PC-Abgabe: Gema will bei Computerverkäufen mitverdienen - DER SPIEGEL
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PC-Abgabe Gema will bei Computerverkäufen mitverdienen

Rückwirkend zum 1. Januar will die Musik-Verwertungsgesellschaft Gema PC-Hersteller mit 41 Mark pro verkauftem Gerät zur Kasse bitten. Begründung: Computer und Internet bieten auch Gelegenheit für legale Kopien.
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"Wir halten lediglich mit der technischen Entwicklung Schritt", begründete Gema-Pressesprecher Hans-Herwig Geyer gegenüber SPIEGEL ONLINE den Vorstoß. Bisher müssen PC-Hersteller und -Importeure keine Abgaben an die Gema entrichten. "Der Gesetzgeber sieht das aber grundsätzlich vor", erklärte er.

Bereits jetzt werden Hersteller von "Hardware" - sprich: Tonbandgeräten oder Videorekordern - und "Software" - also Tonbändern und Videokassetten - zur Kasse gebeten. Da sei es logische Folge, die Computerindustrie einzubeziehen, so Geyer. Schließlich hätte heute jeder Surfer die Möglichkeit, Musik auf Festplatte oder andere Datenträger zu speichern. CD-Brenner sind auf dieser Rechnung noch nicht verbucht. Für sie soll eine gesonderte Gebühr von 17 Mark erhoben werden.

Die Summe von 41 Mark resultiere aus den heutigen Gebühren für Bild- und Tonabspielgeräte. Pro Videorekorder müssen derzeit 18 Mark bezahlt werden, ein Tonbandgerät schlägt mit 2,50 Mark zu Buche. Die Gema allerdings fordert von der Bundesregierung eine Verdopplung der Gebühren. Macht zusammen 41 Mark.

"Mit dem PC können sowohl Bild- als auch Tondokumente kopiert werden. Wir müssen also beides ansetzen", erläuterte Geyer. Einen unmittelbaren Zusammenhang mit den jüngsten Urteilen zu MP3-Kopien aus dem Internet, bei denen die Musikindustrie einige Rückschläge erlitt, bestritt Geyer: "Wir gehen nur mit der Zeit - und die ist jetzt reif für eine PC-Abgabe."

Dass die Hardware-Produzenten die Gema-Gebühr an die Verbraucher weitergeben, glaubt Geyer nicht. Bisher seien die Preise für PCs stets gefallen. Da würde auch die 41-Mark-Abgabe keine Trendwende herbeiführen. Eine Trendwende sicher nicht. Ob die PC-Hersteller angesichts höherer Kosten die nächste Preissenkungsrunde wie geplant einläuten, darf allerdings bezweifelt werden.

Thorsten Pifan