Parodie-Account Twitter sperrt @PolizeiMUC
Logo der bayerischen Polizei auf einer Mütze (Archivbild): Parodie-Account @PolizeiMUC gesperrt
Foto: Frank Leonhardt/ dpa
"Neuhausen: Hund knabbert an seinem Gucci-Halsband. Besitzerin fassungslos"
"Maximilianstr: Penner vor Cartier gesichtet. Eine Schande. Der wird sofort von uns entfernt"
Mit Tweets wie diesen machte in den letzten Tagen der Twitter-Account @PolizeiMUC auf sich aufmerksam. Unter dem Hashtag #24hPolizei verbreitete er einerseits typische München-Klischees, anderseits parodierte er eine PR-Aktion der Berliner Polizei. Die hatte am vergangenen Wochenende 24 Stunden lang ihre Einsätze getwittert, vom Mann ohne Hose bis zum Raben, der mit dem Tod kämpft.
Im Gegensatz zum Berliner Account war das, was das vermeintliche Münchner Pendant twitterte, frei erfunden - und dürfte auch nicht jedermanns Humor getroffen haben. Zu den verbreiteten Nachrichten zählten zum Beispiel auch:
"Grünwald: Bursche (17) verpasst P1 Terrassen-Opening und steht nun sprungbereit auf der Großhesseloher Brücke. Sind unterwegs!"
"Maximilianstr: Tourist denkt, er wäre durch die vielen Araber in Mekka - Herzinfarkt durch Kulturschock. Krankenwagen ist da"
Am Donnerstag lässt sich der @PolizeiMUC nun nicht mehr aufrufen - laut einem Hinweis von Twitter ist der Account mit einigen Hundert Followern gesperrt worden . Veranlasst hat diese Sperrung die echte Münchner Polizei, wie sie SPIEGEL ONLINE bestätigt hat.
Bereits am Mittwoch hieß es in einem Artikel der Münchner "Abendzeitung" , die Polizei wolle gegen den Account-Betreiber vorgehen, weil dieser einen Polizeistern als Profilbild nutzt: Das Sternsymbol gehöre der bayerischen Polizei, zitierte die Zeitung einen Polizeisprecher. Wer es benutzt, verstoße gegen das Design-Gesetz - eine Rechtsvorschrift, die bestimmtes Design schützt.
Die Münchner Polizei betreibt bislang keinen eigenen Twitter-Account, laut "Abendzeitung" plant sie aber, in den sozialen Medien künftig präsenter zu sein. Demnächst könnten zwei Polizisten ein Jahr lang auf Twitter und Facebook Meldungen, Fahndungsaufrufe oder Infos für Großveranstaltungen veröffentlichen, heißt es in dem Bericht .