PC-Games Highlights für das Weihnachtsfest
Mittlerweile stehen so viele PCs in deutschen Wohn-, Arbeits-, Spiel- und Kinderzimmern, da passt ein Computerspiel als Geschenk immer, oder? Der Auserwählte, sollte man meinen, kann auf jeden Fall was damit anfangen. Richtig?
Leider falsch: Rund 12 Millionen PCs in deutschen Haushalten verfügen über höchstens 32 MB RAM und Oldie-Prozessoren. Sie sind zu alt - und damit als Unterhaltungs-System ausgebremst. Moderne Spiele-Software produziert bestenfalls rucklige Bilder und im schlimmsten Fall üble Abstürze. So oder so ist der Ärger buchstäblich vorprogrammiert.
Wer dem Beschenkten Freude bereiten und keinen Frust einbrocken mag, sollte also wissen, ob dessen PC aktuellen Ansprüchen genügt! Wenn das Gerät nicht mehr als ein bis höchstens zwei Jahre auf dem Buckel hat, sollte es für aktuelle Spiele gerüstet sein. Technisch betrachtet, muss das System über mindestens 128 MB RAM, einen Prozessor mit 500 Mhz (die Marke ist egal) und eine leidlich aktuelle 3D-Grafikkarte (heißt sie "Radeon" oder "GeForce 1 bis 3", ist alles okay) verfügen. Immerhin rund 6 Millionen PCs in Deutschland nehmen nach Angaben der GfK diese Hürde.
Natürlich gilt es, den Geschmack des "Delinquenten" zu treffen. Kann er sich stundenlang vor dem PC vergraben? Dann mag er vermutlich Aufbau-Strategien. Das sind Spiele, bei denen man ganze Welten erschafft, naturgemäß eine zeitaufwendige Sache.
Spielt er zwar gerne, aber höchstens eine Stunde am Tag und auch mal gemeinsam mit anderen Leuten? Aha, ein Action-Fan. Wirft bestimmt gerne mal ein Sportsimulation ein, sofern er sich auch sonst für Bundesliga, Schumi und Co. interessiert.
Last not least hätten wir die Gelegenheits-Spieler, die sogenannte "Moorhuhn"-Klientel. Leute, die es einfach mögen und sich nur selten, aber dann gern von großen Namen zum Spiel am PC verführen lassen. Von Namen wie "Harry Potter" oder "Wer wird Millionär" - mehr dazu auf der folgenden Seite...
Der PC-Spiele-Überblick im Überblick
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Für dich, mich und den Rest der Familie
Ein Titel steht ganz oben auf den Wunschzetteln der Kids und solcher, die es geblieben sind: Das PC-Spiel zum Bestseller "Harry Potter und der Stein der Weisen" (100 Mark). In Electronic Arts' einfach gestricktem Geschicklichkeitstest schlüpft der Spieler in Harrys Haut und erlebt gemeinsam mit Ron, Hermine und den anderen Helden die Handlung von Buch und Film nach. Ein unterhaltsames Action-Abenteuer mit netten Einfällen.
Um eine Frage und vier Antworten herum strickt Eidos "Wer wird Millionär 2. Edition" (70 Mark), das Spiel zum TV-Quiz. Zwar kneift Günther Jauch als Moderator, doch sein Ersatz versprüht mit treffenden Sprüchen ähnlichen Charme. Der hohe Schwierigkeitsgrad der 1000 Fragen lädt die gesamte Familie zur gemeinsamen Hirn-Marter ein. Wer's einfacher mag, langt zur "Wer wird Millionär Junior Edition" (70 Mark).
Reaktion statt Hirn braucht's für Ravensburgers "Moorhuhn 3" (25 Mark), bei der Fans wieder mal mit Maus und Fadenkreuz auf Flattervieh in neuer Umgebung zielen. Dümmer geht's immer: Infogrames' Spielesammlung "Popstars Bro'Sis" (60 Mark) unterfordert mit simplem Quiz, Schiebe-Puzzle und Tanzschule selbst jene deutschen Teenager-Töchter, die laut der aktuellen OECD-Studie Pisa schlechter lesen als ihre Konkurrenten in diversen Schwellenländern.
Mehr Geist und Esprit versprüht Electronic Arts "Die Sims Hot Date" (50 Mark), denn bei der Ergänzung zur beliebten Sozial-Simulation "Die Sims" stehen zwischengeschlechtliche Affären auf dem Programm. Wer lieber grübelt als baggert, wird in Eidos' hervorragendem Schachprogramm "Fritz 7" (100 Mark) seinen Meister finden.
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Tipps für Architekten und Strategen
Wer Länder regieren, Imperien bilden oder erfolgreich wirtschaften will, ist als Anhänger der Aufbau-Strategie leicht zu beglücken: Das Genre zeichnet sich zurzeit durch vielfältige Auswahl aus. Bei Microsofts "Zoo Tycoon" (90 Mark) beispielsweise kann jeder seinen eigenen Tierpark planen, Gehege schmieden, Wege pflastern, ein Unterhaltungsprogramm für die Besucher inszenieren und Finanzielles steuern. Gelungen: die detailverliebte Grafik und die logische Handhabung.
"Stronghold" aus dem Hause Take 2 darf sich dieselben Prädikate an die virtuelle Brust heften, kommt aber mit der witzigeren Grundidee daher. Erst stampft der Spieler immer aufwendigere Burgen aus dem Boden und sieht dann zu, wie diese vom Computergegner per Katapult und Rammbock zerlegt werden.
Spieler mit Benzin im Blut und Aktenkoffer unter dem Arm werden eher bei Fishtanks "Car Tycoon" (90 Mark) Gas geben wollen. Hier können sie eine bescheidene Automobil-Manufaktur zum globalen Konzern ausbauen, müssen sich dabei aber durch viele Tabellen klicken. Ein Titel für Buchhalter, denen Zahlensalat schmeckt.
Ähnliches gilt für Infogrames' "Civilization 3" (100 Mark). Die Imperiums-Simulation des populären Spiele-Erfinders Sid Meier handelt, wie die vorangegangenen Teile, von der Erschaffung einer Supermacht. Es bleibt dem Spieler überlassen, ob er sein Ziel mithilfe von Militär, Handel oder Diplomatie erreicht. Der enormen Handlungsbreite stehen spröde Grafik und englische Texte gegenüber: für wahre Fans zumindest ist der Titel trotzdem ein tolles Geschenk.
Wer Streit sucht, findet ihn im populären Genre der Echtzeit-Strategie. Eine Armee gegen die andere in die Schlacht zu führen, darum geht es in diesen Spielen, um schnelle Denke, schnelle Taten. Denn die Scharmützel laufen in Echtzeit ab, jede Aktion löst eine sofortige Reaktion des Computergegners aus.
Die gesamte Menschheitsgeschichte stellt Sierras "Empire Earth" (90 Mark) nach. Per Maus kommandiert der Befehlshaber erst einen Stamm von Neandertalern bei Scharmützeln gegen Futterneider, später vertrauen Napoleons Armeen und schließlich futuristische Roboter-Truppen auf den taktischen Verstand des Spielers. Die Schlachtengemälde basieren auf historischen Fakten. So lernen Kenner was, während Einsteiger die hohe Komplexität abschreckend finden dürften.
Anhänger der "Star Wars"-Serie von Kinofilmen sind von "Galactic Battlegrounds" (90 Mark) sicher begeistert. Zwar fehlt den Schlachten zwischen dem Imperium, den Rebellen, Gungans und anderen Völkern aus George Lucas Science-Fiction-Imperium der rote Faden, denn eine glaubwürdige Handlung hat sich Hersteller LucasArts nicht einfallen lassen. Doch die verführerische Grafik tröstet darüber hinweg.
Als Alternative für Individualisten empfehlen sich Ubi Softs "Battle Realms" (90 Mark) wegen des intelligenten Japan-Szenarios, Fishtanks "Swine" (70 Mark) wegen der Über-Optik oder Ubi Softs "Conflict Zone" (80 Mark) wegen politisch korrekter Position: der Spieler zieht mit einem Friedens-Corps gegen Terroristen zu Felde.
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Action: Erst schießen, dann fragen...
Die "erst schießen und dann fragen"-Klientel wird in diesem Jahr schlecht bedient, denn die Auswahl an guten Actiontiteln ist gering. Dazu kommt: Wer Activisions Ballerorgie "Return to Castle Wolfenstein" (90 Mark) unter den Tannenbaum legt, muss sich auf den Vorwurf des Geschmacksdefizits gefasst machen. Nur leicht getarnte Nazis mit mystischen Elektro-Waffen zu rösten, passt halt ebenso wenig zum Fest des Friedens wie der Overkill in Fox Interactives "Aliens vs. Predator 2" (90 Mark), wo das Blut in Strömen fließt. Dann doch besser Eidos' "Soul Reaver 2" (80 Mark): zu Plätzchen stimmungsvolle Horroraction mit schöner Grafik und Gruselgarantie, warum nicht?
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Tipps für Sessel-Simulanten
Einen Bogen zwischen Actionspiel und U-Boot-Simulation schlägt Fishtanks "Aquanox" (80 Mark): Eine brillant aussehende Tauchfahrt durch unergründliche Tiefen voller geheimnisvoller Wesen. Fliegern mit Finger am Abzug sei Novalogics Helikopter-Simulation "Comanche 4" (90 Mark) an Herz gelegt; sie sieht bestechend aus und steuert sich so einfach wie ein VW Golf.
Die zivile Luftfahrt von Cessna bis Jumbo stellt Microsofts "Flight Simulator 2002" (120 Mark) nach: Live-Wetter, Wasserlandungen undundund - alles ist an Bord, und alles authentisch! Mehr Bodenhaftung hat Microsofts "Train Simulator" (120): Mit der S-Bahn in Japan gondeln, per Dampflok Europa bereisen und per Amtrak die USA durchrasen, das macht jeden Eisenbahn-Fan glücklich!
So richtig ins schwitzen kommen PC-Kicker mit Electronic Arts' Fußball-Simulation "FIFA Football 2002" (90 Mark). Denn genau wie die Formel 1-Simulation "F1 2001" (90 Mark) aus gleichem Hause zeichnet sie sich durch die stimmige Paarung von hervorragender Grafik, gelungener Steuerung und spannendem Spielablauf aus. Und weil bei Sportfans das Springen von einer Rampe mit zwei Latten unter den Stiefeln gerade hoch im Kurs steht, macht sich auch THQs "RTL Skispringen 2002" (60 Mark) gut unter jedem Weihnachtsbaum.
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Zu guter letzt: Schnäppchen unterm Tannenbaum
Der Begriff des "Pfennigfuchsers" hat sich mit der Einführung von Euro und Cent zwar überlebt, die passende Lebens-Einstellung aber nicht: Wer viel verschenken und wenig ausgeben will, fährt mit "Colin McRae Rally 2" (30 Mark) richtig. Hersteller Codemasters hat der führenden Rallye-Simulation vor einem Jahr so tolle Grafik und spannende Wettkämpfe angeschraubt, dass bis heute kein Konkurrent auch nur in den Windschatten fahren konnte.
Ebenso souverän: Sierras spektakulär aussehendes Actionfeuerwerk "Gunman Chronicles" (30 Mark), bei dem ein schwer bewaffneter Held eine Reihe von Alien-Unholden erlegen muss. Mit Gänsehaut-Garantie: Electronic Arts herausragende Grusel-Ballerei "Clive Barker's Undying" (50 Mark) und das abgedrehte Fantasy-Abenteuer "Alice" (50 Mark).
Wer einem Fußballfan das Lächeln beibringen will, sollte 70 Mark für Ascarons "Anstoß Meister Edition" stiften. Die Packung vereint die führende Management-Simulation "Anstoß 3" und das komplexe Fußball-Spiel "Anstoß Action": summa summarum ein vielseitiges Rundum-Wohlfühlpaket für alle, die Spaß am Rasenschach haben.