Passwort-Alternative: OpenID gegen Facebook Connect - DER SPIEGEL
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Web-Anmeldung: So funktioniert OpenID

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Login-Methoden Facebook profitiert vom Passwort-Chaos

Wer sich im Web bewegt, hat zig Identitäten, für jedes Angebot einen Nutzernamen und ein Passwort. Das nervt! Dabei gibt es mit OpenID seit Jahren eine Alternative. Davon haben Sie nie gehört? Das könnte an Facebook liegen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein sicheres Login für alle Webseiten: Es könnte so einfach sein. Wenn die Betreiber von Diensten und Webseiten denn mitspielten. Das Prinzip heißt "Single Sign-on", und die nötige Technik dazu gibt es seit Jahren. Unter dem Namen OpenID haben große Web-Unternehmen einen offenen Standard entwickelt.

So funktioniert es: Man sucht sich einen Web-Dienst, bei dem man sich eine OpenID erstellt, zum Beispiel CloudID.de . Das ist der sogenannte Identitätsprovider. Will man sich bei einer Website , ohne sich dort extra ein Nutzerkonto einzurichten, gibt man dort einfach einen Link auf seine OpenID ein. Im Hintergrund bekommt die Webseite dann eine Bestätigung geschickt (siehe Fotostrecke).

Weil aber viele Nutzer eher über einen Facebook-Account verfügen und von OpenID noch nie gehört haben, bieten viele Webseiten lieber ein Facebook-Login an. Das funktioniert so ähnlich - allerdings bestätigt Facebook nicht nur, wer da vorbeikommt, sondern kann zusätzliche Daten herausgeben. Die E-Mail-Adresse und die Freundesliste zum Beispiel.

OpenID als universeller Web-Ausweis

Auch andere große Web-Firmen wie Google, Yahoo, Twitter oder PayPal stellen ihren Nutzern einen zentralen Web-Ausweis zur Verfügung. Die Anbieter von Webseiten müssen sich nur darauf einlassen. Statt vieler Passwörter merkt man sich nur noch einige wenige. Das muss nicht schlecht sein: Viele Accounts der großen Anbieter lassen sich gut absichern, mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Dabei muss man nicht nur ein Passwort eingeben, sondern bekommt zusätzlich zum Beispiel einen Zahlencode aufs Handy geschickt, wie beim Online-Banking. Allerdings gibt man so noch mehr Information über seine Nutzungsgewohnheiten preis. Und je mehr Webseiten Facebook als Login-Dienst voraussetzen, desto weniger kommt man als Nutzer um ein Konto bei dem Milliardennetzwerk herum.

Ganz anders funktioniert OpenID: Hier kann man sich aussuchen, wen man seine Identität verwalten lässt. Unter den zahlreichen Anbietern befindet sich auch Google. Aber man kann sich auch selbst einen OpenID-Server einrichten und so zum Selbstverwalter seiner Identität werden. Vor allem aber kann man sich eine oder mehrere Identitäten ausdenken, auch mit völlig frei erfundenen Namen - was bei Facebook-Kontos schwerer ist.

Fingerabdruck lässt sich kopieren

Auch der Firefox-Hersteller Mozilla hat eine Zeitlang an einem solchen System gearbeitet. Persona sollte das Google- oder Facebook-Login ersetzen, mit mehr Datenschutz. Doch weil zu wenige Webseiten und Dienste mitmachen wollten, hat Mozilla gerade die Entwickler von dem Projekt abgezogen - sie sollen sich nun um wichtigere Dinge wie das Firefox-Handy und einen App-Store kümmern. Seitdem läuft Persona auf Sparflamme.

Gute Gründe für einen offenen, dezentralen Standard wie OpenID. Zur allgemein anerkannten Web-Ausweistechnik ist das Protokoll allerdings in all den Jahren nicht geworden. Vielleicht tragen die Passwort-Katastrophen der jüngeren Vergangenheit dazu bei, dass alternative, dezentrale Identifikationsmethoden fürs Netz eine dringend nötige Renaissance erleben.