Potter im Web: Leere Datenhüllen - DER SPIEGEL
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Potter im Web Leere Datenhüllen

Nicht Harry Potter, sondern Warner Bros. befand sich wohl kurzzeitig in der Kammer der Schreckens: In Internet-Tauschbörsen seien Raubkopien des Potter-Zweitlingswerkes aufgetaucht, hieß es. Doch dann die Entwarnung: Die Filmdateien waren offenbar leer.
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Bislang sind nur wenige in den Genuss gekommen, "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" auf der Leinwand zu sehen - offizieller Start ist erst diese Woche. Lediglich im Vereinigten Königreich und in New York war der heiß begehrte Streifen bereits am Wochenende in einer Vorschau zu sehen.

Nur eine leere Hülle

Dann kam das Unvermeidliche: Am Dienstag meldete Warner Bros., dass im Internet eine Raubkopie des zweiten Potter-Films aufgetaucht sei. Schließlich aber das Dementi der Verleih-Firma: Die Meldung über eine Raubkopie sei gegenstandslos. Associated Press will jedoch herausgefunden haben, dass eine Website, die in Europa gehostet werde, den Film scheinbar tatsächlich zum Download anbietet. Angeblich hätten ihn zu jenem Zeitpunkt bereits mehr als 500 User herunter geladen. Was stimmt denn nun?

Eventuell hatten sogar beide Recht. Die Dateien, die die neuesten Leinwand-Abenteuer des Zauberlehrlings hätten zeigen sollen, hat es wohl tatsächlich gegeben. Diese seien jedoch leer gewesen - Warner Bros. hatte nach eigenen Angaben eine Raubkopie des Films ausfindig gemacht und geöffnet. Resultat: Die Datei habe keine Filmdaten enthalten.

Ausgeklügelte Sicherheitsstrategie?

Ganz widerspruchslos bleibt die Geschichte allerdings nicht: Warner Bros. hatte nämlich zunächst angegeben, die im Internet erhältliche Raubkopie sei von minderer Qualität - wohl um beim User das Interesse zu schmälern, eine lange Download-Zeit auf sich zu nehmen, um dann vom Endprodukt enttäuscht zu werden. Oder aber der Verleiher verfolgt eine ausgeklügelte Sicherheitsstrategie, unerlaubte Kopien im Netz zu finden, zu stören und somit faktisch zu unterbinden. Eine gezielte Suche nach illegalen Film-Kopien wird bereits betrieben: Die Motion Picture Association of America, der Interessenverband der amerikanischen Film-Studios, macht Raubkopien im WWW ausfindig und leitet gegen deren Anbieter gerichtliche Schritte ein.

Warner Bros. jedenfalls nimmt nach eigener Aussage die Bedrohung durch Internet-Piraterie sehr ernst. Raubkopien von Filmen herzustellen und zu verbreiten sei Diebstahl, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. Der Verleiher wolle dagegen alle rechtlichen Mittel ausschöpfen.

Illegale Vorabveröffentlichungen von Filmen im Internet sind mittlerweile beinahe an der Tagesordnung. Nach Expertenschätzungen werden in Tauschbörsen wie KaZaA oder Morpheus täglich bis zu einer halben Million Filmdateien gehandelt.