PC-Computerspiele Kicker, Eroberer und Superstars
Die meisten Männer schmelzen beim Anblick schneller Autos dahin. Darum parkt ein fetziges Autorenn-Spiel unter dem Weihnachtsbaum vermutlich ganz gut. Die Bleifuß-Fraktion fährt momentan auf Electronic Arts' "Need for Speed: Underground" (für PC rund 40 Euro, für Playstation 2, Gamecube oder Xbox etwa 50 Euro) ab, weil man bei der spielbaren Huldigung an den Tuning-Kult 19 Zoll-Felgen von OZ und Fahrwerke von Eibach ans Auto schrauben kann.
Solches Glitzer-Zubehör wäre im wahren Leben fast unbezahlbar, hier löhnt man nur mit Leistung. Wer illegale Straßenrennen gewinnt und auf dem Dragstrip die Nase vorn hat, verbucht entscheidende Stylingpunkte auf seinem Konto. Die Positionskämpfe sind so packend, dass einige Schwächen gar nicht auffallen; zum Beispiel die, dass man mangels Netzwerk-Option gezwungenermaßen Electronic Arts Internet-Server nutzen muss, um mehrere Rechner zwecks gemeinschaftlichem Racing zu koppeln.
Tipps für Fußball-Begeisterte
Unter Fußballern hält der Daddel-Kick namens "FIFA 2004" (für PC rund 40 Euro, für Playstation 2, Gamecube und Xbox ab 50 Euro) momentan die Tabellenspitze. 350 Teams aus aller Welt mit insgesamt 10.000 Kickern aus 16 internationalen Ligen - angesichts solcher Zahlen werden Fans verschmerzen, dass nur die wirklich prominenten Balltreter ihren Vorbildern aus Fleisch und Blut ähneln. Immerhin überzeugt die früher wegen ihrer einfältigen Steuerung gescholtene "FIFA"-Serie diesmal auch als realitätsnahe Simulation. "Off-The-Ball" nennt Hersteller Electronic Arts die neu geschaffene Möglichkeit, bei Pässen gleichzeitig den abgebenden und den annehmenden Kicker kontrollieren zu können. Nach einigen Stunden der Eingewöhnung gehen raffinierte Spielzüge richtig prima von der Hand.
Eine weitere Neuerung soll vor allem den Absatz eines weiteren Fußball-Titels aus dem Electronic Arts-Stall ankurbeln. Es geht um den "Fußball Manager 2004" (für PC, Playstation 2 und Xbox ab etwa 40 Euro), der Fußball begeisterte Kaufleute und Taktiker im Visier hat. Eine Option namens "Football Fusion" erlaubt es, eine Mannschaft aufzubauen und sie in "FIFA 2004" zum Einsatz zu bringen. Als Besitzer beider Games kann man dann aktiv um Siege kämpfen und ist nicht länger einer Automatik ausgeliefert, die alle Spielzüge selbst ausführt. Ein raffinierter Doppelpass, mit dem Electronic Arts den größten Konkurrenten ausspielen möchte: Ascarons "Anstoß 4 Edition 03/04" (für PC, rund 40 Euro) gilt unter Fans wegen seiner umfassenden Eingreif-Möglichkeiten nämlich als ungeschlagen, auch ohne Actionteil.
Die Welt als Geschenk
Wer taktische Spielchen mag, aber sich vor Fußball sträubt, hat vor rund einem Jahr vielleicht bei "Age of Mythology" (für PC, ab 40 Euro) die Welt erobert. Jetzt frischt Microsofts seinen preisgekrönten Strategie-Bestseller auf: Das Zusatz-Programm "Titans" fügt der bestehenden Welt das sagenumwobene Reich von Atlantis inklusiver mächtiger Titanen-Götter hinzu. Dazu kommen so viele neue spielbare Kapitel und Herausforderungen, dass die Fachpresse vor Begeisterung überschäumt. Wer da einen draufsetzen will, verschenkt dazu die wunderschön ausgestattete "Age of Mythology Collectors Edition". Sie enthält, vom für das Addon notwendigen Originalspiel abgesehen, eine umfangreichen Video-DVD mit Making-of-Material, ein englisches Mythologie-Sachbuch, Plakate und eine Minotaurus-Sammelfigur.
Baut der oder die Liebste lieber an Eisenbahnen als Weltreichen, könnte "Railroad Tycoon 3" (für PC, ab 40 Euro) die richtige Wahl sein. Im dritten Teil aus der traditionsreichen Schienenleger-Serie erlebt der Spieler das goldene Zeitalter des Eisenbahnbaus nach. Ausgehend von der Mitte des 19. Jahrhunderts erobert man mit Stahlrössern den amerikanischen Kontinent, überquert die Alpen und verbindet das Deutsche Reich mit Italien. Die Pionierzeit der Eisenbahn sieht allerdings spröde aus; dafür überzeugt die Mischung aus Eisenbahnbau und Kaufmanns-Simulation mit Tiefgang und Dauerspaß.
Partyspaß auch ohne Millionen
Aus demselben Haus wie "Railroad Tycoon 3", nämlich Take 2, stammt der launige Partyspaß "You don't know Jack 4" (für PC, ab 35 Euro) - quasi "Wer wird Millionär" auf Speed. Quergedachte Scherzfragen, zum Beispiel der nach den Innereien eines Atombusens, kommen wie aus dem Maschinengewehr geschossen und treiben einem die Tränen in die Augen. Für maximalen Spaß sollten allerdings nicht weniger als drei Leute an dem pfiffigen, erfrischenden, anarchistischen Quiz-Kreuzfeuer teilnehmen.
Fans der Sozial-Simulation "Die Sims" (von Maxis, für PC. Preis: in der Grabbelkiste etwa 10 Euro, als reichhaltig ausgestattete Deluxe-Edition 40 Euro) werden vermutlich die aktuellen Add-Ons reizvoll finden. Diese Zusatzprogramme funktionieren nur zusammen mit dem Hauptprogramm. Eines davon trägt den viel sagenden Titel "Hot Date". Damit es im Leben der künstlichen Menschen aus dem Computer richtig knistert, ergänzt das Dating-Extra die normalerweise sehr biedere Liste an möglichen Wohnungs-Ausstattungen um Kuschelsofas, Whirlpools und andere Liebesnester. Schade, dass die sich daraus entwickelnden Szenen durch einen Grafik-Filter im kritischen Bereich entschärft sind.
Für Tochter und Sohn eignet sich aber vielleicht ohnehin das Add-On "Megastar" besser. Damit kann der Nachwuchs in den eigenen vier Wänden eine Karriere als Gesangs-, Model- und Kino-Talent starten - und muss sich nicht im Fernsehen zum Affen machen.