, legt "The Verge" nahe. Das Fachmagazin will aus Insiderquellen erfahren haben, die Redmonder planten, dem hauseigenen Plattrechner nur eine abgespeckte Version ihrer Bürosoftware Office 2013 RT zu spendieren . Um das Durchhaltevermögen und die Ausfallsicherheit des Akkus zu steigern, soll das neue Office um einige ressourcefressende Features erleichtert werden. Herausgefallen sind angeblich Add-Ins von Drittanbietern, Makros und die VBA-Unterstützung (Visual Basic for Applications). Auch eine "kleine Anzahl anderer Features" sei entfernt worden.

Der AGB-Scanner

"Ich habe die obenstehenden AGB gelesen erkläre mich mit ihnen einverstanden", das dürfte die größte Lüge im Netz sein , glauben die Macher von "Tos-dr.info", einer Seite, die sich auf dem Wege des Crowdsourcings mit den "Terms of service", den Geschäftsbedingungen vieler Unternehmen beschäftigt und ihnen in Sachen Verständlichkeit Kopfnoten von A ("sehr gut") bis E ("sehr schlecht") verpasst. das "dr" im Titel steht für "didn't read", habe ich nicht gelesen. Denn wer studiert schon seitenlanges Kleingedrucktes, bevor er auf "Accept" klickt?

Wer also wissen will, ob das, was er beim Surfen, oder Installieren zumeist ungelesen bestätigt, aus der User-Perspektive Hand und Fuß hat, bekommt hier Rat. Obschon noch nicht ganz fertig, hat das Projekt bereits das Kleingedruckte von Anbietern wie Facebook, Twitter oder Google geprüft. Die Mitglieder einer offenbar eifrig Rechtstexte studierenden Mailingliste sollen mithelfen.

Ende August wollen die Macher ihren Service auf der Berliner Campus Party  vorstellen, doch einstweilen benötigen sie noch weitere Unterstützung. Vor allem an juristischer Expertise mangele es derzeit noch, bewanderte Juristen werden daher aufgefordert, "unserer Arbeitsgruppe beizutreten".

Auch das noch:

  • Heiratsantrag wird viral . Nichtsahnend kniete Joel Bush im texanischen Austin nächtens im Stadtpark und machte seiner Freundin einen Antrag. Ein Fotograf knipste die Szene und stellte das Foto bei Reddit mit der Frage ein, wer denn da wem einen Antrag gemacht habe. Schließlich bekam das auch Joel Bush mit, der sich über das Bild sehr freute. Der Fotograf will das Motiv der Szene in hochauflösender Version dem glücklichen Paar überlassen. Seine Honorarvorstellungen sind bescheiden: "Kaffee und ein Stück Käsekuchen."
  • Kein Segen für Rupert Murdoch . Gar zu garstig haben Murdoch-Angestellte Unschuldigen hinterher spioniert, in der Aufarbeitung des Skandals hat der Konzern des Medien-Tycoons ebenfalls keine gute Figur gemacht. Nicht gerade ein geeignetes Investitionsziel für unseren Pensionsfond, entschied nun die Church of England und zog ihre Beteiligung an News Corp zurück. Zwar dürfte der Verlust von umgerechnet 1,9 Millionen Euro Einlagegeldern den 70-Milliarden-Koloss nicht weiter schmerzen. Auf Murdochs PR-Abteilung kommt jedoch nun noch mehr Arbeit zu.
  • Google zeigt weltweiten Waffenhandel . Wer macht mit wem wie viele Geschäfte, das macht eine interaktive Google-Grafik anschaulich und deutlich.

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