Phonoline: Teurer Flop für die T-Com - DER SPIEGEL
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Phonoline Teurer Flop für die T-Com

Phonoline, die gemeinsame Online-Vermartkungsplattform der deutschen Musikindustrie, ist tot. Nach nur knapp sechs Monaten stellten die Plattenbosse die lebenserhaltenden Maßnahmen ein - und verlangen nun Schadenersatz von der T-Com.
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Das Projekt war mehrmals vertagt worden, Zankapfel zwischen den Musikfirmen und für fast zwei Jahre nichts als eine schwere Geburt, als es anlässlich der Cebit 2004 endlich das Licht der Welt erblickte. Und dann wurde sie nicht mit Pomp und Gloria als die doch so überfällige gemeinsame Musikverkaufsplattform der deutschen Musikbranche vom Kanzler eröffnet, sondern ziemlich verhuscht nur in dessen Anwesenheit.

Dafür gab es viele Gründe: Zum einen krachte es bereits hinter den Kulissen, weil es schon im Vorfeld zu viele Probleme mit den technischen Lösungen der T-Com gegeben hatte, zum anderen gärte noch immer der Streit darüber, ob denn nun überhaupt alle Rechte geklärt wären - ob also Phonoline wirklich die lang erhoffte "legale Plattform" sei oder nicht. Da wollte Schröder das Risiko nicht eingehen, einen eventuell illegalen Shop zu eröffnen.

Phonoline, der Spätstarter, nahm seine Arbeit trotzdem auf - und zwar weitgehend erfolglos. Vom ersten Tag an krankte die Plattform an massiven Imageproblemem und wurde zudem als überflüssig wahrgenommen: Schließlich war längst klar, dass Apple schon bald den europäischen Markt aufrollen würde, gefolgt von kraftvollen Konkurrenten. Für einige Monate machte Phonoline schlechte bis mitleidige Schlagzeilen, dann verschwand das Thema in der Versenkung.

Ziemlich genau sechs Monate nach dem Fehlstart hatten die Betreiber nun ein Einsehen und zogen den Stecker. Vom technischen Dienstleister T-Com trennt man sich im Streit: Der, berichtet das "Handelsblatt", sehe sich nun mit einer zweistelligen Millionenforderung konfrontiert.

Seit mehreren Wochen schon hatte die Telekom versucht, für ihren Ableger im schwelenden Konflikt mit den stocksauren Geschäftspartnern zu vermitteln. Den Bruch konnten die Telekom-Bosse nicht verhindern, immerhin aber ihre andere Tocher T-Online ins Spiel bringen.

Die betreibt mit Musicload ebenfalls einen Download-Dienst, der sogar funktioniert, heftig beworben wird und im Gegensatz zu Phonoline sogar eine erkleckliche Zahl von Kunden haben soll. Jetzt sollen die an Phonoline angeschlossenen Shops ein Angebot bekommen, zu Musicload zu wechseln. Der Unternehmens-PR der Telekom ist am Montag zu entnehmen, dass der Konzern seine Aktivitäten im Musikvertrieb künftig bei T-Online Musicload "bündeln" wolle. Bestätigt wird der Bruch mit den Phonoline-Partnern, zu Schadenersatzforderungen nimmt die Telekom dagegen keine Stellung: Mit der Musikindustrie, sagte ein Sprecher, sei ein "Einvernehmen" erreicht worden.

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