PR-Desaster: Sony verzichtet auf "Shock and Awe" - DER SPIEGEL
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PR-Desaster Sony verzichtet auf "Shock and Awe"

Besitzer einer PS2 werden auf das "Shock and Awe"-Spiel, passend zum Golfkrieg, verzichten müssen. Nach öffentlichen Protesten gab Sony den Plan auf, den Begriff als Markenzeichen zu registrieren.
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Sony erlebt in diesen Tagen ein PR-Desaster. Der Versuch, den Begriff "Shock and Awe" (so viel wie: Furcht und Schrecken) in den USA als Trademark zu registrieren, entpuppte sich als Schnapsidee, die öffentliche Proteste hervorrief. Der Versuch, gab eine Sony-Sprecherin nun kleinlaut zu, sei wohl "unangemessen" gewesen.

Mit "Shock and Awe" wird eine 1996 erstmals beschriebene Militärstrategie beschrieben, bei der es vereinfacht gesagt darum geht, einen Gegner durch einen außerordentlich massiven Angriff in die Schreckstarre zu bomben. Genau das hatten die Amerikaner im Krieg gegen den Irak vor: Durch massive "Enthauptungsschläge" mit Präzisionswaffen, aber auch megagroßen Bomben, verbunden mit einem außerordentlich schnellen Vormarsch die irakische Armee in die Bewegungslosigkeit zu schocken.

Das, fand ein Sony vertraglich verbundener Spieleentwickler, wäre doch eine ganz prächtige, hinreichend tragfähige Idee für ein PS2-Spiel – und meldete den Begriff am 21. März als Trademark an, dem Tag nach dem Beginn der Bombardements im Irak. Schließlich hatte die amerikanische Militärpropaganda über Wochen dafür gesorgt, dass sich der Begriff in die Erinnerung von Millionen Menschen eingebrannt hatte: Das roch doch danach, dass man hier ganz phantastisch Synergieeffekte des Krieges für den Verkauf eines Spieles nutzen könnte.

Nach ersten Presseberichten Anfang der Woche zog Sony nun die Notbremse. Man werde auf das Trademark verzichten, und konkrete Pläne für ein Spiel dieses Namens habe es auch nie gegeben.

Beim amerikanischen Trademark Office scheiterte der Antrag nicht etwa deshalb, weil die Beamten ihn als anstößig empfunden hätten: Sie müssen nur erst eine Entscheidung treffen, wer "Shock and Awe" nun zugesprochen bekommt. Derzeit lägen mehr als ein Dutzend Anträge vor.

"Salon" zitiert den Texaner Michael Knight, der ebenfalls ein Trademark anmeldete: "Freunde, Familie und Fremde fanden, dass sei ein toller Name für mein Produkt. Kein einziger meinte, es wäre ein schlechter." Knight produziert Insekten-Vertilgungsmittel.

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