Fake-Fotos Adobe-Software soll Foto-Manipulationen erkennen
Eine künstliche Intelligenz analysiert Bilddateien und macht Manipulationen Pixel für Pixel sixchtbar
Foto: Adobe / YouTubeNein, der Pilot hat seinen Selfie-Stick nicht aus einem fliegenden Flugzeug gehalten und sich dabei selbst fotografiert . Es ist auch niemals ein Hai auf einer Autobahn nach Houston in Texas geschwommen. Und die blaue Mondmelone ist ebenfalls nur ein Bildbearbeitungsprodukt. Doch die Bilder sind so gut manipuliert, dass man sie als durchschnittlicher Nutzer kaum als Fakes erkennen kann.
Ausgerechnet die Bildmanipulationsexperten von Adobe tüfteln gerade an einer Software, die derart veränderte Fotos mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) erkennen soll. Auf einer Konferenz in Los Angeles haben Entwickler der US-Firma gezeigt, wie das "About Face" genannte Projekt künftig die Detektivarbeit bei Bildmontagen übernehmen soll.
KI-Forscher Richard Zhang zeigte anhand von Porträtfotos, wie die Software selbst minimale Schönheitskorrekturen erkennen kann. Per Schieberegler blendete er zudem eine Art Wärmebild ein, das aufzeigt, in welchen Bereichen das Foto manipuliert worden war. Die Software ist nach einer solchen Analyse sogar in der Lage, die Manipulationen rückgängig zu machen, also das Ursprungsbild wiederherzustellen.
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Zhang zufolge wurde die KI darauf trainiert, zu erkennen, ob Pixel aus dem Original weggefallen sind, also ein Bildbereich gestaucht worden ist - etwa wenn ein Gesicht schlanker gemacht wird. Außerdem soll die Software beispielsweise eine per Mausklick vergrößerte Stirn erkennen, da Pixel für diesen Prozess künstlich hinzugefügt werden müssen. Beide Verfahren können Spuren hinterlassen, die für das bloße Auge unsichtbar seien, sagte Zhang bei seinem Vortrag. Die im Rahmen des Projekts About Face trainierte KI könne diese Änderungen jedoch identifizieren und kenntlich machen.
Ob und wann die Software verfügbar sein wird, ist allerdings unklar. Auf Anfrage des teilte ein Adobe-Sprecher am Freitag mit: "Welches dieser Tools am Ende den Weg in Adobes Produkte findet, kann zu diesem Zeitpunkt nicht seriös beantwortet werden." Die vorgestellten Projekte befinden sich noch im Entwicklungsprozess. Aus Kreisen des Unternehmens heißt es jedoch, dass man bei "About Face" davon ausgehe, die Software in den kommenden Jahren kommerziell anbieten zu können.
Fälschungen mit KI werden immer besser
Adobe setzt in seinen Software-Programmen bereits jetzt künstliche Intelligenz ein. Die KI soll Anwendern beispielsweise helfen, wenn sie auf einem Foto feine Strukturen, also beispielsweise Haare freistellen oder Bilder mit ähnlichen Motiven verschlagworten wollen. In Zukunft soll die Technologie auch helfen, fehlende Personen automatisch in Gruppenfotos einzufügen und "Ähs" aus Audiodateien zu tilgen .
Der Haken an solchen Automatik-Programmen: Die Fälschungen werden immer besser und die Gefahr des Missbrauchs wächst. Wenn Deepfake-Videos von Politikern auftauchen, Stimmen dafür ganz einfach imitiert werden können und Texte von KI-Software fast so gut geschrieben werden wie von einem Menschen, dann werden auch Werkzeuge immer wichtiger, die solche Fälschungen aufdecken können.