Polizei im Netz Brandenburg plant Internetwache
Potsdam - "Die Brandenburger können sich bald manche Wege zur Polizei sparen. Denn spätestens Anfang nächsten Jahres wird die deutschlandweit erste Internetwache ihre Pforten im World Wide Web öffnen", verheißt eine Presseankündigung aus dem Innenministerium von Brandenburg.
Mit der virtuellen Polizeiwache soll sich künftig "die Klärung von Fragen und Problemen bei der Polizei einfacher gestalten". Demnach sollen extra geschulte "Kommunikationsbeamte" die elektronische Eingangspost der Online-Wache sichten, beantworten oder unmittelbar an die zuständigen Dienststellen weiterleiten. Eine Antwort soll von dort "zeitnah" erfolgen.
Noch keine Strafanzeigen im Internet
Geplant, aber noch nicht endgültig entschieden sei, inwieweit auch Anzeigen per Mausklick erstattet werden könnten - aber dann erst bekäme die Wache ihren eigentlichen Sinn und würde sich nachdrücklich von einem Informationsportal unterscheiden.
Denn nach der bisherigen Planung sollen "nach Eingabe des heimatlichen Landkreises gezielt regionale Angaben der Polizei etwa zur Unfall- und Kriminalitätslage oder zu Präventionsangeboten und -veranstaltungen abrufbar sein". Daneben werde "über den jeweiligen Polizeischutzbereich, über seine Dienststellen und die Erreichbarkeiten informiert".
Die Einrichtung einer solchen Polizei-Service-Liste ist aber nicht neu. In München existiert Ähnliches bereits seit 1997, auch dort kann man sich per E-Mail mit Fragen an die Polizei wenden, in Eilfällen wird aber davon abgeraten.
Ein Auslöser: Die Flut
In Brandenburg ist Innenminister Jörg Schönbohm nach der Flutkatastrophe vom Sommer auf die Idee gekommen. Insbesondere während der Hochwassertage seien die elektronischen Medien mit "beachtenswerter Resonanz" genutzt worden. Diese Entwicklung wolle das Innenministerium im Zuge einer Polizeireform nun "auch im Zusammenspiel von Bürger und Polizei nutzen". Ziel sei es, "den Internetservice blitzschnell, kompetent, einfach und so bürgernah wie möglich zu gestalten".
Die Ankündigung erfolgt jedoch verfrüht. Das Brandenburger Kind hat noch nicht einmal einen Namen, geschweige denn eine eigene Domain-Adresse, sondern findet sich zunächst nur auf der schon länger üblichen Homepage der Polizei "www.polizei.brandenburg.de" oder ist über Brandenburgs Innenministerium erreichbar.
Bis zur Eröffnung der eigentlichen Polizei-Internetwache "freuen wir uns auf Ihren Besuch in einer unserer Polizeiwachen vor Ort", tröstet Brandenburgs Polizei auf ihrer Homepage.